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Die Marihuana-Industrie: Alles, was man wissen muss

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Die Öffnung des kanadischen Marktes für Marihuana für den Freizeitkonsum Erwachsener im Oktober 2018 verbesserte die Chancen, dass Marihuana in anderen entwickelten Ländern legal wird. Weltweit schätzen die Vereinten Nationen, dass jedes Jahr 150 Mrd. US-Dollar für Marihuana ausgegeben werden, sodass die Legalisierung eine massive Marktchance für Anbaubetriebe, Verarbeiter und Einzelhändler darstellt. Bist du bereit, vom Pot zu profitieren? Lies weiter, um herauszufinden, ob Investitionen in die Marihuana-Industrie der richtige Schritt für dich sind.

Eine leistungsstarke Anlage

Cannabis hat eine lange Geschichte des industriellen, Freizeit- und medizinischen Konsums. In China wurde Cannabis in Form von Hanf bereits um 10.000 v. Chr. zur Herstellung von Seilen verwendet, genauso, wie Hanf heutzutage auch zur Herstellung von Segeln, Papier und Kleidung genutzt wird – und industrieller Hanf war für die Kolonialwirtschaft so wichtig, dass die Siedler mit Hanfsamen in der Hand nach Amerika kamen und die englische Krone von jedem Landwirt verlangte, etwas Land zur Verfügung zu stellen, um es damit zu bewirtschaften.

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Eine gereinigte Form von Cannabis, genannt Haschisch, wird im Nahen Osten seit mindestens 800 n. Chr. geraucht und hat eine lange Geschichte des Konsums in Indien, wo es in alten Texten erwähnt wird. Bhang, ein Marihuana-Getränk, war ein Grundnahrungsmittel für Sikh-Krieger vor dem Kampf und wird heute noch häufig in Indien konsumiert.

Auch die medizinischen Anwendungen von Marihuana sind gut dokumentiert. Cannabis enthält mehr als 100 Chemikalien, die als Cannabinoide bezeichnet werden und mit dem natürlichen Endocannabinoidsystem des Menschen interagieren können. Dieses natürliche biologische System hilft unserem Körper, physiologische und kognitive Funktionen zu steuern, einschließlich Appetit, Schmerz und Stimmung.

Es gibt zwei primäre Endocannabinoidrezeptoren: CB1 und CB2. CB1-Rezeptoren befinden sich meist im zentralen Nervensystem, während CB2-Rezeptoren meist im Immunsystem vorkommen. Die Interaktion von Tetrahydrocannabinol (THC, das häufigste chemische Cannabinoid) mit CB1 ist es, die das High-Werden durch Marihuana verursacht, während die direkte und indirekte Interaktion von Cannabidiol (CBD), dem zweithäufigsten Cannabinoid, mit CB1 und CB2 medizinische Vorteile bietet, einschließlich der effektiven Reduzierung von Anfällen bei Epilepsiepatienten.

Wie Marihuana illegal wurde

Nach einer weit verbreiteten Opiumepidemie im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden die Amerikaner zunehmend besorgt über bewusstseinsverändernde Medikamente.

Es begann mit Ärzten, die häufig Opium zur Schmerzlinderung bei Soldaten verschrieben, die aus dem Bürgerkrieg zurückkehrten. Die Situation verschärfte sich durch die Einwanderung aus China, wo der Freizeitgebrauch von Opium üblich war. Dutzende verschiedene US-Städte erleichterten den Gebrauch des Medikaments wegen der bewusstseinsverändernden Wirkung und es kam zu einer nationalen Krise. Bis 1895 war einer von 200 Amerikanern auf die eine oder andere Weise von Opiatabhängigkeit betroffen und bis 1900 hatte die Verwendung von Opium und Morphium, einem weiteren starken Opiat, in Amerika epidemische Ausmaße angenommen. Das führte zu Bundesgesetzen zur Reduzierung des Opiatkonsums im Jahr 1909, und 1914 verbot der Harrison Narcotic Act den Freizeitgebrauch vollständig.

Gleichzeitig stieg die Sorge um die negativen Auswirkungen des weit verbreiteten Alkoholkonsums. 1918 verabschiedete der Kongress den Wartime Prohibition Act, der Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,28 % verbot, und 1919 verabschiedete er die 18. Änderung der US-Verfassung, die Alkohol völlig verbot.

