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Tilray: 7 Fakten über die vierteljährliche Performance dieser Marihuana-Aktie

Der rasante Anstieg der Aktien von Tilray (WKN:A2JQSC) im vergangenen Jahr brachte diese kanadische Marihuana-Aktie auf den Radar der Investoren, aber es gab nicht nur gute Nachrichten für die Aktionäre. Der Aktienkurs ist von seinem Höchststand von 300 US-Dollar im vergangenen Herbst um 75 % gefallen. Kann dieses Cannabis-Unternehmen mit den größten Akteuren der Branche auf Kanadas neuem Cannabismarkt konkurrieren? Am Montag präsentierte das Management die neuesten Quartalszahlen. Aufgrund der steigenden Umsätze und zunehmender Verluste dürfte die Achterbahnfahrt der Tilray-Aktien in naher Zukunft noch nicht zu Ende sein.

Nr. 1: Nach oben schießende Umsätze

Kanadas Umsätze mit medizinischem Marihuana sind seit der Einführung eines Lizenzsystems durch die Regulierungsbehörden im Jahr 2014 gestiegen, aber es ist Kanadas Freizeitmarkt für Erwachsene, der für die Investoren am faszinierendsten ist. Die Umsätze mit Marihuana für Erwachsene begannen im vergangenen Oktober und 2019 könnten die Einnahmen aus Freizeitmarihuana in Milliardenhöhe steigen – was jedenfalls weit über den 770 Mio. kanadischen Dollar an Einnahmen aus medizinischem Marihuana liegt, die Deloitte für dieses Jahr erwartet.

Tilray ist bestrebt, einen ordentlichen Anteil an diesem aufstrebenden Markt zu erobern, und sicherte sich Lieferverträge für acht kanadische Provinzen. Infolgedessen stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 204 % auf 20,9 Mio. CAD im vierten Quartal, gegenüber 12,9 Mio. im dritten Quartal vor der Legalisierungs. Durch die Entwicklung im vierten Quartal stieg der Umsatz im Gesamtjahr 2018 auf 56,4 Mio. CAD.

In US-Dollar betrug der Gesamtjahresumsatz 43,1 Mio. US-Dollar, davon 15,5 Mio. US-Dollar im vierten Quartal und 10 Mio. US-Dollar im dritten Quartal.

Nr. 2: Produktion

Zuvor hatte Tilray geplant, die Produktionskapazität für Marihuana bis Ende 2018 auf rund 76.000 Kilogramm zu erhöhen und dann im Laufe der Zeit auf 150.000 Kilogramm zu steigern.

Mit diesen Zielen gehört Tilray zu den kanadischen Cannabis-Unternehmen der zweiten Stufe hinter Canopy Growth (WKN:A140QA) und Aurora Cannabis (WKN:A12GS7), die beide in den kommenden Jahren über eine Produktionskapazität von über 500.000 Kilogramm verfügen sollen.

Die Produktionsprognosen sind jedoch nicht annähernd so wichtig wie das aktuelle Produktionswachstum, da es keine Garantie dafür gibt, dass eines dieser Marihuana-Unternehmen jemals seine gesteckten Ziele erreichen wird.

Tilray verkaufte 2018 im vierten Quartal 2.053 Kilogramm-Äquivalente, gegenüber 694 Kilogramm im Vorjahresquartal. Die ganzjährige Produktion hat sich mit 6.478 Kilogramm gegenüber 3.024 Kilogramm im Jahr 2017 mehr als verdoppelt. Die Bemühungen zur Steigerung der Produktion zahlen sich aus, aber es bleibt noch viel zu tun, bis das Unternehmen seine Spitzenproduktionsprognose einhalten kann.

Nr. 3: Verluste in Hülle und Fülle

Im vergangenen Sommer erzielte Tilray etwa 45 % seines Umsatzes mit Cannabis-Ölen, der durchschnittliche Verkaufspreis pro Gramm betrug 6,21 US-Dollar (7,98 Kanadische Dollar) und die Bruttomarge lag bei 43 %. Im vierten Quartal stiegen die durchschnittlichen Nettoverkaufspreise pro Gramm auf 7,52 US-Dollar (10,05 Kanadische Dollar) gegenüber 7,13 US-Dollar (9,12 Kanadische Dollar) im Vorjahr. Für das Gesamtjahr verbesserten sich die Preise auf 6,61 US-Dollar (8,59 Kanadische Dollar) gegenüber 6,52 US-Dollar (8,42 Kanadische Dollar) im Jahr 2017. Die Verbesserung resultierte aus einem wachsenden Anteil der Umsätze mit höherpreisigen Cannabis-Extrakten wie beispielsweise Cannabidiol-Ölen. Diese Extrakte machten im vergangenen Jahr 49 % des Umsatzes aus, gegenüber 20 % im Jahr 2017.

