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Aurora Cannabis: 4 logische Markenpartner

Wenn man auf der Suche nach Wachstumsaktien ist, gibt es keine andere Branche, die soviel Aufmerksamkeit auf sich zieht, wie legales Marihuana. Das Duo Arcview Market Research und BDS Analytics setzt ein globales Umsatzwachstum von 38 % im Jahr 2019 auf 16,9 Mrd. US-Dollar an, während die größte Cheerleaderin der Wall Street, die Cowen Group Bank, bis 2030 einen weltweiten Jahresumsatz von 75 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Bei diesen soliden Wachstumsaussichten, wird es sicherlich einige Gewinner geben.

Ein Unternehmen, das im Rückstand zu sein scheint, ist Aurora Cannabis (WKN:A12GS7). Durch eine Kombination aus organischen Wachstumsprojekten, Joint-Venture-Anbaupartnerschaften und mehreren Übernahmen, will Aurora auf den richtigen Weg kommen, um zu einer jährlichen Spitzenproduktion von 700.000 Kilogramm zu kommen. Als führendes Unternehmen mit der höchsten Produktion sollte es helfen, die Anbaukosten pro Gramm zu senken, da sich Skaleneffekte einstellen. Das würde Aurora Cannabis zu einer logischen Wahl für langfristige Lieferverträge im In- und Ausland machen.

Aurora ist auch ein Unternehmen, das sich mit der Erschließung internationaler Märkte beschäftigt. Nach der Ankündigung einer 51%igen Beteiligung an Gaia Pharm in Portugal ist Aurora nun in 24 Ländern, darunter auch Kanada, vertreten. Diese Auslandsmärkte werden sich als besonders nützlich erweisen, wenn die heimische kanadische Trockenblumenproduktion kommerzialisiert wird. Um Margenverschlechterungen zu vermeiden, werden sich diese externen Vertriebskanäle als entscheidend erweisen, damit Aurora all das Cannabis auch los wird.

Das Einzige, was Aurora fehlt: ein Markenpartner

Das Einzige, was Aurora nicht hat, ist ein Markenpartner. Canopy Growth erhielt eine bedeutende Investition von Constellation Brands, die Cronos Group hat kürzlich eine Beteiligung von Altria abgeschlossen und Tilray ist sowohl mit Novartis (über eine Tochtergesellschaft), als auch mit Anheuser-Busch InBev eine Partnerschaft eingegangen. Zur Zeit gibt es aber noch keinen Partner für den größten Produzenten der Welt.

Mit der Einstellung des Investors Nelson Peltz als strategischer Berater wird jedoch erwartet, dass sich irgendwann in naher Zukunft eine Partnermöglichkeit ergibt. Obwohl das nichts anderes als Vermutungen meinerseits sind, hier einmal vier Partnerschaftsmöglichkeiten für Aurora Cannabis, die zumindest oberflächlich logisch erscheinen würden.

Coca-Cola

Eine der wahrscheinlichsten Möglichkeiten ist der Getränkekonzern Coca Cola (WKN:850663). Für diejenigen, die sich vielleicht nicht erinnern, es wurde gemeldet, dass Coca-Cola im vergangenen September mit Aurora Cannabis über eine mögliche Partnerschaft/Joint Venture/Beteiligung gesprochen hat. Da der Absatz von Limonaden in den USA stark zurückgegangen ist, hat Coca-Cola neue Möglichkeiten zur Steigerung des Umsatzwachstums geprüft. Vermutlich würde das Aurora und Coca-Cola mit nichtalkoholischen Cannabis-infundierten Getränken, die bis zum kommenden Oktober in Kanada legal werden sollen, die Möglichkeit geben, sich zusammenzuschließen und Synergieeffekte zu nutzen.

Coca-Cola verließ schließlich nur wenige Wochen später den Verhandlungstisch und deutete stattdessen darauf hin, dass es die Fortschritte der Cannabisindustrie von der Seitenlinie aus beobachten würde. Mein Verdacht ist, dass Auroras Aktienkurs zu diesem Zeitpunkt einfach zu hoch war. Da Peltz jedoch ein gutes Verständnis für den Lebensmittel- und Getränkebereich hat, ist anzunehmen, dass Coca-Cola wieder zur Debatte steht.