Daher ist es nicht überraschend, dass auch Marihuana unter die Lupe genommen wurde. Der Gebrauch von Marihuana als Medizin hatte in den USA im Laufe des 19. Jahrhunderts zugenommen, insbesondere bei Magen-Darm-Problemen. Der Freizeitkonsum expandierte auch deutlich durch die Einwanderung aus Mexiko, wo der Konsum weit verbreitet war. Einzelstaaten, die befürchteten, dass der zunehmende Marihuana-Konsum zu einer opiat- oder alkoholähnlichen Epidemie führen könnte, verabschiedeten in den 1920er- und 1930er-Jahren Gesetze gegen Marihuana; als der Marijuana Tax Act 1937 verabschiedet wurde, wurde Marihuana landesweit illegal.

Cannabis geriet 1961 zunehmend unter die Lupe, als die meisten Industrieländer einen Vertrag mit dem Titel Single Convention on Narcotic Drugs unterzeichneten. Es folgte 1970 der U.S. Controlled Substances Act, der Marihuana als eine kontrollierte Substanz nach Schedule I klassifizierte und damit die moderne Ära des Marihuana-Verbotes schuf.

Marihuana-Legalisierungsbemühungen

Trotz solcher Gesetze und Verträge, die den Gebrauch von Marihuana verbieten, nimmt die weltweite Dynamik zugunsten der Legalisierung stetig zu. Zuerst betrafen zahlreiche Vorstöße den medizinischen Marihuana-Gebrauch, aber unterdessen gibt es auch immer mehr Unterstützung für den Freizeitgebrauch durch Erwachsene.

1996 war Kalifornien der erste US-Bundesstaat, der Gesetze verabschiedete, die die medizinische Verwendung von Marihuana erlaubten. Seitdem sind 33 Staaten dem Beispiel gefolgt und alle bis auf drei der 50 US-Bundesstaaten haben CBD legalisiert. Im Jahr 2012 verabschiedeten Colorado und der Staat Washington als erste Gesetze, die Märkte für den Freizeitkonsum schufen, und bis Februar 2019 folgten sieben weitere Staaten (darunter Kalifornien, wo im Januar 2018 ein landesweiter Freizeitmarkt eröffnet wurde).

Trotz Maßnahmen zum Abbau von Barrieren für den Marihuana-Zugang in den einzelnen Staaten bleibt die Substanz auf Bundesebene illegal. Unter Präsident Obama wies das Justizministerium Bundesanwälte an, die meisten Marihuana-Straftaten in Staaten mit Pro-Pot-Gesetzen für Freizeitkonsum vonseiten des Bundes nicht zu verfolgen. Allerdings behindern Bundesgesetze den Markt immer noch, indem sie den Zugang zu Bankdienstleistungen einschränken und Branchenteilnehmer von verschiedenen Steuerabzügen ausschließen.

In Kanada ist die Situation anders. Kanadas nationaler Markt für medizinisches Marihuana hat sich seit der Einführung eines Lizenzsystems im Jahr 2014 entwickelt. Im Jahr 2018 war Kanada das erste der entwickelten Länder der G8, das einen nationalen Markt für die Verwendung von Marihuana für Erwachsene eröffnete.

Auch in Deutschland gibt es eine wachsende Dynamik bei der Legalisierung von Marihuana, wo 2017 ein nationaler Markt für medizinisches Marihuana geschaffen wurde. Auch andere bedeutende Länder der Europäischen Union scheinen bereit zu sein, die Tür für medizinisches Marihuana zu öffnen. So haben beispielsweise kanadische Cannabis-Unternehmen nach einer Entscheidung von 2018, die eine begrenzte Verwendung dort erlaubt, damit begonnen, medizinisches Marihuana nach Großbritannien zu liefern. Andernorts haben 14 souveräne Länder mit Februar 2019 Gesetze zur Legalisierung von medizinischem Marihuana erlassen, darunter Australien.

Eine Marihuana-Industrie-Fibel

Trotz all der genannten Entwicklungen finden die meisten Marihuana-Verkäufe noch immer auf dem Schwarzmarkt statt. Von den mehr als 150 Mrd. US-Dollar pro Jahr, die nach Schätzungen der Vereinten Nationen weltweit für Marihuana ausgegeben werden, wird nur ein kleiner Teil von Unternehmen eingesteckt, die legal arbeiten. Dabei schätzt Statistics Canada, dass die Kanadier im Jahr 2018 6 Mrd. kanadische Dollar für Marihuana ausgaben, aber die legalen Umsätze für medizinische Zwecke lagen nur im Bereich einiger hundert Millionen und die Freizeitmärkte waren nur für zwei Monate in diesem Jahr geöffnet.

