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Wirecard-Aktie: Sind die Insiderkäufe das ersehnte Entspannungszeichen?

Die Aktie von Wirecard (WKN: 747206) bleibt weiterhin ein spannendes Papier. Nachdem in der vergangenen Woche ein neuerlicher Bericht der Financial Times die Aktie des innovativen Zahlungsdienstleisters noch einmal ordentlich einbrechen ließ, suchen viele Investoren derzeit verzweifelt nach einer langfristigen und belastbaren Perspektive.

Ein möglicher Halt für alle Anleger könnten durchaus die Insiderkäufe sein, die jüngst im Kontext der Wirecard-Aktie bekannt geworden sind. Doch sollten sich Investoren auf diese Meldung versteifen? Oder doch weiterhin lieber vorsichtig sein? Spannende Fragen. Versuchen wir, Antworten zu finden.

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Die Insiderkäufe im Überblick

Wie ebenfalls zum Ende der Woche bekannt geworden ist, haben sogar zwei Vorstände aus den Reihen des Wirecard-Managements die inzwischen deutlich niedrigeren Kursniveaus genutzt, um Aktien des innovativen Zahlungsdienstleisters zu erwerben. Alexander von Knoop, der Finanzvorstand von Wirecard, investierte so im Rahmen von fünf einzelnen Ordern insgesamt rund 111.500 Euro in Wirecard-Aktien. Zudem erwarb Jan Marsalek, der Vorstand für Organisation bei Wirecard, ebenfalls für rund 110.000 Euro Aktien des Zahlungsabwicklers.

Für alle Investoren kann das natürlich ein gutes Zeichen sein. Zum einen sind durch direkte Beteiligungen der Führungsetage die Geschicke der Wirecard-Investoren nun mit denen des Managements verknüpft, was für gewöhnlich sicherstellt, dass beide Parteien prinzipiell in eine ähnliche Richtung blicken – beziehungsweise das gleiche Leid teilen.

Gerade in Bezug auf das derzeitige Leid könnten viele Investoren diesen Schritt möglicherweise als eine sich vielleicht schon bald abzeichnende Entspannung interpretieren. Schließlich werden Insider nur dann selbst investieren, wenn sie langfristig von den weiteren Aussichten ihres Unternehmens überzeugt sind. Dementsprechend kann man auch bei Wirecard die Käufe der Vorstände durchaus als positives Signal werten.

Wir wissen jedoch nichts über die Intention der Vorstände

Andererseits sollten wir an dieser Stelle allerdings auch bedenken, dass wir gegenwärtig nichts über die Absicht der Vorstände wissen, weshalb sie nun genau die Aktien erworben haben. Wir sehen zwar das Was und das Wann, nicht jedoch das für die Bewertung der aktuellen Situation womöglich wichtige Warum.

So könnte es durchaus möglich sein, dass die Vorstände ihre Insideraktivitäten natürlich sehr bewusst einsetzen, damit das ein Zeichen der Entspannung ausstrahlt – ohne dass sie selbst jedoch bereits mehr über den Ausgang der aktuellen Vorgänge rund um Wirecard wissen.

Oder aber es hat gänzlich andere Gründe und die beiden Vorstände kaufen beispielsweise, weil sie sowieso regelmäßig kaufen. Oder mehr Stimmrechte bei dem innovativen Zahlungsdienstleister haben wollen. Oder, oder, oder. Die Palette möglicher Gründe ist natürlich ebenfalls riesig und leider können wir nicht final beurteilen, wieso die beiden Vorstände genau jetzt – in dieser zugegebenermaßen brisanten Zeit – gekauft haben.

Wir werden wohl noch Geduld brauchen

Auch wenn die Käufe der Vorstandsmitglieder daher durchaus zu einem spannenden Zeitpunkt getätigt worden sind, sollten Investoren diesen Schritt und derartige Meldungen im Kontext der Wircard-Aktie wohl besser nicht überbewerten.

Natürlich kann das Aufstocken der Position der besagten Insider ein Zeichen der Zuversicht in Bezug auf die langfristigen Perspektiven des Unternehmens sein. Es kann jedoch auch ein bewusst eingesetztes Mittel sein, um die Investorenschar und Medienberichterstattung etwas zu beeinflussen und zu besänftigen – oder womöglich auch gar nichts mit der derzeitigen negativen Presse rund um Wirecard zu tun haben.

Solange wir die Intention daher nicht kennen (und wir werden sie vermutlich niemals erfahren), sollten sich Investoren hieran besser nicht festklammern. Sondern sich eher auf die Suche nach anderen relevanten Faktoren begeben, die ihre jeweilige Meinung in Bezug auf Wirecard besser stützen. Oder sich weiterhin in Geduld üben, bis die derzeitigen Ermittlungen ein belastbares Ergebnis liefern werden.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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