Mondelez International

Neben prickelnden Getränken haben wir den Snack Food-Giganten Mondelez International (WKN:A1J4U0). Mondelez ist das Unternehmen hinter Marken wie Oreo, Ritz, Chips Ahoy, Triscuit und Nabisco. Da Health Canada in Aussicht stellte, alternative Konsumoptionen im Oktober zu legalisieren, könnten Lebensmittel bald ihren Weg in die Regale der Apotheken finden. Da sich der Verzehr von Lebensmitteln (zumindest in den USA) in Richtung Süßigkeiten wie Kekse und Schokolade entwickelt hat, wäre Mondelez’ Snack-Angebot die perfekte Form für Auroras Tetrahydrocannabinol- (THC) und Cannabinol-(CBD) Produkte. THC ist das psychoaktive Cannabinoid, das den Konsumenten high macht, während CBD das nicht-psychoaktive Cannabinoid ist, das am besten für seinen medizinischen Nutzen bekannt ist.

Ein wichtiger Grund, warum Mondelez eine logische Wahl wäre, ist, dass das Unternehmen Trian Fund Management, das von Peltz gegründet wurde, über 18,8 Mio. Aktien von Mondelez besitzt und Trian Fund President Peter May im Verwaltungsrat sitzt. Bereits 2014 setzte sich Peltz erfolglos dafür ein, dass PepsiCo sich in einen Lebensmittel- und einen Getränkebereich aufspaltet und diese Lebensmittelabteilung (Frito-Lay) Mondelez übernimmt. Wenn Peltz eine Partnerschaft zwischen Aurora und Mondelez inszenieren kann, könnte er hier doch noch einen Erfolg erzielen, wenn auch ein paar Jahre später als erwartet.

Heineken

Obwohl es sicherlich etwas weiter hergeholt ist als Coca-Cola oder Mondelez, wäre der globale Bierriese Heineken (WKN:A0ETXG) als Partner für Aurora Cannabis sehr sinnvoll.

Im vergangenen Jahr brachte die Heineken-Tochter Lagunitas Brewing in ausgewählten kalifornischen Apotheken ein alkoholfreies, mit Cannabis angereichertes Getränk auf den Markt, das nach Bier schmeckt: Hi-Fi-Hops. Anstatt CBD, das am häufigsten verwendete Cannabinoid im Markt für infundierte Getränke, zu verwenden, entschied sich die Heineken-Tochter, das Getränk mit einer reinen THC- und Hybrid-THC-CBD-Sorte herzustellen. Der Punkt ist, dass Heineken ein klares Interesse am Bereich der infundierten Getränke hat und gleichzeitig seine Präsenz in Europa und Nordamerika ausbauen will. Eine Partnerschaft mit Aurora auf globaler Ebene würde das ermöglichen.

Heineken ist in Kanada relativ gering vertreten. Aurora könnte hier mithelfen, die Markenpräsenz zu stärken. Im Gegenzug würde der jüngste Vorstoß von Aurora in zahlreiche europäische Länder, und der deutlich stärkere Marktanteil von Heineken in Europa, ein Potenzial für Heineken bieten, sich dafür zu revanchieren. Obwohl es nicht alle EU-Länder erlauben, infundierte Getränke zu konsumieren, wäre diese Partnerschaft eine Wette auf weitere Legalisierungen. Diese könnten bald in Europa und möglicherweise sogar in den USA kommen.

Roche

Der unwahrscheinlichste Vorschlag von allen, aber dennoch ein logischer potenzieller Partner, wäre schließlich das globale Pharmaunternehmen Roche (WKN:855167). Da Aurora Cannabis seine Aufmerksamkeit auf medizinische Marihuana-Patienten mit höherer Marge und nicht auf Freizeit-Konsumenten mit niedrigeren Erträgen richten wird, würde es helfen, einen globalen Vertriebspartner (wie Roche) zu haben, der nicht brennbare Cannabisprodukte auf ausländischen Märkten vermarkten kann. Wenn das bekannt klingt, liegt das daran, dass Tilray den gleichen Deal mit Sandoz, der Generika-Tochter von Novartis hat.

Aber warum Roche und nicht ein anderes großartiges Pharmaunternehmen? Obwohl eine Kooperation wohl ein wenig schwierig ist, bietet kein Unternehmen ein breiteres Portfolio an Krebsmedikamenten als Roche. Aus medizinischer Sicht wird Cannabis oft zur Behandlung von Krebsschmerzen oder als palliatives Mittel zur Appetitverbesserung während der Krebsbehandlung eingesetzt. Mit anderen Worten, die Partnerschaft mit Aurora würde Roche ein neues Mittel an die Hand geben, um das allgemeine Wohlbefinden von Krebspatienten während der Behandlung zu verbessern und gleichzeitig das Ergebnis mit einer globalen Vertriebsvereinbarung zu aufbessern.

Die großartige Frage ist, was kommt als nächstes für Aurora Cannabis?

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 18.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool empfiehlt Anheuser-Busch InBev und Constellation Brands.

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