Ähnlich ist die Situation in den USA, wo der Marihuana-Markt jährlich 50 Mrd. US-Dollar wert ist. Die gesamten zugelassenen Marihuana-Verkäufe betrugen allerdings gerade einmal 8,4 Mrd. US-Dollar im Jahr 2018, einschließlich 4 Mrd. US-Dollar an medizinischen Verkäufen, wie Matt Karnes von GreenWave Advisors schätzt.

Das heißt, mehr und mehr Marihuana-Verkäufe werden sich auf legale Märkte verlagern, und das setzt voraus, die Branchen zu verstehen, die von diesem Trend profitieren – und dazu gehören Anbaubetriebe, Verarbeiter, Einzelhändler, Lieferanten und Arzneimittelhersteller.

Marihuana-Anbauer

Der Cannabis-Anbau ist ein bedeutendes Geschäft und es ist wahrscheinlich, dass es durch die Verabschiedung des U.S. Farm Bill im Jahr 2018 größer wird. Dieser Gesetzentwurf strich Hanf von der Liste der kontrollierten Substanzen und ebnete den Weg für Cannabis-Unternehmen, mehr Hanf in speziellen Indoor-Anlagen, Gewächshäusern und auf Farmen in Amerika anzubauen. Der billigste Weg, Cannabis anzubauen, ist im Freien, aber es ist schwieriger, draußen den Ertrag zu maximieren und die Qualität hoch zu halten. Indoor-Anlagen bieten die besten Voraussetzungen für den Anbau, aber sie sind teurer als Gewächshäuser, sodass die meisten Anbaubetriebe stattdessen reguläre Gewächshäuser nutzen.

Marihuana-Verarbeiter

Getrocknete Marihuana-Blüten machen einen großen Anteil der Marihuanaverkäufe aus, aber Unternehmen verarbeiten zunehmend auch Cannabis, um chemische Cannabinoide zu extrahieren und damit Mehrwertprodukte wie Öle herzustellen. Diese aus Cannabis gewonnenen Konzentrate können an die Verbraucher zu einem höheren Grammpreis als Trockenblumen verkauft werden oder sie können als Zutaten für andere Produkte wie Lebensmittel und Getränke verwendet werden.

Marihuana-Einzelhändler

In einigen Ländern können Verbraucher Marihuana in Onlineshops kaufen, aber meistens wird es in physischen Geschäften gekauft, die als Apotheken bezeichnet werden.

Lieferanten der Marihuana-Industrie

Der Anbau von Marihuana in Indoor-Anlagen erfordert spezielle Geräte, die Extraktion von Cannabinoiden aus Marihuana erfordert Chemikalien und die Verpackung von Marihuana wird von Regierungen reguliert, um den Konsum durch Minderjährige zu verhindern. Daher sehen spezialisierte Anbieter eine steigende Nachfrage, auch wegen der Marihuana-Legalisierung.

Marihuana-Medikamentenhersteller

Es war für Wissenschaftler lange Zeit sehr schwierig, ausreichende Mengen an Marihuana in Forschungsqualität für klinische Studien zu erwerben. Diese Hindernisse verschwinden zunehmend und veranlassen die Unternehmen, mehr Studien zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit von Marihuana als Medikament zu starten. Wenn diese Studien erfolgreich sind, könnten sie die Zulassung neuer Cannabis-Medikamente durch die Food and Drug Administration (FDA) unterstützen und so das Marihuana-Verbot an Orten umgehen, an denen es illegal bleibt, während auf diese Weise gleichzeitig eine patentgeschützte Einnahmequelle entstünde.

Möglichkeiten, in Marihuana zu investieren

Wenn du daran interessiert bist, von Pot zu profitieren, kannst du Exchange Traded Funds (ETFs) oder einzelne Aktien in Betracht ziehen.

