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Hat General Electric offiziell den Wendepunkt erreicht?

Foto: The Motley Fool.

Wenn du dir Sorgen darüber gemacht hast, wohin General Electric (WKN:851144) unterwegs ist, dann warst du nicht allein. Viele Topanalysten, Kommentatoren und Börsenspekulanten haben den angeschlagenen Industriekonzern und seinen neuen CEO Larry Culp ängstlich beobachtet, weil sie Anzeichen dafür sahen, dass man sich Sorgen machen musste.

Am Montag kam nun der Moment, auf den alle gewartet hatten, als Culp einen Überraschungsplan für den Verkauf des Biopharma-Geschäfts an sein ehemaliges Unternehmen Danaher (WKN:866197) ankündigte. Die Aktie schoss aufgrund der Nachrichten über diesen Deal nach oben, aber es gab noch einige andere versteckte Hinweise in der Pressemitteilung, dass sich GE – endlich! – stabilisieren kann.

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Was ist das Besondere daran?

Im Juni 2018 kündigte der damalige CEO John Flannery an, dass das Unternehmen GE Healthcare, die gut geführte Gesundheitssparte, ausgliedern würde. Das war ein zweischneidiges Schwert für die Investoren, da GE Healthcare einige der besten Margen aller Sparten hatte – nur die herausragende Marge bei GE Aviation war höher. Die Ausgliederung bedeutete, dass diese Margen – ganz zu schweigen von den Vermögenswerten der Sparte – für immer verloren sein würden.

GE plante jedoch, die Gesundheitssparte vor der Abspaltung mit Schulden und Pensionsverpflichtungen zu belasten, was das Unternehmen in eine stärkere finanzielle Position bringen würde, da diese Positionen aus der Bilanz herausgelöst werden sollten. Auch nachdem GE seine Maschinenbausparte, den Bereich Verbraucherleuchten sowie die Öl- und Gassparte losgeworden ist (oder Pläne angekündigt hat, diese loszuwerden), passte der Gesundheitsbereich nicht mehr zu dem, was der Rest des Unternehmens tat: Turbinen verschiedener Art herzustellen.

Am Montag wurden diese Pläne jedoch geändert. GE wird nun seine Biopharma-Sparte verkaufen, die Geräte und Software für Unternehmen zur Erforschung, Entwicklung und Herstellung von Biopharmazeutika herstellt – was, um ehrlich zu sein, wirklich cool ist. Die Sparte erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 3 Mrd. US-Dollar (etwa 15 % des Gesamtumsatzes von GE Healthcare), was große Teile von GE Healthcare von der Transaktion unberührt lässt.

Warum das eine großartige Sache ist

Käufer ist Danaher, ein weiterer Industriekonzern, der von 2001–2014 von Culp geführt wurde. Seit seinem Ausscheiden hat sich Danaher neu erfunden, indem es einige seiner Industrieunternehmen ausgegliedert oder verkauft und Biotech-Unternehmen übernommen hat. Danaher hat im Jahr 2016 etwa 20 seiner Geschäftsbereiche, darunter das Unternehmen für Messinstrumente und Automobilausrüstung Fortive, ausgegliedert und gleichzeitig das Molekulardiagnostikunternehmen Cepheid übernommen. Im Jahr 2018 kündigte Danaher zudem an, Integrated DNA Technologies zu übernehmen. Die Biopharma-Einheit von GE sollte sich daher bei ihrem neuen Elternteil wie zu Hause fühlen.

Für seinen Anteil erhält GE 21 Mrd. US-Dollar in bar, die dazu genutzt werden können, seine 110 Mrd. US-Dollar Nettoverschuldung zu reduzieren. Danaher wird außerdem 400 Mio. US-Dollar der Pensionsverpflichtungen von GE übernehmen, was die Bilanz von GE weiter verbessert. Bei einem Verkaufspreis von etwas mehr als dem 7-fachen Jahresumsatz steht außer Frage, dass der Preis stimmt. Damit sollte die Sorge ausgeräumt sein, GE hätte seine Vermögenswerte zu Billigpreisen verschleudert.

