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Diese 4 Gründe sprechen eher gegen eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank

Sie kommen einfach nicht aus den Schlagzeilen. Während von sehr guten Unternehmen meist nicht viel in den Medien zu lesen ist, treffen fast täglich neue Meldungen über die Commerzbank (WKN: CBK100)-Aktie und die Deutsche Bank (WKN: 514000)-Aktie ein.

Angesichts einer sich abschwächenden Wirtschaft und einer eventuell neuen Rezession macht sich die Politik Sorgen um die beiden Großbanken. Mehr als zehn Jahre nach der Bankenkrise hält der Staat immer noch 15 % an der Commerzbank und schlägt nun eine Fusion mit der Deutschen Bank vor. Warum diese aber eher eine Notlösung als ein wirklicher Schritt nach vorn wäre, zeigen die folgenden Punkte.

1. Nächste „Too big to fail“-Bank würde entstehen

„Heute müssen alle Unternehmen immer größer werden, um am Weltmarkt mitzuhalten“, so heißt es oft. Aber kommt es nicht eher auf die Qualität der Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens an als auf dessen Größe? Viele Sparkassen und Volksbanken sind sehr viel kleiner, erzielen aber im Gegensatz zu den Megabanken solide Gewinne und müssen nicht durch Steuergelder gestützt werden.

Bei einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank würde deren Marktkapitalisierung zusammen etwa 25,3 Mrd. Euro betragen (11.03.2019). Aufgrund der zahlreichen Kunden (38 Mio.) und hohen Einlagen hätte dies zur Folge, dass der Staat bei einer erneuten Bankenkrise wieder einspringen müsste. Wie lange soll diese Methode noch gut gehen? Wahrscheinlich würde der umgekehrte Weg (Bankenverkleinerung) eher zum Staatsziel „Nicht zu groß, um durch Steuergelder gerettet werden zu müssen“ führen.

2. Fusionierte Bank wäre nicht schlagkräftiger

Ein Eingreifen der Politik in die Wirtschaft hat bisher selten zum Erfolg geführt. So ist auch nach dem Einstieg des Staates bei der Commerzbank dessen Aktie in den letzten Jahren immer weiter gefallen. Auch ein Zusammenschluss mit der Deutschen Bank würde wahrscheinlich nicht zu einem stärkeren Institut führen, das finanziell besser aufgestellt wäre. Beide leiden unter ähnlichen Bedingungen und sind deshalb derzeit nur gering profitabel.

Zudem hat sich seit 2008 bei beiden Akteuren die Eigenkapitalquote deutlich erhöht. Also auch ohne eine Fusion sind sie heute bilanziell schon besser aufgestellt als damals.

3. Geschäftsfelder ergänzen sich wenig

Während die Deutsche Bank vor allem im Investment Banking aktiv ist, steht bei der Commerzbank eher das Privat- und Firmenkundengeschäft im Vordergrund. Die Deutsche Bank könnte so zwar ihr eigenes Privat- und Firmenkundengeschäft ausbauen, würde aber zeitgleich auch die Altlasten der Commerzbank mit übernehmen und deshalb insgesamt nicht profitabler werden.

4. Nächste Entlassungswelle wäre vorhersehbar

Während die Banken permanent damit beschäftigt sind, ihre Kosten zu senken und Personal abzubauen, würde es bei einem Zusammenschluss wahrscheinlich einen noch stärkeren Einschnitt geben, denn viele Bereiche überlagern sich.

Bei der übernommenen Postbank plant die Deutsche Bank aktuell einen stärkeren Stellenabbau. Die Synergieeffekte liegen bei 900 Mio. Euro. Ähnliches wäre dann auch bei der Commerzbank zu erwarten. Dabei steht der Staat doch oft für Stellenerhalt ein. In diesem Fall ist er wohl anderer Meinung.

Fools Fazit

Als Anteilseigener kann der Staat natürlich Einfluss auf die Commerzbank nehmen. Ob diese Vorschläge aber tatsächlich die Profitabilität steigern würden, ist fraglich. Vielmehr sollte sich die Politik eher dem Ziel widmen, große „Too big to fail“-Banken ab- statt aufzubauen.

Es scheint fast so, als wolle der Staat endlich seine Beteiligung an der Commerzbank verkaufen, aber dafür keine schnelle Lösung finden. Wahrscheinlich würde sich die Deutsche Bank nur bei hohen Abstrichen seitens der Commerzbank auf das Geschäft einlassen, denn auch die Integration der Postbank ist immer noch nicht abgeschlossen und ihre Anker-Investoren sind eher gegen eine Übernahme.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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