ETFs bündeln Geld von vielen Investoren, sodass sie viele Aktien besitzen können. Daher bieten ETFs eine einfache Möglichkeit, ein breites Engagement in Pot-Aktien zu erzielen. ETFs haben jedoch Nachteile. Marihuana-ETFs müssen über einen Broker gekauft werden, sodass du bei jedem Kauf oder Verkauf eine Provision zahlen musst. Außerdem zahlst du jährliche Gebühren (normalerweise ausgedrückt als Prozentsatz des Vermögens) an das Unternehmen, das den ETF verwaltet. Darüber hinaus können ETFs Aktien häufiger kaufen oder verkaufen, als du vielleicht willst, was zu unerwarteten Kapitalertragssteuern führt.

ETFs bieten dir mehr Diversifikation, aber einzelne Aktien ermöglichen es dir, in die Unternehmen zu investieren, für die du dich am meisten interessierst. Wenn du deine Aktien länger als ein Jahr hältst, kann der Kauf einzelner Aktien auch deine Kapitalertragssteuern begrenzen. Außerdem zahlst du keine Managementgebühr, wenn du einzelne Aktien selbst kaufst. Aber du zahlst immer noch Provisionen, wenn du einzelne Aktien kaufst oder verkaufst, und das Risiko kann groß sein, wenn du in eine Aktie investierst, die fällt.

Interessierte Investoren sollten auch wissen, dass die meisten Cannabis-Aktien nicht an den großen US-Börsen gehandelt werden. Marihuana-Unternehmen, die an großen Börsen notiert sind, können keine Geschäfte machen, wo es auf Bundesebene illegal ist, sodass Cannabis-Unternehmen entweder den US-Markt meiden oder sich dafür entscheiden, auf die Notierung ihrer Aktien an der New York Stock Exchange oder der Nasdaq zu verzichten.

Infolgedessen könnte das Unternehmen, das du kaufen möchtest, am weniger regulierten Freiverkehrsmarkt (OTC) notiert sein oder an einer ausländischen Börse, wie der Toronto Stock Exchange, verfügbar sein. OTC-Aktien unterliegen jedoch nicht den gleichen strengen finanziellen Anforderungen wie Aktien, die an großen Börsen notiert sind. Zudem können OTC-Aktien aufgrund des begrenzten Handelsvolumens und der geringen Preistransparenz volatil sein. Möglicherweise muss man von seinem Broker spezielle Genehmigungen einholen, um ausländische Aktien zu kaufen, und der Handel damit bedeutet, Währungsrisiken zu akzeptieren, die deine Gewinne mindern können.

Allerdings kann dieser Nachteil für den einzelnen Aktienanleger in Zukunft weniger problematisch werden. Eine Handvoll Unternehmen, die sich auf den Marihuana-Markt außerhalb der USA konzentrieren, notierten ihre Aktien 2018 an der NYSE oder Nasdaq, und weitere Unternehmen könnten folgen – vor allem, wenn sie sich auf Hanf konzentrieren, was angesichts der Farm Bill auch auf Bundesebene nicht mehr illegal ist.

Marihuana-Anbauer: Aktien zum Kaufen

Canopy Growth (WKN:A140QA) und Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) sind die beiden größten globalen Marihuana-Unternehmen und glücklicherweise werden Aktien beider Unternehmen heute an der New York Stock Exchange gehandelt.

Canopy Growth macht keine genauen Angaben dazu, wie viel Marihuana das Unternehmen in Zukunft produzieren will, aber sein durchschnittlicher jährlicher Quartalsumsatz war Ende 2018 in einer Größenordnung von mehr als 300 Mio. kanadischen Dollar. Aurora Cannabis gibt an, dass das Unternehmen die Produktion von mehr als 500.000 Kilogramm Marihuana pro Jahr anstrebt; 2018 betrug sein Umsatz 121 Mio. CAD.

Die meisten Einnahmen dieser Unternehmen stammten in der Vergangenheit aus dem kanadischen Markt für medizinisches Marihuana. Canopy Growth schätzt seinen Marktanteil beim medizinischen Marihuana auf über 30 % und obwohl Aurora Cannabis kleiner ist, hatte das Unternehmen bis Ende Dezember 2018 immerhin 73.579 aktive registrierte Patienten.

In Zukunft werden beide Unternehmen jedoch voraussichtlich einen steigenden Anteil der Umsätze auf dem kanadischen Freizeitmarkt für Erwachsene generieren. Der Verkauf von Freizeitprodukten bei den Nachbarn im Norden begann am 17. Oktober 2018, und wenn dieser Markt reift, könnte er eine Chance von mehreren Milliarden US-Dollar darstellen. Laut Deloitte könnte der Umsatz in Kanada 2019 im Bereich zwischen 1,8 und 4,3 Mrd. kanadischen Dollar liegen. (Im Vergleich dazu denkt Deloitte, dass die Umsätze mit medizinischem Marihuana im gleichen Zeitraum zwischen 770 Mio. und 1,79 Mrd. liegen werden.)

