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ETFs oder eigene Aktienauswahl? Welche Strategie für dich die richtige ist

Wenn du dich entschlossen hast, mit dem Investieren in Aktien anzufangen, dann ist das zunächst mal eine super Sache: Wir Fools glauben, dass Aktien eine wunderbare Möglichkeit sind, dich langfristig reicher zu machen. Daher: Meinen Glückwunsch!

Es gibt nun zwei Wege, an die Sache heranzugehen: Möchtest du lieber in kostengünstige Indexfonds (ETFs) investieren? Oder möchtest du deine Aktien selbst auswählen mit dem Ziel, die Durchschnittsrendite zu übertreffen?

Es gibt gute Gründe für beide Varianten, also sehen wir uns die Vor- und Nachteile der beiden Ansätze an und was besser für welchen Anlegertyp geeignet ist. Los gehts!

In ETFs investieren

Langfristig in ETFs zu investieren ist sicherlich die weniger komplizierte Variante: Ein ETF (kurz für Exchange Traded Fund) bildet in der Regel einen bestehenden Aktienindex nach. Wenn der entsprechende Index also um 1 % steigt, tut der ETF dasselbe.

Ein Aktienindex enthält seinerseits wiederum viele verschiedene Aktien. Zum Beispiel gibt es in Deutschland den DAX, der die 30 wichtigsten Aktien aus Deutschland enthält. Über einen DAX-ETF ist man nun indirekt an allen 30 Unternehmen beteiligt, und das mit nur einem Wertpapier. Praktisch, oder?

Da wir nun wissen, was ein ETF ist, schauen wir uns die Vorteile an:

  • Gute Risikostreuung mit wenig Aufwand: Je mehr verschiedene Aktien du hast, desto besser hast du dein Risiko verteilt. Da ein ETF ganz viele Aktien auf einmal abbildet, streust du mit einem ETF dein Risiko hervorragend und ganz automatisch.
  • Auch mit kleinen Beträgen möglich: Bei vielen Anbietern kannst du ETF-Sparpläne mit einer Monatsrate von 25 Euro abschließen – das ist weniger als ein Euro am Tag und damit weniger als der tägliche Kaffee vom Bäcker nebenan. Die Verwaltungsgebühren sind bei den großen ETF-Anbietern verschwindend gering.
  • Es gibt ETFs für alles Mögliche: Mit ETFs kannst du nicht nur in breite Märkte investieren, sondern auch Chancen in einzelnen Branchen nutzen: Wenn du für Nahrungsmittelaktien in Europa Aufwärtspotenzial siehst, dann findest du auch dafür einen ETF.

Naturgemäß bringt das Investieren in ETFs den Nachteil mit sich, dass du keine Kontrolle über die Einzelinvestments hast. Nehmen wir an, du möchtest breit in den deutschen Aktienmarkt investieren, aber ohne die Aktie der Deutschen Bank zu besitzen. Über einen ETF geht das leider nicht: Da die Deutsche Bank aktuell im DAX enthalten ist, befindet sie sich auch in jedem DAX-ETF, und du hast keine Möglichkeit, das zu verhindern.

In Einzelaktien investieren

Nun wissen wir also über die ETFs Bescheid – Zeit, sich um die Investitionen in Einzelaktien zu kümmern. Hier wählst du deine Aktien nach deinen ganz eigenen Kriterien aus.

Wir Fools sind Fans der sogenannten Fundamentalanalyse: Dabei betrachtet man das Geschäftsmodell und die Finanzzahlen des Unternehmens, und ob der Preis der Aktie im Verhältnis zu verschiedenen Unternehmenskennzahlen attraktiv erscheint.

Kommen wir zu den Vorteilen der Einzelaktienauswahl:

  • Chance auf eine marktschlagende Rendite: Wenn du das Geschick (oder das Glück) hast, langfristig auf die richtigen Aktien zu setzen, dann erzielst du eine Rendite, die über der des breiten Aktienmarktes liegt. Der Starinvestor Warren Buffett zum Beispiel zählt zu den Leuten, denen das langfristig gelungen ist.
  • Individuelle Zusammenstellung des Portfolios: Du ganz allein entscheidest, welche Aktien du haben möchtest. Wenn die Aktie der Deutschen Bank nicht dazuzählt, dann kaufst du sie eben nicht.

Die Chance auf eine tolle Rendite bringt aber auch einige Nachteile mit sich:

  • Risiko einer unterdurchschnittlichen Rendite: Was gut laufen kann, das kann natürlich auch schlecht laufen. Wenn du langfristig auf die falschen Aktien setzt, dann wird sich dein Depot schlechter entwickeln als der Durchschnitt.
  • Zeit und Kenntnisse zur Unternehmensanalyse notwendig: Ein Geschäftsmodell komplett zu verstehen und eine Aktie zu bewerten, dauert lange und verlangt einiges an Wissen. In Einzelaktien solltest du nur investieren, wenn du Zeit und Lust hast, dich mit deinen Unternehmen zu beschäftigen.
  • Höherer Kapitalbedarf: Während du mit ETFs schon ab 25 Euro im Monat ein breit gestreutes Depot aufbauen kannst, kommst du bei Einzelaktien nicht so günstig weg.

Also was nun?

Fassen wir noch einmal zusammen: Möchtest du einfach nur die langfristigen Chancen der Aktienmärkte nutzen, ohne dich zu sehr mit dem Thema auseinanderzusetzen und große Summen zu investieren? Dann dürften ETFs eher etwas für dich sein. Selbst Warren Buffett, der seinerseits eine eigene Aktienauswahl betreibt, denkt, dass ETFs für die allermeisten Privatanleger die beste Lösung sind.

Wenn du bereit bist, dich stärker mit dem Thema zu befassen, um die Möglichkeit auf eine marktschlagende Rendite zu haben, dann sind Einzelaktien vielleicht die bessere Lösung für dich.

Egal welchen der beiden Wege du einschlägst: Hier auf Fool.de findest du unzählige Artikel, die dich auf beiden Wegen unterstützen. Hauptsache, du bleibst unserem Foolishen Grundsatz treu und investierst langfristig!

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Christoph Gössel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.