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Tilray hat Aurora Cannabis gezeigt, wie man Deals macht – aber ist es auch die bessere Cannabisaktie?

Foto: Getty Images.

Man kann viel über das Management eines Unternehmens lernen, wenn man sich die Deals anschaut, die sie machen oder lieber sein lassen. Einige Führungskräfte wollen durch Fusionen und Übernahmen wachsen, egal was das kostet. Andere wiederum gehen mit dem Geld der Aktionäre behutsamer um.

Besonders aufschlussreich sind die jüngsten Deals von Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) und Tilray (WKN:A2JQSC). Ich bin der Meinung, dass Tilray gerade Aurora Cannabis gezeigt hat, wie man Deals macht. Aber ist Tilray etwa damit auf lange Sicht auch die bessere Cannabisaktie?

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Die Kunst des Deals

Schauen wir uns Tilrays neueste Akquisition mal an. Im Januar gab das Unternehmen bekannt, dass man den in Ontario ansässigen Marihuanazüchter Natura Naturals kauft. Der Gesamtkaufpreis könnte bis zu 70 Millionen CAD bzw. rund 52 Millionen USD betragen.

Die entscheidenden Worte sind dabei „könnte bis zu“. Tilray wird bei Abschluss 15 Millionen CAD in Cash und 20 Millionen CAD in Tilray-Aktien zahlen. Die zusätzlichen Zahlungen basieren auf dem Erreichen bestimmter vierteljährlicher Produktionsziele über einen Zeitraum von 12 Monaten.

Das ist eine schlaue Struktur. Tilray weiß genau, was man aus dem Deal mit Natura Naturals haben will: zusätzliche Produktionskapazitäten. Und wenn alles gut geht, wird das Unternehmen viel mehr Kapazität bekommen. Natura Naturals besitzt ein 662.000 Quadratfuß großes Gewächshaus, von dem derzeit 155.000 Quadratfuß für die Produktion zugelassen sind.

Es gibt noch weitere Details in Tilrays Übernahme von Natura Naturals, die erwähnenswert sind. Tilrays CEO Brendan Kennedy erklärte, dass der Deal erst nach „einer umfangreichen und gründlichen Suche nach dem richtigen Lieferpartner“ zustande kam. Tilray sagte, dass man „eine umfassende Due Diligence-Prüfung der Anbaustätte von Natura und der Cannabisprodukte durchgeführt hat“. Das Unternehmen verließ sich auf die Investmentfirma Cowen, um die Transaktion richtig einzuschätzen.

Es ist auch schön, dass Tilray die Akquisition teilweise aus Bargeld finanzieren konnte. Das Managementteam des Unternehmens hat gute Arbeit geleistet, um die durch den Börsengang (IPO) im Juli 2018 eingeworbenen Mittel zu erhalten. Während Tilray durch die Ausgabe von Wandelanleihen zusätzliche 450 Millionen USD aufgenommen hat, hat das Unternehmen den Wert der bestehenden Aktien nicht durch die Ausgabe zusätzlicher Aktien verwässert.

Nicht ganz so gelungen

Und dann hätten wir da noch den jüngsten Deal von Aurora Cannabis – einer von vielen, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren gemacht hat. Der Marihuanaproduzent gab am 14. Januar 2019 bekannt, dass man Whistler Medical Marihuana erwirbt. Whistler hat einen guten Ruf. Das Unternehmen war eines der ursprünglich 10 lizenzierten Produzenten auf dem kanadischen Markt für medizinisches Marihuana und ist führend auf dem Bio-Cannabismarkt.

Aurora machte dabei bei weitem nicht so eine gute Figur wie Tilray.

Aurora Cannabis zahlt 175 Millionen CAD (rund 132 Millionen USD) für Whistler. Das ist viel mehr als das, was Tilray für Natura Naturals bezahlt. Bekommt Aurora denn auch viel mehr Produktionskapazität? Kurz: nein.

Whistler verfügt über zwei Produktionsstätten, von denen eine vollständig in Betrieb ist. Wenn die zweite Anlage ihre volle Kapazität erreicht hat, werden diese beiden Anlagen jährlich etwas mehr als 5.000 Kilogramm Cannabis produzieren. Aurora ist der Meinung, dass Whistlers zweite Produktionsstätte in diesem Sommer betriebsbereit sein wird. Dafür gibt es aber keine Garantie, wenn man den Rückstand bei Health Canada und die vielen noch ausstehenden Lizenzvergaben bedenkt – und das Unternehmen hat die Transaktion nicht so strukturiert, dass dieser Unsicherheit Platz eingeräumt wird.

Whistlers Bio-Produkte sind natürlich teurer als die Cannabisprodukte ohne Bio-Siegel. Allerdings haut hier die Mathematik einfach nicht hin, um den Preis zu rechtfertigen, den Aurora für das kleine Unternehmen bezahlt.

Es scheint, dass Aurora einen enormen Betrag bezahlt hat, nur um die Marke Whistler zu bekommen. Aurora sagte, dass Whistlers „bekannte Marke stark in Kanada und den internationalen Märkten ankommt“. Es ist jedoch fraglich, ob die Marke Whistler einen signifikanten Mehrwert für Aurora außerhalb Kanadas bringen wird.

Im Gegensatz zu Tilray finanziert Aurora sein Geschäft vollständig mit Aktien. Und im Gegensatz zu Tilray hat Aurora sich vor dem Deal wohl auch nicht von unabhängigen Beratern eine Einschätzung geben lassen.

Die schlauere Wahl

Meiner Meinung nach ist es ziemlich klar, dass das Managementteam von Tilray eine intelligentere Strategie verfolgt hat als das Managementteam von Aurora Cannabis. Ich verstehe, dass Aurora das Gefühl hatte, dass man den Rückstand aufholen musste und deswegen in einen Kaufrausch geriet, um die Kapazität schnell zu erhöhen. Einige der Deals scheinen jedoch noch nicht vollständig durchdacht zu sein.

Ich denke, dass Tilray im Vergleich dazu bei den bisherigen Deals ziemlich klug vorgegangen ist. Und ich beziehe mich nicht nur auf Akquisitionen. Die Partnerschaft des Unternehmens mit der Authentic Brands Group (ABG) zur Vermarktung von Cannabisprodukten für Verbraucher unter den Marken von ABG wie Nine West und Prince erscheinen mir als guter langfristiger strategischer Schritt.

Es gibt ein altes Sprichwort, dass man auf den Jockey und nicht auf das Pferd setzen sollte. Zumindest im Moment scheinen die Jockeys bei Tilray die Jockeys bei Aurora Cannabis zu überholen. Meiner Meinung nach macht das Tilray auf lange Sicht zu einer attraktiveren Cannabisaktie als Aurora Cannabis.

Allerdings denke ich nicht, dass Tilray derzeit die beste Cannabisaktie ist, die man kaufen kann. Der Aktienkurs ist nach wie vor hoch, vor allem wenn man bedenkt, dass Tilrays Produktionskapazität niedriger ist als die der Konkurrenten. Tilray scheint besser im Dealmaking zu sein als Aurora Cannabis, aber trotzdem kannst du bessere Deals finden als Tilray.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. Keith Speights besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 27.1.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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