Der Preisanstieg reichte jedoch nicht aus, um den rasanten Anstieg der Ausgaben auszugleichen. Cannabis-Unternehmen investieren viel Geld in Einrichtungen, Personal, Marketing sowie Forschung und Entwicklung, um sich einen Vorteil auf diesem potenziellen 150-Mrd.-Dollar-Markt zu verschaffen, und Tilray ist da keine Ausnahme.

Die Bruttomarge sank im vierten Quartal auf 20 % gegenüber 57 % im Jahresvergleich. Die Vertriebs- und Marketingausgaben stiegen um 94 % auf 6,3 Mio. US-Dollar und die allgemeinen und Verwaltungskosten um 806 % auf 13,8 Mio. US-Dollar. Auch die aktienbasierte Vergütung stieg von 34.000 US-Dollar auf 4,1 Mio. US-Dollar. Insgesamt beliefen sich die Betriebskosten auf über 26 Mio. US-Dollar, sodass Tilray 23 Mio. US-Dollar auf operativer Basis verlor. Nach all dem buchhalterischen Hin und Her betrug der Nettoverlust im letzten Quartal 31 Mio. US-Dollar, verglichen mit einem Verlust von 2,9 Mio. US-Dollar im vierten Quartal 2017.

Diese Art von Verlusten reicht aus, um jeden Anleger nervös zu machen. Aber das Unternehmen konnte seine Bilanz über eine 475 Mio. US-Dollar Wandelanleihe vom vergangenen Oktober stützen, sodass seine finanzielle Situation nicht so schlimm ist, wie die Verluste vermuten lassen. Das Unternehmen beendete den Dezember mit rund 517 Mio. US-Dollar in liquiden Mitteln und kurzfristigen Anlagen und nur 26 Mio. US-Dollar an kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Was kommt als Nächstes?

Finanzielle Flexibilität ist wichtig, weil sich die Dynamik zur Legalisierung von Marihuana über Kanada hinaus auf große Märkte wie Deutschland und die Vereinigten Staaten ausbreitet. Darüber hinaus verlagert sich der Cannabis-Markt von getrockneten Marihuana-Blüten zu Konsumgütern mit Mehrwert. Der Aufbau eines Standbeins in diesen Märkten wird nicht billig sein, aber die Umsatzmöglichkeiten sind enorm. Jedes Jahr werden etwa 50 Mrd. US-Dollar für Marihuana allein in den USA ausgegeben und Branchenbeobachter nehmen an, dass in 15 Jahren legale Marihuana-Verkäufe die Gesamtsumme von 200 Mrd. US-Dollar pro Jahr weltweit übersteigen könnten.

Um diese globalen Chancen zu nutzen, arbeitet Tilray mit Sandoz zusammen, einem globalen Generikahersteller im Besitz von Novartis (WKN:907122), um Cannabis-Medizinprodukte zu vermarkten, und mit dem Getränkeriesen AB InBev (WKN:A2ASUV), um cannabinoidhaltige Getränke zu entwickeln. Es wurde ein Vertrag über die Herstellung von Cannabis-Produkten für das Portfolio der Authentic Brands Group, einschließlich Juicy Couture, abgeschlossen, und kürzlich wurde der Naturkosthersteller Manitoba Harvest, ein globales Hanfunternehmen, gekauft, um auch den nordamerikanischen CBD-Produktmarkt anzusprechen.

Diese Aktivität garantiert nicht, dass Tilray zu einer der größten Marihuana-Aktien wird, aber sie sorgt dafür, dass das Unternehmen im Rennen bleibt. Das mag ausreichen, um die Investoren zum Kauf von Aktien zu bewegen, aber die anhaltenden Verluste deuten darauf hin, dass es eine der volatilsten Aktien bleiben wird, die Investoren kaufen können.

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Dieser Artikel wurde von Todd Campbell auf Englisch verfasst und am 19.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

The Motley Fool hat keine Position in einer der erwähnten Aktien.