Investoren, die an diesen beiden Produzenten interessiert sind, sollten wissen, dass nur einer von ihnen eine Investition von einem bedeutenden US-Unternehmen erhalten hat. Im Jahr 2018 erwarb das Bier-, Wein- und Spirituosenunternehmen Constellation Brands (WKN:871918) eine 38-prozentige Beteiligung an Canopy Growth für rund 4 Mrd. US-Dollar. Die Investition verschafft Canopy Growth einen Vorteil gegenüber Aurora Cannabis, indem sie finanzielle Flexibilität bietet, die Canopy für den Eintritt in neue Märkte nutzen könnte, sowie Marketing-, Vertriebs- und Regulierungserfahrung, die das Unternehmen nutzen kann. Im Januar 2019 kündigte das Management von Canopy an, dass bis zu 150 Mio. US-Dollar dieses Geldregens für einen innovativen „Hanf-Industriepark“ im Bundesstaat New York ausgegeben werden, was das Unternehmen zum ersten kanadischen Erzeuger macht, der nach der Verabschiedung der U.S. Farm Bill in den Vereinigten Staaten aktiv werden will.

Obwohl Aurora Cannabis noch keinen Großinvestor vorgestellt hat, ist Aurora wohl der aggressivste Käufer von Cannabis-Unternehmen und es besteht die Chance, dass sich ein Verehrer meldet. Im Jahr 2018 erwarb Aurora unter anderem die bedeutenden medizinischen Marihuana-Unternehmen CannaMed und MedReleaf, was die Produktpalette zu einer der attraktivsten der Branche macht. Zum 31. Dezember 2018 betrug der Marktanteil von Aurora Cannabis 20 %, während der Marktanteil von Canopy Growth nach den Zahlen von Aurora oberhalb von 50 % hätte liegen können. Infolgedessen sind das die beiden größten Züchter, die auf dem Radar jedes Investors sein sollten.

Marihuana-Lieferanten: Aktien zum Kaufen

Es gibt noch andere Marihuana-Zulieferer, aber Scotts Miracle Gro (WKN:883369) und KushCo Holdings (WKN:A2ATJ3) sind die beiden größten börsennotierten, die wir kaufen können.

Scotts Miracle-Gro ist vor allem für seine Pflanzennährstoff- und Cannabis-Schädlingsbekämpfungsprodukte bekannt, aber das Unternehmen hat auch aggressiv Hydroponik- und Beleuchtungsunternehmen erworben, um sich als einer der größten Anbieter von Produkten für die Marihuana-Industrie zu positionieren. Das Unternehmen bündelt dieses Geschäft unter dem Namen Hawthorne. Hawthorne beendete das Jahr 2018 mit einem Quartalsumsatz von 140,8 Mio. US-Dollar, ein Plus von 84 % gegenüber dem Vorjahr, vor allem wegen der 450 Mio. US-Dollar umfassenden Übernahme des bedeutenden Hydroponik-Anbieters Sunlight Supply im Jahr 2018.

Sunlight Supply hat 2017 den Umsatz von Hawthorne von 290 Mio. US-Dollar um 460 Mio. US-Dollar erhöht, sodass es sich um eine bahnbrechende Übernahme für Scotts Miracle-Gro handelte. Allerdings war das Hydrokulturgeschäft nicht ohne Stolpersteine. Es genoss ein schnelles Wachstum in Orten wie Colorado nach der Legalisierung, aber die Nachfrage verlangsamte sich 2018, da das Überangebot in reifen Märkten einen Rückgang der Marihuana-Großhandelspreise verursachte. Diese Verlangsamung der Nachfrage dürfte jedoch vorübergehend sein. Rückenwind, der von Änderungen bei der Hanfgesetzgebung und der Legalisierung von Marihuana in weiteren Staaten ausgeht, könnte helfen, das Umsatzwachstum im Jahr 2019 zu steigern.