Und GE behält immer noch den Rest seiner überdurchschnittlich guten Healthcare-Sparte, die es dann wie geplant ausgliedern, Stück für Stück verkaufen oder behalten kann. Trotz einiger anfänglicher Berichte, dass der Spin-off definitiv vom Tisch sei, stellte Culp gegenüber CNBC klar, dass er einfach neu bewertet wird, aber dass „ein IPO im Jahr 2019 aus heutiger Sicht unwahrscheinlich erscheint“.

Der Deal ist also für beide Unternehmen großartig, aber in der Pressemitteilung hat GE auch noch zwei weitere wesentliche Bedenken angesprochen, die Investoren gegenüber GE gehabt haben: Planung und Transparenz.

Ein noch größerer Deal

Bislang zögerte Culp, Einzelheiten darüber bekannt zu geben, was er für die Zukunft von GE im Sinn hat, er nannte nur die Notwendigkeit der „Stärkung des Unternehmen, beginnend mit der Energie-Sparte“, und die Notwendigkeit für das Unternehmen, die Schulden zu reduzieren.

Im Allgemeinen war Culp weniger offen als sein Vorgänger Flannery, der zu diesem Zeitpunkt in seiner Amtszeit bereits einige außerplanmäßige Telefonkonferenzen gegeben und – zusammen mit CFO Jamie Miller – auf mehreren Industriekonferenzen Präsentationen gegeben hatte.

Aber in der Pressemitteilung, in der die Transaktion verlautbart wurde, kündigte GE auch an, dass Culp in gut einer Woche eine Präsentation auf der J.P. Morgan Aviation, Transportation & Industrials Konferenz am 5. März halten würde, sein erster Auftritt als CEO. J.P. Morgan-Analyst Steve Tusa war einer der lautstärksten GE-Bären und wird voraussichtlich die Q&A-Sitzung mit Culp leiten, was einen wesentlichen Schritt nach vorne in der Bereitschaft zu bedeuten scheint, schwierige Fragen zu beantworten.

Darüber hinaus hat GE für den 7. März eine „Teach-in“-Telefonkonferenz geplant, um die Versicherungssituation zu erörtern, die dem Unternehmen im vergangenen Jahr so viele Kopfschmerzen bereitet hat. Dann plant das Unternehmen, den Ausblick auf einer Telefonkonferenz am 14. März zu veröffentlichen, und fünf Tage später wird CFO Miller ihre erste Präsentation während der Amtszeit von Culp bei der Bank of America Merrill Lynch Global Industrials and EU Autos Conference halten.

Nach drei Monaten nahezu vollständiger Funkstille scheint diese Flut von Informationen und Interaktionen darauf hinzudeuten, dass das Unternehmen die Kritik gehört hat und entschlossen ist, sie direkt anzugehen.

Um die Ecke kommen

Das Besorgniserregendste in den vier Monaten seit Flannerys abruptem Abgang und Culps Aufstieg in die C-Suite war das Fehlen eines konkreten Plans, der über das hinausging, was Flannery im Juni 2018 mitgeteilt hatte. Obwohl dieser Biopharma-Deal großartig ist, sollten die Investoren mehr Aufmerksamkeit auf alle Informationen richten, die das Unternehmen bis Mitte März herausgeben wird, und sehen, ob diese auf ihre Zustimmung treffen. Denk daran, dass es immer noch durchaus möglich ist, dass dieses Unternehmen einen düsteren Ausblick auf 2019 ankündigen muss. Es ist also womöglich zu früh zu sagen, dass GE definitiv die Wende geschafft hat.

Vor zwei Wochen, nach dem Quartalsbericht von GE zum vierten Quartal, schrieb ich: „Vielleicht wird Culp das Kaninchen aus dem Hut ziehen und alle mit einer strategischen Meisterleistung überraschen.“ Damals hielt ich die Aussicht für unwahrscheinlich, aber selbst dieser GE-Bär muss zugeben, dass die Meldungen vom Montag einen bedeutenden Beitrag dazu leisten können, das Vertrauen der GE-Investoren in das Unternehmen und sein Management zu stärken.

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Dieser Artikel wurde von John Bromels auf Englisch verfasst und am 25.02.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

The Motley Fool hat keine Position in einer der erwähnten Aktien.

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