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Was ist der Unterschied zwischen Aktien und Anleihen?

Selbst wenn du nicht viel übers Investieren weißt, verfügst du wahrscheinlich über das grundlegende Wissen, dass ein Portfolio zwischen Aktien und Anleihen diversifiziert werden sollte und dass das richtige Verhältnis von Aktien zu Anleihen von deinem Alter und deiner Risikobereitschaft abhängt. Aber weißt du auch, warum?

Es geht um das Gleichgewicht zwischen Risiko und Ertrag. Aktien und Anleihen sind zwei verschiedene Arten von Investitionen, und sie weisen bestimmte Merkmale auf, die auf unterschiedliche Weise für oder gegen dich arbeiten. Hier ist ein genauerer Blick auf diese beiden Anlageklassen und warum sie in dein Portfolio gehören.

Was sind Aktien?

Wenn du Aktien eines Unternehmens kaufst, kaufst du einen Teil dieses Unternehmens und wirst im Wesentlichen Teilhaber. Wie viel du besitzt, hängt davon ab, wie viele Aktien du besitzt, verglichen mit der Gesamtzahl der Aktien, die von den anderen gehalten werden. Wenn ein Unternehmen z. B. eine Million Aktien hat und du eine besitzt, dann beträgt deine Beteiligung 1/1.000.000 bzw. ein Millionstel.

Aktien generieren Einnahmen auf zwei Arten.

Erstens, wenn es dem Unternehmen gut geht, steigt sein Aktienkurs, was bedeutet, dass der Wert der Aktien steigt. Wenn du eine Aktie kaufst und hältst, die im Laufe der Zeit an Wert gewinnt, wirst du Geld verdienen, wenn du sie verkaufst, weil du sie zu einem höheren Kurs verkaufst als du dafür bezahlt hast. Wenn du z. B. eine Aktie für 100 US-Dollar pro Aktie kaufst, und zwei Jahre später ist sie 200 US-Dollar pro Aktie wert, hast du dein Geld verdoppelt und einen Gewinn von 100 % erzielt.

Eine weitere Möglichkeit, wie die Investoren Einnahmen aus Aktien erzielen, sind Dividenden. Das sind regelmäßige Ausschüttungen, die einige Unternehmen an die Aktionäre zahlen. Aber selbst Dividenden-zahlende Unternehmen garantieren nicht, dass sie die Dividende weiterhin zahlen werden, da sie davon abhängt, wie sich das Unternehmen entwickelt.

Es gibt zwei Haupttypen von Aktien: Stammaktien und Vorzugsaktien. Stammaktien geben den Aktionären das Recht, über die Richtlinien eines Unternehmens und den Verwaltungsrat abzustimmen. Vorzugsaktien umfassen in der Regel keine Stimmrechte, aber die Aktionäre erhalten Auszahlungen und Dividenden vor den Stamm-Aktionären, so dass die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass du deine Investition verlierst, wenn das Unternehmen den Bach runtergeht.

Aktien sind riskantere Investitionen als Anleihen, denn wenn der Aktienwert eines Unternehmens sinkt, könntest du viel Geld verlieren, und wenn das Unternehmen untergeht, könntest du alles verlieren, was du investiert hast. Aktien sind dafür bekannt, dass sie kurzfristig volatil sind, aber auf lange Sicht haben sie in der Vergangenheit höhere Renditen erzielt als Anleihen. Seit 1926 sind Aktien durchschnittlich um 10 % pro Jahr gestiegen, während Anleihen durchschnittlich nur 5-6 % pro Jahr eingebracht haben, so Morningstar.

Was sind Anleihen?

Anleihen sind Schulden. Die Anleihegläubiger verleihen im Wesentlichen Geld an das Unternehmen, das die Anleihe ausgegeben hat, mit der Maßgabe, dass es über einen bestimmten Zeitraum mit Zinsen zurückgezahlt wird. Du kannst Anleihen von Unternehmen (Unternehmensanleihen) oder von Bundesregierungen (Treasury Anleihen oder T-Anleihen) und Kommunen (Muni-Anleihen) erwerben.

Du verdienst Geld, wenn das Unternehmen dir Zinsen zahlt. Wenn du eine 1.000-US-Dollar-Anleihe mit einem jährlichen Zinssatz (oder Kupon) von 4 % hast, erhältst du 40 US-Dollar pro Jahr (4 % von 1.000 US-Dollar), bis die Anleihe fällig wird oder abläuft. Zusätzlich zu den Zinszahlungen zahlt das Unternehmen den Nennwert der Anleihe über den festgelegten Zeitraum zurück, bis es seine Verpflichtung dir gegenüber erfüllt hat.

