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Amadeus FiRe: Das profitable Geschäft mit qualifiziertem Personal

Schon seit einigen Jahren predigen die Medien, dass wir in Deutschland auf einen großen Fachkräftemangel zusteuern. Vor allem in speziellen Nischen fehlt es den deutschen Unternehmen an talentierten Nachwuchskräften. Alleine bei den IT-Experten waren im Jahr 2018 laut Branchenverband bitkom rund 82.000 Stellen unbesetzt!

Doch auch in den oberen Führungsetagen fehlt es an Talenten. Denn laut einer Untersuchung von Mitarbeitern der Boston Consulting Group und des World Economic Forums verzeichnen 60 % der Unternehmen weltweit einen kritischen Mangel an Nachfolgern. Einer der größten Profiteure bei solch trüben Aussichten könnte daher der Personaldienstleister Amadeus FiRe (WKN:509310) sein.

Doch was macht Amadeus FiRe überhaupt?

Der Personaldienstleister berät, vermittelt und überlässt durch deutschlandweit 19 Standorte Fach- und Führungskräfte für den kurzfristigen oder dauerhaften Einsatz. Dabei haben sie sich auf die Bereiche Accounting, Office, Banking und IT-Services spezialisiert und heben sich so von Wald-und-Wiesen-Personaldienstleistern ab.

Zusätzlich betreibt das Unternehmen Weiterbildungsstätten zu den Themen Steuern und internationale Rechnungslegung sowie einen eigenen Studiengang im Bereich Steuern. Diese Bildungsmaßnahmen können sowohl die eigenen Mitarbeiter als auch Kunden nutzen.

Die nachfolgende Tabelle lässt in die Umsätze der einzelnen Geschäftsfelder für das Geschäftsjahr 2017 blicken. Es ist deutlich zu erkennen, dass die Zeitarbeit der größte Umsatztreiber ist.

Dienstleistungsart Umsatz Umsatzanteil (gerundet)
Zeitarbeit 124,2 Mio. Euro 67 %
Personalvermittlung 29 Mio. Euro 15 %
Interim-/ Projektmanagement (interim = zeitlich befristet) 9,2 Mio. Euro 5 %
Fort- und Weiterbildungen 22,1 Mio. Euro 12 %
Gesamtumsatz 184,5 Mio. Euro 100 %
EBITA 32,3 Mio. Euro

Doch auch Anleger haben ihre Freude an Amadeus FiRe

Da der Personaldienstleister  im Gegensatz zu den anlagenintensiven Automobilbauern wie zum Beispiel Volkswagen (WKN: 766403) weder große Maschinen noch riesige Hallen mit Lagerflächen benötigt, entfällt hier ein großer Kostenblock. Ganz zur Freude der Aktionäre!

So war die Dividende für das Geschäftsjahr 2017 mit 3,96 Euro stattlich. Dies entsprach am Tag der Hauptversammlung (24.05.2018) bei einem Schlusskurs der Aktie von 95,90 Euro einer Dividendenrendite von rund 4,1 %. Seit 2013 hat das Unternehmen die Dividende jährlich gesteigert.

Das rund 2.850 Mann starke Unternehmen hielt für das Geschäftsjahr 2017 weiterhin an der sehr anlegerfreundlichen Dividendenpolitik fest und schüttete 100 % des Bilanzgewinns aus.

Wie sind die zukünftigen Chancen des Personaldienstleister, zu bestehen?

Meiner Meinung nach muss man hier differenzieren. Denn allgemein betrachtet bin ich der Meinung, dass durch die EU und die damit entstandene Arbeitnehmerfreizügigkeit eine Schere entsteht. Denn für alle Arbeiten, die man ohne eine fachliche Ausbildung durchführen kann, werden auch deutsche Unternehmen durch Umstände wie zum Beispiel den Preisdruck der globalen Konkurrenz verstärkt auf Personaldienstleister außerhalb Deutschlands zurückgreifen. Auch wenn die Politik mit Gesetzen wie der Lohngleichheit zwischen Stammbelegschaft und Leiharbeitern in Deutschland gewisse Standards geschaffen hat.

Des Weiteren sind Personaldienstleister noch stärker von den Konjunkturzyklen betroffen als viele andere Branchen. Denn im Aufschwung schaffen sie zusätzliche Kapazitäten für ihre Kunden und tragen so zur Leistungsfähigkeit und Liefertreue bei. Doch in einer Rezession sind Leiharbeiter und Honorarmanager kurzfristig kündbar.

Doch für hoch qualifiziertes Personal, wie es Amadeus FiRe anbietet, sehe ich gute Chancen. Denn hier geht es vorrangig nicht nur um den Preis, sondern auch um die Fähigkeiten des Mitarbeiters.

Einen weiteren Vorteil für das 1986 gegründete Unternehmen sehe ich in den Weiterbildungsunternehmen, die in den Konzern integriert sind. Denn die Kundenbindung wird hierdurch gefördert und das Merkmal, qualifizierte Mitarbeiter zum Kunden zu schicken, dadurch gestärkt.

Und weitergedacht ist es ja auch vorstellbar, dass Amadeus diese Geschäftssparte in einer Rezession als Puffer benutzt oder sogar ausbaut. Hinderlich dafür könnte eventuell lediglich das – aufgrund der anlegerfreundlichen Dividendenpolitik  fehlende Eigenkapital sein. Für langfristige Investoren, die auf der Suche nach deutschen Dividendenaktien sind, könnte die Aktie einen Blick wert sein.

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Sven Rothermel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.