Im Gegensatz zu Scotts Miracle-Gro konzentriert sich KushCo Holdings auf die Verpackung und Verarbeitung von Marihuana. Das Unternehmen bietet spezielle Verpackungen wie z. B. manipulationssichere Flaschen, die den strengen Vorschriften auf den legalen Marihuana-Märkten entsprechen. Es ist das größte der Verpackungsunternehmen in diesem Bereich und sein Umsatz stieg 2018 dank der Öffnung des kalifornischen Marktes für Erwachsene, der wachsenden Nachfrage in Kanada und neuer Einrichtungen für neue Märkte an der Ostküste (einschließlich Massachusetts). Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2018 um 177 % auf 52 Mio. US-Dollar und diese Zahl wird voraussichtlich im Geschäftsjahr 2019 bei über 110 Mio. US-Dollar liegen. Neben Verpackungen vertreibt die KushCo-Abteilung Kush Energy auch Lösungsmittel, die zur Herstellung von Marihuana-Konzentraten verwendet werden.

Marihuana-Apotheken: Aktien zum Kaufen

Der Marihuana-Einzelhandelsmarkt besteht aus E-Commerce-Unternehmen und traditionellen Apotheken. Eine der besten Möglichkeiten, vom wachsenden Onlineumsatz zu profitieren, ist die Investition in die führende E-Commerce-Plattform Shopify (WKN:A14TJP). Der Apothekenmarkt ist stark fragmentiert, mit vielen kleinen Akteuren, aber Curaleaf Holdings (WKN:A2N8GY) und MedMen (WKN:A2JM6N) haben die Chance, zwei der größten Einzelhändler in diesem Bereich in Amerika zu werden.

Unternehmen aus allen Branchen nutzen die Internetsoftwarelösungen von Shopify, um ihre Online- und physischen Filialen zu verwalten. Das Unternehmen hat E-Commerce-Deals für Cannabis in wichtigen kanadischen Provinzen abgeschlossen, darunter Ontario, der größte Markt Kanadas. Darüber hinaus hat das Unternehmen Aufträge mit vertikal integrierten Unternehmen erhalten, die in Kanada Niederlassungen betreiben. Der Erfolg beim Abschluss von Deals, die Anbaubetrieben, Verarbeitern und Händlern helfen sollen, die Vorschriften einzuhalten, bietet dem Unternehmen eine Plattform, die es in Zukunft nutzen kann, um zusätzliche Märkte zu bedienen, die Marihuana legalisieren.

Shopify ist jedoch weit entfernt davon, eine reine Marihuana-Anlage zu sein. Der Umsatz von Shopify belief sich 2018 auf 1,07 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 59 % gegenüber 2017; das Unternehmen konnte nicht beziffern, wie viel Cannabis zu dieser Zahl beigetragen hat, aber wir können davon ausgehen, dass es kein wesentlicher Umsatztreiber war. Dennoch ist Shopify ein bedeutendes, schnell wachsendes Unternehmen, das Gewinne erzielt, und zukünftige Cannabis-Einnahmen machen es nur zu einem attraktiveren Wachstumswert, den man in Betracht ziehen sollte.

Was Curaleaf betrifft, so betreibt das Unternehmen Stand Januar 2019 42 Apotheken in den USA und vertrieb Marihuana aus 12 Anbaugebieten in 10 Einrichtungen in 13 Staaten. Curaleaf hofft, dass bis Ende dieses Jahres 69 Apotheken eröffnet werden. Der größte Teil des Umsatzes (98 % bis Ende 2018) stammt aus dem Verkauf von medizinischen Marihuana-Produkten unter der Eigenmarke, aber da in verschiedenen Staaten mit bestehenden Apotheken zum Vertrieb von medizinischem Marihuana auch Gesetze zum Freizeitkonsum verabschiedet werden, dürfte sich der Umsatzmix verschieben.

Curaleaf ist aktuell in erster Linie an der Ostküste aktiv. Gemessen an der Anzahl der Filialen ist Florida der bedeutendste Bundesstaat mit 22 Standorten im Februar 2019, wo zudem weitere 13 bis zum Jahresende geplant sind. Bundesweit plant das Management, 2019 etwa einen neuen Markt pro Woche zu eröffnen. Es gibt auch die Möglichkeit, durch Übernahmen zu wachsen; der Börsengang des Unternehmens im Oktober 2018 brachte mehr als 400 Mio. US-Dollar in die Bilanz.

