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Canopy Growth und Aurora Cannabis: beide haben neue Deals, aber nur einer macht Sinn

Foto: Getty Images

Zwei der größten kanadischen Marihuanaproduzenten gaben jüngst wichtige neue Deals bekannt. Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) verkündete im Januar, dass man Whistler Medical Marijuana für bis zu 175 Millionen CAD (rund 132 Millionen USD) kauft. Daraufhin kündigte Canopy Growth (WKN:A140QA) an, dass man bis zu 150 Millionen USD in Hanfunternehmen im Bundesstaat New York investieren würde.

Beide Deals waren ähnlich teuer und wurden am selben Tag verkündet, aber damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Und die Unterschiede zwischen Canopys und Auroras Investitionen zeigen, warum für Anleger eine dieser Cannabisaktien derzeit eine viel bessere Wahl als die andere ist.

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Auroras Deal

Whistler Medical Marijuana ist einer der acht kanadischen Cannabishersteller, die erste Lizenzen für den Anbau von medizinischem Cannabis erhalten. Die biologischen Cannabisprodukte des Unternehmens haben einen guten Ruf auf dem Markt. Und im Gegensatz zu Aurora Cannabis kann Whistler auf eine starke Erfolgsbilanz bei der Rentabilität verweisen.

Die Investoren freuten sich über die Übernahme von Whistler durch Aurora, und der Aktienkurs von Aurora stieg daraufhin an. Terry Booth, der CEO von Aurora Cannabis, sagte, dass sein Unternehmen plant, die Vertriebskanäle in Kanada und auf internationalen Märkten zu nutzen, um die Marktreichweite für Whistlers hochwertige biologische Cannabismarken zu erhöhen.

All das klingt großartig. Aber was genau bekommt Aurora als Gegenleistung für die Investition von 132 Millionen USD?

Nun, die Produktionskapazität von Whistler ist ehrlich gesagt winzig. Auch nach der Fertigstellung der zweiten Anlage im Laufe dieses Jahres wird das Unternehmen nur rund 5.000 Kilogramm pro Jahr wachsen können. Zum Vergleich: Aurora hat eine voraussichtliche Produktionskapazität von mehr als 500.000 Kilogramm pro Jahr.

Doch betrachten wir die Akquisition einmal anders. Aurora zahlt 26,4 Dollar pro Gramm für die jährliche Produktionskapazität von Whistler. Kann das Unternehmen auch so viel pro Gramm reinholen, wenn es die Marken von Whistler verkauft? Einerseits sind die Produkte von Whistler teuer für den Endverbraucher, der Preis liegt gut 50 % über dem der Konkurrenz. Aber basierend auf Auroras eigenem durchschnittlichen Verkaufspreis pro Gramm ist dieser Aufpreis nicht annähernd hoch genug, um das zu rechtfertigen, was das Unternehmen für Whistler auf den Tisch legt.

Dann ist da noch die Frage, wie Aurora Cannabis für Whistler bezahlt. Die Transaktion ist rein aktienbasiert. Das war bislang Auroras Standardverfahren. Doch diese Aktien müssen ja irgendwoher herkommen.

Aurora Cannabis hat wie verrückt neue Aktien ausgegeben. Infolgedessen hat die Verwässerung den Kurs der bestehenden Aurora-Aktien massiv belastet. So sank im Jahr 2018 der Aktienkurs von Aurora um 35 %, während die Marktkapitalisierung um fast 55 % stieg.

Canopys Expansion

Unterdessen schloss Canopy Growth eine Vereinbarung zur Expansion in die USA. Das Unternehmen erhielt eine Lizenz zur Verarbeitung und Produktion von Hanf in New York. Canopy baut Hanf-Fertigungsstätten mit großen Produktionskapazitäten, die „tonnenweise Hanfextrakt pro Jahr produzieren können“, wie das Unternehmen verlauten ließ.

Canopy Growth konnte diesen Deal dank der Verabschiedung der sogenannten „Farm Bill“ im Dezember 2018 durchführen. Die US-Regierung legalisierte also Hanf. Die Farm Bill definierte Hanf als Cannabis, das lediglich einen sehr geringen Gehalt an der psychoaktiven Verbindung THC enthält.

Allein der potenzielle US-Markt für Cannabidiol (CBD)-Produkte auf Hanfbasis ist weitaus größer als der gesamte kanadische Cannabismarkt. Das Cannabis-Marktforschungsunternehmen Brightfield Group prognostiziert, dass der Umsatz mit CBD-Produkten auf Hanfbasis in den USA bis 2022 22 Milliarden USD erreichen könnte. Im Vergleich dazu wird der kanadische Cannabismarkt, der sowohl medizinische als auch reguläre legale Cannabisverkäufe umfasst, nach Prognosen von ArcView Market Research und BDS Analytics in vier Jahren voraussichtlich weniger als 6 Milliarden USD betragen.

Man muss auch beachten, dass Canopy Growth einige wichtige politische Beziehungen zu seinem Hanfgeschäft in den USA aufgebaut hat. So lobten führende US-Politiker die Gründung der Fertigungsstätte in New York. Das Unternehmen hat gute Verbindungen hergestellt, um die Legalisierung in den USA weiter voranzutreiben.

Und Canopy Growth verwendet auch nicht seine Aktien, um die Expansion in die USA zu finanzieren. Das Unternehmen sagte, dass der Deal „ein weiteres Beispiel für den strategischen Vorteil“ sei, den man aufgrund der Investitionen in Höhe von 4 Milliarden USD von Constellation Brands genießt. Da hat Canopy echt recht. Die Beziehung zu Constellation und die dadurch geflossenen Mittel verschaffen dem Unternehmen einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Mitbewerbern.

Ein klarer Gewinner

Aurora kaufte ein großartiges Unternehmen. Aber man scheint dafür viel zu viel hingelegt zu haben. Andererseits investiert Canopy Growth etwa die gleiche Summe in ein Projekt, womit man in der Lage sein wird, auf einem riesigen Markt aktiv zu sein.

Die Aktienperformance von Canopy Growth hat die von Aurora im Jahr 2018 und auch bisher im Jahr 2019 übertroffen. Die jüngsten Deals der beiden Unternehmen zeigen dann auch, warum dies der Fall ist. Canopy bleibt der klare Sieger vor Aurora Cannabis.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Constellation Brands. Keith Speights besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 20.1.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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