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Boeing und Visa – das Erfolgsgeheimnis der 1.000-%-Aktien

Wer heute nach den Top-Performern von morgen sucht, der sollte wissen, nach welchen Erfolgsfaktoren er Ausschau halten soll.

Ein Blick auf die Erfolgsgeheimnisse von zwei Aktien, die in den letzten Jahren um jeweils über 1.000 % gestiegen sind, könnte uns wichtige Anhaltspunkte hierfür liefern.

So spektakulär haben sich die Visa-Aktie und Boeing-Aktie entwickelt

Boeing (WKN:850471) und Visa (WKN:A0NC7B) – das hört sich erst mal recht langweilig an. Ein Blick auf die Kursentwicklung zeigt allerdings, dass diese beiden Aktien in den letzten Jahren alles andere als langweilig waren.

  3 Jahre   5 Jahre   10 Jahre
Boeing + 245,4 % + 228,7 % + 1.303,8 %
Visa + 108,7 % + 161,3 % + 1.074,3 %

Quelle: onvista.de, Stand: 11.03.2019, Kurse in US-Dollar, New York Stock Exchange

Beide Titel waren in den letzten zehn Jahren waschechte Tenbagger – also Aktien, deren Kurs sich mindestens verzehnfacht hat. Und das, obwohl beide Unternehmen auch vor zehn Jahren schon ziemlich groß, bekannt und erfolgreich waren – wir sprechen hier nicht von Start-ups oder Turnaround-Kandidaten, von denen man solch spektakuläre Entwicklungen vielleicht erwartet hätte.

Aber was ist das Erfolgsgeheimnis hinter der spektakulären Entwicklung der Boeing-Aktie und der Visa-Aktie?

Die Gewinnentwicklung

Ein Blick auf die Gewinn- und Umsatzentwicklung zeigt, dass die Verzehnfachung wenig mit explodierenden Märkten zu tun hatte – sondern hauptsächlich mit steigenden Gewinnen.

Umsatz- und Gewinnentwicklung Boeing (Quelle: Geschäftsberichte Boeing)

Umsatz- und Gewinnentwicklung Visa (Quelle: Geschäftsberichte Visa)

Wäre ein stark wachsender Markt ausschlaggebend für den Erfolg von Boeing und Visa gewesen, dann hätten wir deutlich stärker steigende Umsätze gesehen – explodiert sind aber eben nicht die Umsätze, sondern die Gewinne.

Die absoluten Zahlen verdeutlichen das vielleicht sogar noch ein bisschen besser als die beiden Diagramme.

Umsatzentwicklung Gewinnentwicklung
Boeing          + 53,3 %          + 284,7 %
Visa         + 193,1 %          + 885,7 %

Quelle: Unternehmensangaben, Entwicklung zwischen 2008 und 2017

Meine Schlussfolgerung: Man sollte sich auf der Suche nach großartigen Aktien weniger auf schnell wachsende Märkte konzentrieren als vielmehr auf die Fähigkeit, den Gewinn langfristig zu steigern.

Lass uns deshalb einen Blick darauf werfen, wie Boeing und Visa das gemacht haben – beziehungsweise welche Faktoren diese Entwicklung begünstigt haben.

Das Produkt

Aktien sind mehr als nur eine Wertpapierkennnummer oder ein Ticker – hinter ihnen stecken echte Unternehmen mit echten Produkten. Und genau diese Produkte entscheiden meiner Meinung nach über Sieg oder Niederlage.

Doch was ist das Besondere an den Produkten von Boeing und Visa? Nun, zum einen sind die Kunden dieser beiden Unternehmen auf deren Produkte angewiesen – Airlines brauchen Flugzeuge, um Geld zu verdienen. Eine Alternative zu Flugzeugen gibt es für Fluggesellschaften nicht (haha, was für eine grandiose Erkenntnis).

Fast jeder nutzt heutzutage Kreditkarten, weil wir Hotels, Flüge und Mietwagen buchen wollen, im Internet shoppen gehen möchten oder einfach keinen Bock auf Bargeld haben. Auch hier gilt: Es gibt kaum Alternativen, die nicht auf Kreditkartenbasis funktionieren.