Auch MedMen hat große Erwartungen. Das Unternehmen betreibt 20 Apotheken in fünf Staaten, darunter neun Filialen in Kalifornien. Diese kalifornischen Geschäfte machten 2018 90 % des Umsatzes aus, aber ein Deal zum Erwerb des medizinischen Marihuana-Produzenten PharmaCann wird das Unternehmen eine Präsenz in weiteren Staaten geben. Wenn der Deal reibungslos verläuft, wird die Anzahl der MedMen-Läden auf 30 Apotheken erhöht mit der Möglichkeit, bis zu 78 Filialen in 12 Staaten zu eröffnen. Allerdings kann eine Anlage in MedMen verglichen mit Curaleaf riskanter sein, weil das Unternehmen nicht so viel Geld auf der Bank hat. Zum Ende des Geschäftsjahres 2018 betrug der Bargeldbestand von MedMen 79 Mio. US-Dollar.

Marihuana-Arzneimittel: Aktien zum Kaufen

Wenn du daran interessiert bist, in Marihuana-Medikamentenhersteller zu investieren, kannst du in Anbaubetriebe investieren, die klinische Studien durchführen, einschließlich Canopy Growth. Aber wenn du in ein Unternehmen mit einem FDA-zugelassenen CBD-Medikament auf dem Markt in den USA investieren willst, ist GW Pharmaceuticals (WKN:693692) deine einzige Option.

GW Pharmaceuticals ist ein in Großbritannien ansässiger Medikamentenentwickler, der seit den 90er-Jahren die Sicherheit und Wirksamkeit der Cannabinoide von Marihuana untersucht. Das THC-Medikament Sativex, das die Muskelspastik bei Multipler Sklerose behandelt, wird seit Jahren in der Europäischen Union vermarktet, aber das Unternehmen hat erst kürzlich sein erstes Medikament, Epidiolex, in Amerika auf den Markt gebracht.

Epidiolex ist ein gereinigtes CBD-Öl, das 2018 nach Humanstudien grünes Licht der FDA erhielt, die zeigen, dass es Anfälle bei Patienten mit zwei behandlungsresistenten Formen von Epilepsie reduziert, dem Dravet-Syndrom und dem Lennox-Gastaut-Syndrom. Diese Formen der Epilepsie können lähmend sein und bestehende antiepileptische Medikamente haben sich in der Vergangenheit als unzureichend erwiesen, um sie zu kontrollieren. Den Studien zufolge reduzierte Epidiolex die Anzahl der monatlichen Anfälle um 40 bis 50 %. Seine Wirksamkeit führte zum Okay der FDA im Juni 2018 und es wurde offiziell im November verfügbar, nachdem die Drug Enforcement Agency es als ein Medikament der Anlage V eingestuft hatte. Die am wenigsten strenge Klassifizierung in der Liste, Anlage V, beinhaltet auch Hustensaft mit Kodein.

Das Dravet-Syndrom und das Lennox-Gastaut-Syndrom sind selten und betreffen etwa 70.000 Menschen, aber wenn Epidiolex seinen Weg in die breitere Anwendung finden kann, könnte das Potenzial massiv sein. GW Pharmaceuticals hat den Preis bei 32.500 US-Dollar pro Jahr angesetzt und erwartet, dass die Versicherer das größtenteils auch bezahlen. Etwa ein Drittel der 3,4 Mio. Menschen in den USA mit Epilepsie reagieren nicht ausreichend auf bestehende Behandlungsalternativen.

Ignoriere nicht die Risiken

Trotz der Größe des Potenzials, das mit der Legalisierung von 150 Mrd. US-Dollar an globalen Marihuana-Verkäufen verbunden ist, ist eine Marihuana-Investition nichts für Investoren mit schlechten Nerven. Die Branche ist noch im Entstehen begriffen und viele der Unternehmen, die heute nach Marktanteilen streben, können ihre himmelhohen Vorhersagen noch revidieren – oder, schlimmer noch, in Konkurs gehen. Dennoch ist das Potenzial hier groß genug, um die Aufmerksamkeit der Investoren zu erregen. Stelle nur sicher, dass du bereit bist, deine Hausaufgaben zu machen. Du solltest die Branche und die Unternehmen gründlich verstehen, bevor du kaufst.

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Dieser Artikel wurde von Todd Campbell auf Englisch verfasst und am 06.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Shopify und empfiehlt es. The Motley Fool empfiehlt Constellation Brands und KushCo Holdings.

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