Man ist jedoch nicht verpflichtet, die Anleihe bis zur Fälligkeit zu halten. Du kannst die Anleihe jederzeit über einen Broker verkaufen. Der Geldbetrag, den du verdienst (oder verlierst), hängt von den Umständen und Zinssätzen des Anleiheemittenten ab. Wenn der Anleiheemittent am Rande des Bankrotts steht, wirst du wahrscheinlich Geld verlieren, weil andere Investoren von seinen Aussichten auf Rückzahlung nicht begeistert sind. Aber wenn es dem Anleiheemittenten gut geht, wirst du wahrscheinlich einen Gewinn erzielen. Ähnlich, wenn die Zinssätze niedrig sind, wollen andere Investoren Anleihen mit einem höheren Zinssatz kaufen, damit sie eine höhere Rendite erzielen können. Doch wenn die Zinssätze steigen, musst du möglicherweise einen Verlust hinnehmen, wenn du deine niedrig verzinsliche Anleihe verkaufst.

Anleihen gelten in der Regel als sicherer als Aktien, weil du eher dein Geld zurückbekommst. Solange du die Anleihe hältst, erhältst du jedes Jahr einen festen Betrag, es sei denn, das Unternehmen meldet Konkurs an — ein viel wahrscheinlicheres Szenario bei Unternehmensanleihen als Staatsanleihen. Selbst wenn das Unternehmen untergeht, werden die Anleihegläubiger vor den Vorzugsaktionären ausgezahlt.

Anleihen sind jedoch nicht risikofrei. Unternehmen können mit ihren Anleihezahlungen in Verzug geraten. Agenturen wie Fitch Ratings und Standard & Poor’s bewerten die Kreditwürdigkeit verschiedener Unternehmen, um die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, dass sie ihre Schulden zurückzahlen. Hochzinsanleihen oder Junk-Anleihen sind Anleihen für Unternehmen mit schlechter Bonität. Diese haben in der Regel höhere Zinssätze, aber es besteht eine größere Chance, dass du Geld verlieren könntest, wenn das Unternehmen in Verzug gerät, so dass diese Anleihen für die meisten Investoren zu riskant sind.

Die Zinssätze können auch verheerende Auswirkungen auf den Wert von Anleihen haben, auch wenn man sie bis zur Fälligkeit hält. Stell dir vor, du kaufst eine Anleihe mit einem Zinssatz von 4 %. Du wirst langfristig Geld verdienen, wenn die Inflationsrate über die Laufzeit der Anleihe unter 4 % bleibt. Doch wenn die Inflationsraten auf 5 % steigen, steckst du beim niedrigeren Zinssatz von 4 % fest und verlierst auf lange Sicht wirklich Geld.

Beginne zu Investieren

Eine Mischung aus Aktien und Anleihen im Portfolio ist am besten, aber das genaue Verhältnis hängt von deinen persönlichen Vorlieben und deinem Alter ab.

Im Allgemeinen sollten Menschen, die dem Ruhestand näher sind, konservativer sein, also mehr in Anleihen investieren, um sicherzustellen, dass sie nicht alle ihre Ersparnisse verlieren. Wenn du aber jünger bist, bist du vielleicht eher in der Lage, die Höhen und Tiefen der Börse zu überstehen, so dass ein aktienlastiges Portfolio dir ermöglicht, höhere Renditen zu erzielen.

Du kannst Aktien und Anleihen über ein Maklerunternehmen kaufen, du kannst Anleihen aber auch direkt beim Emittenten kaufen. Wenn du beispielsweise an einer US-Staatsanleihe interessiert bist, kannst du diese auf der Website des US-Schatzamtes kaufen.

Man kann Aktien und Anleihen auch über einen Investmentfonds oder einen Exchange Traded Fund (ETF) kaufen. Diese Fonds sind beliebt, weil sie im Wesentlichen viele Aktien und Anleihen beinhalten, die eine sofortige Diversifizierung bieten und dir die Mühe ersparen, einen Haufen an Aktien und Anleihen einzeln zu kaufen.

Achte auf die Gebühren. Die meisten Brokerhäuser berechnen bei jedem Kauf oder Verkauf eines Vermögenswertes eine Provision. Auch Investmentfonds und ETFs berechnen Kostenquoten. Das sind jährliche Gebühren — in der Regel ein bestimmter Prozentsatz deines dort angelegten Vermögens –, die die Aktionäre zur Deckung der Betriebskosten des Fonds zahlen. Im Idealfall möchte man nicht mehr als 1 % seines Vermögens pro Jahr bezahlen. Du kannst bestimmen, wie viel du an Gebühren zahlen wirst, indem du den Gebührenplan des Maklerunternehmens einsiehst und dir den Prospekt für die Anlagen ansiehst, an denen du interessiert bist.

Wenn du dir nicht sicher bist, in was du investieren sollst oder wie viel von deinem Geld du in Aktien und wie viel in Anleihen investieren sollst, solltest du einen Finanzberater konsultieren, der dich über die besten Optionen für deine finanziellen Ziele beraten kann.

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Dieser Artikel wurde von Kailey Fralick auf Englisch verfasst und am 02.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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