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Google Stadia könnte das lang erwartete “Netflix der Spiele” sein

Im vergangenen Oktober testete Alphabets (WKN:A14Y6F) (WKN:A14Y6H) Google Project Stream, eine Cloud-Gaming-Plattform für das Streaming von High-End-Videospielen in Chrome. Im ersten Testlauf konnten die Gamer Assassin’s Creed Odyssey mit 60 Bildern pro Sekunde bei einer Auflösung von 1080p spielen, was im Vergleich zu anderen Cloud-Gaming-Diensten beeindruckend war.

Deshalb war es nicht verwunderlich, als Google Stadia vorstellte, eine neue Cloud-Gaming-Plattform, die Videospiele über eine Vielzahl von Geräten bei gleicher 60 fps und 1080p Auflösung streamen wird. Google plant, diese Spezifikationen schließlich mit einer Auflösung von 8K auf bis zu 120 fps zu steigern, was die Möglichkeiten jeder modernen Konsole übertreffen würde.

Was wir bisher über Stadia wissen

Google möchte, dass Stadia die Plattform für Alles im Bereich Spiele, Games ansehen und Spiele Entwicklung wird, wenn es Ende des Jahres auf den Markt kommt. Google will auch, dass Stadia  plattformübergreifende Spiele PC/ Spielkonsolen anbietet. Es ist fraglich, ob Konsolenhersteller wie Microsoft (WKN:870747) und Sony (WKN:853687) mit dem neuen Dienst zufrieden sind.

Die Spieler können ihre eigenen Gamecontroller verwenden. Google bringt aber auch einen eigenen Stadia-Controller auf den Markt, der mit mehreren Geräten funktioniert. Der Controller verfügt auch über eine spezielle Taste, die auf Hinweise und Walkthrough-Videos zugreift.

Der kommende Shooter Doom Eternal von Id Software wird auf Stadia sein Debut geben, sowie auf anderen großen Konsolen und Windows. Google plant auch, weitere Spiele aus dem neu geschaffenen Bereich Stadia Games und Entertainment zu starten. Es steht noch nicht fest wie viel Stadia den Benutzer kosten wird. Vergleichbare Dienstleistungen kosten in der Regel zwischen 5 und 30 US-Dollar pro Monat.

Erstellung des “Netzflix der Spiele”.

Der Gedanke ist nicht neu, ein abonnementbasiertes “Netflix für Spiele” anzubieten.

Sony ist vor fünf Jahren mit PS Now auf den Markt gekommen, das es den Spielern ermöglicht, über 750 PS2-, PS3- und PS4-Spiele für 20 US-Dollar pro Monat auf PS4-Konsolen und Windows-PCs zu streamen. NVIDIA testet eine Beta-Version von Ge Force Now, mit der PC-Besitzer, Cloud-basierte Spiele streamen können. Weniger bekannte Streaming-Plattformen sind Jump und Blade’s Shadow, die 5 US-Dollar bzw. 30 US-Dollar pro Monat kosten.

Microsofts Xbox Game Pass ist kein Cloud-Service, er ermöglicht es den Spielern, für 10 US Dollar pro Monat eine unbegrenzte Anzahl von Spielen herunterzuladen und zu installieren. Derzeit entwickelt Microsoft auch eine Cloud-Gaming-Plattform namens Project xCloud.

All diese Cloud-Services funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Ein Spiel wird remote auf einem leistungsstarken Server gehostet, der ein Live-Video an die Spieler zurücksendet. Das Spiel wird durch den Spieler wie ein interaktives Live-Video gesteuert.

Bei einer Hochgeschwindigkeitsverbindung sollte das Feedback sofort bemerkbar sein und ebenso wie ein lokal installiertes Spiel laufen.

In diesem Zusammenhang spielen individuelle Hardware-Setups, die teure CPUs, GPUs und RAM erfordern, keine Rolle mehr. Die Spiele werden auch auf dem Server immer auf dem neuesten Stand gehalten, so dass die Spieler nicht mit langen Update-Downloads konfrontiert werden, bevor sie spielen. Auf jedem Gerät mit einem hochauflösenden Bildschirm und schnellem Internetanschluss kann Spiele in High-End-Einstellungen mit bester Qualität zum Spielen übertragen.

Könnte Google die Spieleindustrie stören?

Googles Einstieg in den Cloud-Gaming-Markt mit Project Stream und Stadia erfolgte schnell, und seine Leistungszahlen sind wohl beeindruckender als die der besser etablierten Plattformen. PS Now zum Beispiel streamt immer noch die meisten seiner Spiele mit 720p.

Daher besteht die Chance, dass Google den noch jungen Cloud-Gaming-Markt (und möglicherweise Konsolen- und PC-Gaming) mit Stadia stören könnte — wenn man sich mehr Videospielhersteller, wettbewerbsfähige Preise und gutes Marketing für Mainstream-Kunden sichern kann.

Leider war es nie die Stärke von Google die Aufrechterhaltung des öffentlichen Interesses und Einführung eines neuen Produktes unter einen Hut zu bringen. Google+ hat es nicht geschafft, den Social-Networking-Markt zu stören, YouTube Red bleibt viel kleiner als Netflix. Seine lange Liste von toten Messaging-Plattformen (einschließlich Allo und Hangouts) zeigt, dass es mehr daran interessiert ist, neue Produkte auf den Markt zu bringen als sie zu pflegen.

Allerdings scheint Google viele Ideen in die Entwicklung von Stadia gesteckt zu haben. Die hauseigenen Cloud-Server der Plattform könnten ihr einen Vorteil gegenüber konkurrierenden Plattformen wie PS Now und Ge Force Now verschaffen. Wenn Stadia erfolgreich ist, könnte es traditionelle Konsolenhersteller, GPU-Hersteller wie NVIDIA (WKN:918422) und sogar Amazon (WKN:906866) Twitch bedrohen. Die Zeit wird zeigen, ob sich diese großen Pläne durchsetzen.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Amazon-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten, eine Mitarbeiterin von LinkedIn, einer Microsoft-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 20.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Amazon, Microsoft, Netflix und Nvidia und empfiehlt diese.