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Ist die Deutsche Telekom nun an etwas ganz Großem dran?

Die Hannover Messe läuft und es wimmelt nur so von Cloud, Cybersecurity, Cobots und Connectivity. Da will auch die gute alte Deutsche Telekom (WKN:555750) mitmischen und du denkst vielleicht, dass der rosa Riese höchstens „me too“ zu bieten hat – in der Vergangenheit war das ja auch oft so. Doch diesmal könnte alles anders sein: Die Telekom bringt einige Technologien auf einzigartige Weise zusammen und das hat richtig großes Potenzial – sowohl für das Unternehmen als auch seine Aktionäre.

Noch hat es die Telekom nicht leicht, sich Gehör zu verschaffen

Wenn alle die gleichen Schlagworte benutzen, dann wird es zunehmend schwieriger, zwischen gewöhnlichen und außergewöhnlichen Innovationen zu unterscheiden. Jeder will das Internet der Dinge mitgestalten und vernetzte Wertschöpfungsketten möglich machen, egal ob mit Sensorik, spezieller Kommunikations- und Computerhardware oder Software-Plattformen.

Es ist ein Spielfeld, das einer großen Vielfalt von Unternehmen Chancen bietet. Weil die Komplexität allerdings so groß ist, braucht es auch große Konzerne, die die Fäden zusammenhalten können – wie die Telekom eben. Auch davon gibt es natürlich zahlreiche, sodass die Bonner schon etwas Besonderes bieten müssen, um herauszustechen. Genau zu diesem Punkt sind mir zuletzt allerdings einige Meldungen ins Auge gesprungen, die mich sehr optimistisch stimmen, dass die Telekom mit dem Internet der Dinge stark wachsen kann.

Mit diesen Innovationen will die Telekom punkten

Es sind gleich mehrere Bausteine, die schon für sich genommen aussichtsreich sind:
– Vernetzte Sensoren, zum Beispiel zur Nachverfolgung von Güterströmen, die sich besonders simpel aktivieren lassen.
– Die weltweit erste „Public Mobile Edge Cloud“, die geballte Rechenleistung näher zum Nutzer bringt.
– Ein patentiertes „Huge-Data“-Verfahren, um massive Datenströme verlustfrei zu komprimieren und in Echtzeit auszuwerten.

Hinzu kommt, dass die Telekom mit Hochdruck daran arbeitet, beim Thema „5G-Mobilfunk“ ganz vorne dabei zu sein. In Österreich hat man bereits Lizenzen erworben und ist im März mit ersten Kunden gestartet. Auch für die USA bestehen ambitionierte Ausbaupläne und in Deutschland wird es ebenfalls noch in diesem Jahr losgehen. Gleichzeitig wurde nun bekannt, dass die Telekom und SAP (WKN:716460) ihre jeweiligen Cloud-Plattformen für vernetzte Geräte und Sensoren miteinander verbinden wollen.

Was daran großartig ist

Natürlich ist kaum abzuschätzen, ob die vorgenannten Bausteine wirklich besser sind als das, was der Wettbewerb bietet. Anders sieht die Sache aus, wenn wir alles zusammendenken. Aktuell hat wohl nur die Telekom sowohl die Technik als auch die Infrastruktur und das zugehörige Beratungs-Know-how. „Public Mobile Edge Cloud“ mag ein sperriger Begriff sein, aber es könnte sich – in Verbindung mit den anderen Elementen – zu einem echten Umsatzturbo entwickeln.

Das Problem von normalen Public Clouds, wie sie zum Beispiel Microsoft (WKN:870747) und IBM (WKN:851399) betreiben, besteht in der großen Entfernung zum Nutzer. Bei Anwendungen, die schnelle Reaktionen und Auswertungen in Echtzeit benötigen, taugen sie nicht so sehr. Betreibt man die Software hingegen lokal im eigenen Rechenzentrum oder direkt am PC, dann muss man auf die vielfältigen Vorteile von Cloud-Plattformen verzichten.

Um das Beste aus beiden Welten zu verbinden, wurde Edge Computing erdacht, auch hier wieder in den Varianten „public“ und „private“. Edge Computing stellt lokale Rechenleistung bereit, sorgt aber gleichzeitig für ein reibungsloses Zusammenspiel mit der Cloud. Eine „Public Mobile Edge Cloud“ ist folglich eine Infrastruktur, die Rechenleistung zu den Mobilfunkmasten in deiner Nähe bringt und letztlich von jedermann nutzbar ist.

Daran hatte die Telekom seit Anfang 2018 zusammen mit der extra dafür gegründeten Silicon-Valley-Tochter MobilEdgeX im Geheimen getüftelt. Jetzt geht es los und der Konzern erhofft sich wohl zurecht eine Menge davon.

Lass uns ein Beispiel betrachten:
Da ist ein technischer Vertriebsmensch, der eine rechenintensive Industrie-4.0-Lösung bei weit verstreuten Kunden live demonstrieren will. Er wird zukünftig veranlassen können, dass die zugehörige Software ihm folgt, sodass er an Ort und Stelle stets auf volle Rechenpower zugreifen kann.

Die mitgebrachten visuellen Sensoren erzeugen per Knopfdruck jede Menge Daten über die Kundenanlagen, die per „Huge-Data“-Algorithmen komprimiert werden, um sie dann gesichert und breitbandig per 5G-Mobilfunk zum lokalen Edge-Rechenzentrum zu schicken sowie gegebenenfalls von dort weiter zur Telekom-Cloud und in die SAP-Systeme.

Hier steckt mehr drin

Ich habe das Gefühl, dass sich auf dieser Basis noch ganz andere Sachen auf die Beine stellen lassen. Völlig neue Geschäftsmodelle werden möglich und für die Telekom werden sich unterschiedliche Chancen ergeben, um daran zu partizipieren.

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass der Magenta-Konzern diesen Ansatz über die kommenden Jahre voraussichtlich europaweit und in den USA ausrollen wird, dann sehe ich gewaltiges Potenzial. Man muss nicht gleich so weit gehen und Tim Höttges mit Jeff Bezos zu vergleichen oder die Telekom mit Microsoft auf eine Stufe zu setzen. Aber vielleicht wird sich der Faktor in der Marktkapitalisierung von derzeit etwa 12 dann doch mal ein gutes Stück verringern.

Vergiss das Brennstoffzellenauto – dieser Markt wird viel größer

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Microsoft. The Motley Fool hat eine Shortposition auf Aktien von IBM.