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Johnson & Johnson vs. Pfizer: Welche ist die bessere Aktie im Gesundheitswesen?

Das Gesundheitswesen bietet für Anleger große Chancen, das ist bereits seit vielen Jahren so. Vor allem Pharmagrößen haben im Laufe der Zeit starke Gewinne erzielt. Für Johnson & Johnson (WKN:853260) sind Arzneimittel nicht der einzige Geschäftsbereich, den der Konzern unter den Fittichen hat, allerdings war man hier erfolgreicher als bei medizinischem Zubehör und verbraucherorientierten Produkten. Pfizer (WKN:852009) hat sich inzwischen stärker auf die Pharmaindustrie konzentriert, was dazu beigetragen hat, dass das Unternehmen 2018 starke Ergebnisse erzielen konnte.

In letzter Zeit hatten jedoch beide Unternehmen zu kämpfen und die Aktien haben an Wert verloren. Als Anleger denkt man da gründlich nach – trotzdem sind die langfristigen Aussichten, dass beide weiterhin Blockbuster-Medikamente auf den Markt bringen, nach wie vor beträchtlich. Werfen wir doch einmal einen genaueren Blick auf Johnson & Johnson und Pfizer, um zu sehen, welche Aktie davon im Moment ein besserer Kauf für Aktionäre ist.

Bewertung und Wertentwicklung der Aktie

Weder Johnson & Johnson noch Pfizer haben in den letzten 12 Monaten eine gute Performance erzielt. Pfizer ist seit Januar 2018 um etwa 4 % gesunken, während Johnson & Johnson einen noch stärkeren Rückgang von 11 % verzeichnet hat.

Wendet man die herkömmlichen Bewertungsmaßstäbe an, erscheinen beide Aktien relativ günstig. Wer sich jedoch ausschließlich auf die Erträge der Vergangenheit stützt, um die Bewertung zu ermitteln, wird irreführende Zahlen erhalten, vor allem wegen der außerordentlichen Auswirkungen der Steuerreform und anderer einmaliger Effekte im vergangenen Jahr. J&J wird mit einem Trailing-Multiple von 23 gehandelt, während Pfizer weniger als das 10-Fache der Erträge der vergangenen 12 Monate erzielt. Pfizer hingegen hat ein Forward Earnings Multiple von 13, das knapp unter dem von Johnson & Johnson liegt – dort steht man beim Faktor 14. Pfizer ist also mit geringem Abstand etwas günstiger zu haben.

Dividenden

Viele Pharma-Anleger schätzen ja durchaus auch Dividenden, und sowohl Johnson & Johnson als auch Pfizer belohnen ihre Aktionäre mit Dividendenausschüttungen. Derzeit hat Pfizer in Sachen Rendite einen beträchtlichen Vorsprung und schüttet etwa 3,5 % aus. Mit einer Rendite von 2,8 % liegt Johnson & Johnson jedoch immer noch deutlich über dem Marktdurchschnitt.

Johnson & Johnson kann auf eine lange Geschichte von langfristig konstantem Dividendenwachstum zurückschauen. Die Serie der jährlichen Dividendenerhöhungen des Unternehmens reicht 56 Jahre zurück, und diese Erhöhungen waren im Allgemeinen recht signifikant, einschließlich eines starken Anstiegs von 7 % Mitte 2018. Im Gegensatz dazu hat Pfizer erst vor kurzem wieder aufgeholt. Nachdem man 2009 die Dividende um 50 % gekürzt hat, hat man zehn aufeinanderfolgende jährliche Steigerungen von 0,02 USD pro Aktie geschafft. Die Gesamtausschüttung liegt damit jetzt bei 0,36 USD pro Aktie. Sowohl J&J als auch Pfizer bieten Dividendeninvestoren schöne Aussichten, und wenn es um die Auszahlungen geht, haben beide ähnliche Zahlen.

Wachstumschancen und -risiken

Unternehmen wie Johnson & Johnson und Pfizer wollen mit einem Tempo wachsen, das mit dem der jüngsten Vergangenheit übereinstimmt. Als Johnson & Johnson Anfang Januar seine Finanzergebnisse vorlegte, verzeichnete das Unternehmen im gesamten Jahr einen Umsatzzuwachs von 12 % im Pharmasegment. Doch obwohl die Listenpreise für viele seiner Medikamente weiter steigen, sagte J&J, dass seine Nettopreise in den USA zwischen 6 % und 8 % fielen, was die Rabatte widerspiegelt, die man aushandeln musste, um die Krankenkassen nicht zu verärgern. Außerdem war der Ausblick für 2019 und darüber hinaus trüb, mit prognostizierten Umsatzsteigerungen für Pharma von weniger als 3 % in diesem Jahr. Kombiniert mit den schleppenden Ergebnissen an anderer Stelle innerhalb des Gesundheitskonzerns könnte J&J 2019 auf operativer Basis insgesamt gleichbleibende Umsätze erzielen – eine große potenzielle Enttäuschung für die Anleger.

Inzwischen hat Pfizer auch die Investoren etwas nervös gemacht. Im jüngsten Bericht verzeichnete der Pharmakonzern für das Gesamtjahr 2018 nur ein Wachstum des operativen Umsatzes von 2 %, wobei der bereinigte Jahresüberschuss gegenüber 2017 um 12 % stieg. 2019 könnte ebenso herausfordernd sein, da die Erwartungen an den Umsatz für das Jahr zwischen 52 und 54 Milliarden USD liegen. Die Stärke im innovativen Gesundheitssegment von Pfizer stammte hauptsächlich von Blockbuster-Medikamenten wie Ibrance, Eliquis und Xeljanz, aber die Verluste an Patentschutz für Schlüsselmedikamente wie Viagra und Enbrel belasteten die Ergebnisse. Die grundlegende Gesundheitseinheit von Pfizer verzeichnete dagegen weitere Rückgänge, da eine starke Performance in den Schwellenländern nur einen Teil der Rückgänge in den entwickelten Märkten ausgleichen konnte.

Die Wette auf Pharma

In vielerlei Hinsicht müssen sich sowohl Pfizer als auch Johnson & Johnson vielen gleichen Herausforderungen stellen. Ich denke, dass Pfizer etwas besser dasteht, weil man sich mehr auf Pharma konzentriert. Trotzdem setzt man auch auf Gesundheitslösungen für Patienten und hat dazu auch ein Joint Venture mit GlaxoSmithKline am Laufen. Zudem sprechen die etwas günstigere Bewertung sowie die höhere Dividendenrendite für Pfizer.

Dan Caplinger besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt Aktien von Johnson & Johnson.

Dieser Artikel erschien am 29.1.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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