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Obacht: Telekom setzt auf 2 Wirecard-Konkurrenten, um im Payment-Markt mitzumischen

Der Payment-Markt wächst in atemberaubendem Tempo und mit ihm die Aktien vieler Zahlungsdienstleister. Wo so hohe Gewinne locken, werden natürlich auch ständig neue Wettbewerber angezogen, die ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Dazu gehört auch die Deutsche Telekom (WKN:555750). Bei ihrem Markteinstieg setzt sie allerdings nicht auf Wirecard (WKN:747206), sondern auf zwei Konkurrenten.

Darum geht’s

Es vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht eine große Ankündigung oder eine Übernahme im Umfeld digitaler Bezahltransaktionen gibt. Neben der Rechnungsbegleichung per Karte setzen sich nun in vielen Ländern mobile Bezahl-Apps beschleunigt durch. Das alles funktioniert selbstverständlich nur, wenn es für den Wust an unterschiedlichen Zahlungsmethoden auch eine große Anzahl an Akzeptanzstellen gibt.

Nicht alle Händler sind glücklich über diese Entwicklung. Gerade die kleineren nehmen das Bargeldmanagement nicht unbedingt als Kostenfaktor wahr, weshalb sie dem Druck zur Digitalisierung nur widerwillig nachgeben. Für die digitalen Dienstleistungen müssen sie nämlich einen gewissen Prozentsatz vom Umsatz plus eine Reihe von Entgelten unter anderem für die Hard- und Softwarenutzung entrichten. Das muss erst einmal durch entsprechenden Mehrumsatz aufgewogen werden.

Entsprechend ihrer Erfolgsstrategie, mit unkomplizierten und kundenorientierten Lösungen zu überzeugen, hat die große Tochter T-Mobile US (WKN:A1T7LU) nun ein eigenes Angebot gestartet. Unter der Marke GoPoint wird seit dem 26. März ein mobiles Terminal für kleine und mittelgroße Händler angeboten. Das Geschäftsmodell sieht eine fixe Umsatzbeteiligung von 2,75 % vor, wobei – im Gegensatz zu den bestehenden Angeboten Square (WKN:A143D6) und Clover von First Data Corp (WKN:A142FH) – alle Nebenkosten und viele Einschränkungen wegfallen. Händler können noch am gleichen Tag auf das Geld zugreifen und bis zu 99 Terminals komfortabel unter einem Konto betreiben.

Drei Implikationen, die sich dabei beobachten lassen

Konkurrenten von Wirecard profitieren
Nun ist es ja so, dass auch Wirecard versucht, im Bereich Bezahlterminals Fuß zu fassen. So wurde beispielsweise im Oktober in Brasilien eine große Kampagne mit einem eigenen Gerät gestartet, um am erwarteten exponentiellen Wachstum in Lateinamerika partizipieren zu können. Da wäre es nicht abwegig gewesen, dass die Telekom für ihren Markteintritt auf den hierzulande bekanntesten Spieler zurückgreift.

Aber die US-Tochter agiert natürlich ziemlich unabhängig von der Bonner Zentrale und wählte andere Partner. Das taschenrechnergroße Terminal wird von Ingenico (WKN:870752) aus Frankreich geliefert, ein weltweit führender Anbieter, der auch vermehrt im Kerngeschäft von Wirecard wildert. Softwareseitig wird TSYS (WKN:905328) die Lösung komplettieren, ein klassischer Rivale von Wirecard, der längst auch in Übersee expandiert. TSYS und Ingenico sind bereits 2015 eine Allianz eingegangen, um gemeinsam digitale Bezahllösungen in den USA zu entwickeln und zu vermarkten. Der T-Mobile-Deal ist sicherlich ein Meilenstein für beide.

Für die Telekom ergeben sich gute Cross-Selling-Chancen
Deutlich wird aber auch, dass es T-Mobile hier nicht nur um das Payment-Geschäft geht. Vielmehr stellt es einen guten Weg dar, um näher an Business-Kunden heranzukommen. Wer GoPoint nutzt, der muss auch einen Mobilfunkvertrag bei T-Mobile haben. Daneben hat das Unternehmen gleichzeitig einen Business Marketplace gestartet. Dabei geht es etwa um Büro- und Buchhaltungssoftware sowie nützliche digitale Werkzeuge, die unkompliziert hinzugebucht werden können.

T-Mobile kann auf diese Weise gleichzeitig Neukunden gewinnen, die Kundenbindung verbessern und den Umsatz pro Kunden steigern – eine aussichtsreiche Strategie.

Ein Markteintritt in Deutschland und Österreich dürfte bevorstehen
Ich schätze mal, dass wir auch in Deutschland und Österreich auf absehbare Zeit mit ähnlichen Initiativen rechnen dürfen. Mit T-Pay gab es vor vielen Jahren bereits einen letztlich erfolglosen Vorstoß. Auch die Töchter ClickandBuy und MyWallet wurde 2016 eingestellt. Möglicherweise waren sie alle ihrer Zeit voraus. Wenn GoPoint in den USA ein Erfolg wird, dann wird man sicherlich über das notwendige Selbstbewusstsein verfügen, um eine Rückkehr mit einem etwas anderen Ansatz zu wagen.

Jetzt, wo in Österreich bereits der Startschuss für den 5G-Ausbau gefallen ist, wird der Konzern alles daransetzen, um seine Kundenbasis auszubauen. Bezahlterminals könnten dafür auch diesseits des Atlantiks einen nützlichen Baustein darstellen.

Ein Markt, der immer wieder für Überraschungen gut ist

Die vielen sich überlappenden Rollen im Payment-Universum erschweren es, die Übersicht zu behalten. Aber das Beispiel T-Mobile US belegt erneut, wie sich die Wettbewerbssituation fast täglich intensiviert. Das heißt nicht, dass einem Spieler wie Wirecard plötzlich alle Felle davonschwimmen würden. Dafür sind die Potenziale einfach zu groß. Aber man darf sich auch keine Illusionen machen, dass das hohe Wachstum ewig anhalten wird.

Für TSYS und Ingenico besteht jedoch zunächst Grund zu feiern, und was die Telekom angeht, handelt es sich bei GoPoint meiner Meinung nach um eine risikoarme Initiative mit ausgezeichneten Chancen in verschiedenen Dimensionen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Square. The Motley Fool empfiehlt T-Mobile US.

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