Das allein reicht natürlich nicht, um den Gewinn dauerhaft in die Höhe zu treiben. Richtig wertvoll werden diese Produkte erst, wenn …

Der Markt

… der Markt von einigen wenigen Unternehmen dominiert wird! Bei den Flugzeugbauern gibt es neben Boeing nur Airbus als ernsthaften Konkurrenten. Bei Kreditkarten kann lediglich Mastercard mit Visa mithalten, vielleicht noch American Express.

Gleichzeitig ist es extrem schwierig, als neues Unternehmen in diese Märkte einzutreten – es würde Jahre dauern, die notwendige Infrastruktur zu schaffen. Außerdem würde dieses Vorhaben Milliarden von US-Dollar verschlingen – mit ungewissem Ausgang.

Man kann also sowohl bei Flugzeugen als auch bei Kreditkarten von Märkten mit extrem hohen Markteintrittsbarrieren sprechen, die von zwei bis drei großen Unternehmen dominiert werden.

Essenzielle Produkte + Oligopol = steigender Gewinn

Genau diese Konstellation war in meinen Augen der wichtigste Erfolgsfaktor von Boeing und Visa auf ihrem Weg zum Tenbagger – denn die Kombination aus essenziell wichtigen Produkten und einem oligopolistischem Markt (so nennt man einen Markt, in dem wenige Anbieter vielen Nachfragern gegenüberstehen) schützte die beiden Unternehmen vor hässlichen Dingen wie Preiskämpfen oder hohen Entwicklungskosten.

So konnte sich Boeing beispielsweise darauf konzentrieren, seine Produktionskosten von 2016 auf 2017 um knapp 4,4 Mrd. US-Dollar zu reduzieren – bei fast gleichem Umsatz. Auch die Entwicklungskosten konnten in diesem Jahr um 1,5 Mrd. US-Dollar gesenkt werden.

Das alles wäre in einem hart umkämpften Markt, der von Preiskämpfen und permanentem Innovationsdruck geprägt ist, kaum möglich gewesen. Entsprechend hätte es dann auch keinen Gewinnsprung gegeben – und keinen explodierenden Aktienkurs.

Bei Visa konnte man seine Marktmacht dazu nutzen, extrem profitabel zu wachsen – der Gewinn stieg auch 2017 deutlich schneller als der Umsatz. Das spricht zum einen für eine gute Skalierbarkeit der Produkte, zum anderen für eine starke Preissetzungsmacht.

Und klar – die resultiert aus der hohen Nachfrage nach den Dienstleistungen von Visa und den kaum vorhandenen Alternativen.

Sowohl bei Visa als auch bei Boeing hat die folgende Formel also zum Erfolg geführt:

Essenzielle Produkte + Oligopol = steigender Gewinn

Funktioniert das immer?

Ganz klar: Nein! Denk zum Beispiel nur an die Deutsche Telekom (WKN:555750)-Aktie. Sie bietet ihren Kunden zweifelsohne wichtige Produkte, vielleicht sogar die besten ihrer Branche. Und auch der Telekommunikationsmarkt ist ein oligopolistischer – trotzdem ist die Aktie in den letzten zehn Jahren um gerade mal knapp 60 % gestiegen (Stand: 13.03.2019).

In meinen Augen lag das vor allem an einer verfehlten Dividendenpolitik, den hohen Schulden und einem sehr hohen Investitionsbedarf.

Das Erfolgsgeheimnis von Boeing und Visa ist damit zwar ein wunderbarer Startpunkt für die Suche nach Tenbaggern – trotzdem sollte man sich das Unternehmen, in das man investieren möchte, genau anschauen. Sehr genau sogar.

Der Grundsatz essenzielle Produkte + Oligopol = steigender Gewinn alleine ist also noch längst kein Garant für Börsenerfolg – aber in jeden Fall ein vielversprechender Ansatzpunkt!

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Thomas Brantl besitzt Aktien von Visa. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Mastercard. The Motley Fool besitzt Aktien von Visa.

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