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Wirecard-Aktie: Der mittelfristige Fahrplan zur Kursverdopplung

Gehörst du zu den smarten Investoren, die sich die Wirecard (WKN:747206)-Aktie am „Tag der Aktie“ (18.03.2019) zu äußerst günstigen Konditionen ins Depot geholt haben? Glückwunsch! Knapp eine Woche später (26.03.2019) war die Aktie des Münchener Zahlungsdienstleisters bereits 16 % teurer.

Ich gehöre leider zu denen, die diesen Börsenfeiertag ungenutzt haben verstreichen lassen, und muss jetzt zuschauen, wie andere die Gewinne abräumen. Pech gehabt!

Aber wieso in die Vergangenheit schauen? Die Zukunft dürfte für Wirecard-Investoren wesentlich spannender sein. Denn bei der Wirecard-Aktie rechne ich mittelfristig mit nichts anderem als einer Kursverdopplung.

Die Rechnung ist einfacher, als du glaubst

Kursverdopplung? Das wären etwa 220 Euro je Aktie (Stand: 29.03.2019). Ja, wieso nicht? Das wäre im Sektorvergleich sogar recht bescheiden. Kollege Mastercard (WKN:A0F602) verteuerte sich innerhalb der letzten fünf Jahre um sagenhafte 220 % (Stand: 29.03.2019).

Skeptiker werden jetzt sagen: „Aber wieso sollte die Wirecard-Aktie diesen Preis mittelfristig wert sein? Und überhaupt: Wie rechnest du da?“

Immer mit der Ruhe! So kompliziert ist meine Rechnung nicht. Als Grundlage verwende ich wenige Standardmessgrößen, von denen du sicher schon einmal gehört hast.

Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) ist dir vielleicht ein Begriff. Schwer zu berechnen ist dieses Verhältnis nicht. Es ist nichts weiter als der Kurs pro Aktie geteilt durch das Ergebnis pro Aktie (KGV = Kurs pro Aktie/Ergebnis pro Aktie).

Ausgehend von dieser Gleichung erkennt man schnell, dass der Kurs pro Aktie das Produkt aus KGV und Ergebnis pro Aktie sein muss (Kurs pro Aktie = KGV * Ergebnis pro Aktie). Um den zukünftigen Kurs pro Aktie zu errechnen, bräuchten wir also nichts weiter als das zukünftige KGV und das zukünftige Ergebnis pro Aktie.

Gut geschätzt zur Kursverdopplung

Ha! Erwischt! An dieser Stelle könnte ich die Rechnung eigentlich aufgeben. Denn selbstverständlich kann ich nicht in die Zukunft sehen.

Trotzdem werde ich mir hier ein paar grobe Schätzungen erlauben. Bei mittelfristigen Prognosen, die sich über nicht mehr als fünf Jahre erstrecken, sehe ich auch keine Gefahr, dass es allzu unrealistisch wird. Was natürlich nicht bedeutet, dass unvorhersehbare Ausnahmesituationen nicht auf einen Schlag alles umreißen können, was man sich zuvor feinsäuberlich zurechtgelegt hat. Diese Gefahr besteht in allen Lebensbereichen. Vor allem an der Börse.

Die erste Idee zur Bestimmung des zukünftigen KGVs der Wirecard-Aktie wäre die Verwendung des durchschnittlichen KGVs der letzten fünf Jahre. Mit einem Wert von etwa 40 handelt es sich um das meiner Erfahrung nach typische KGV einer Wachstumsaktie. Ja, der DAX hat aktuell ein KGV von etwas über 12 (Stand: 29.03.2019). Somit müsste ein KGV von 40 doch eigentlich mittelfristig unhaltbar „teuer“ sein.

Nun, Investoren sind erfahrungsgemäß oft bereit, einen Aufpreis für ein überdurchschnittlich hohes Wachstum zu zahlen. Darüber hinaus sind die KGVs in der „Peer Group“ (Unternehmen, die im selben Bereich tätig sind) von Wirecard auch nicht gerade niedrig. Kollege Paychex (WKN:868284) lieferte 2018 ein KGV von 25, Fiserv (WKN:881793) ein KGV von 23. Über den Daumen gepeilt behaupte ich, hier ein sektorübliches KGV von 25 zu erkennen. Auch wenn ich Wirecard ein mittelfristig stabiles KGV von 40 zutraue, werde ich hier sicherheitshalber den Sektordurchschnitt von 25 verwenden.

Stichwort Wachstum. Das Ergebnis pro Aktie wuchs bei Wirecard in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich etwa 25 % pro Jahr. Geht es in diesem Tempo weiter, wird das Ergebnis in fünf Jahren von 3 Euro pro Aktie (voraussichtliches Ergebnis für 2018) auf etwa 9 Euro pro Aktie gestiegen sein.

Mit einem zukünftigen KGV von 25 und einem zukünftigen Ergebnis pro Aktie von 9 Euro komme ich auf einen zukünftigen Kurs pro Aktie von 225 Euro. Kursverdopplung! (Stand: 29.03.2019)

Meiner Rechnung traue ich, meinen Prognosen traue ich (noch) nicht

Die Rechnung macht Lust auf mehr und weckt wehmütige Erinnerungen an den verpeilten „Tag der Aktie“. Dabei handelt es sich hierbei wohlgemerkt lediglich um die pessimistische Rechnung. Optimisten verwenden ein KGV von 40 und landen bei 360 Euro pro Aktie. Eine Kursverdreifachung wäre rein rechnerisch also durchaus möglich (Stand: 29.03.2019).

Auch wenn die Rechnung einfach, der Zeitraum überschaubar und die Chancen gut sind, kann in fünf Jahren viel passieren. Niederschmetternde Rezessionen, starke Konkurrenten, zähe Bürokratien oder schmierige Skandale können langjährige Wachstumstrends leicht bremsen oder gar platzen lassen. Zum Glück ist Wirecard in einer Branche tätig, wo aus meiner Sicht noch viel Luft nach oben ist.

Trotzdem denke ich, dass es fatal wäre, eine Kursverdopplung in den nächsten fünf Jahren als Naturgesetz zu verinnerlichen. Die einfache Mathematik hinter meiner Rechnung ist verführerisch. Rechnen zu können, aber trotzdem keine allzu hohen Erwartungen zu haben, ist die wahre Herausforderung. Aber wem sage ich das: Investoren, die so denken, haben die Wirecard-Aktie vermutlich ohnehin am „Tag der Aktie“ gekauft. Beim nächsten Mal bin ich schlauer!

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Mastercard.