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Google vs. Apple – welche Aktie ist der bessere Kauf?

Hier haben wir zweifellos zwei der mächtigsten Unternehmen, die die Welt je gesehen hat. Das eine ist der Hersteller des iPhones, des ersten richtigen Smartphones – jenes Gerät, das die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren, von Grund auf verändert hat. Das andere hat alle Informationen der Welt gesammelt und uns zur Verfügung gestellt.

Die Rede ist hier natürlich von Apple (WKN:865985) und Alphabet (WKN:A14Y6F), das oft unter dem Namen seiner größten Tochtergesellschaft bekannt ist: Google. Die Investoren beider Unternehmen haben in den letzten 15 Jahren enorme Gewinne erzielt. Aber welche ist die bessere Aktie, wenn man sich heute für einen Kauf entscheidet?

Eines vorweg: Diese Frage kann niemand mit hundertprozentiger Sicherheit beantworten. Weder ich noch irgendjemand anderes.

Trotzdem können wir die beiden Aktien aus drei verschiedenen Blickwinkeln betrachten und bewerten und uns dann einmal ansehen, was dabei herauskommt.

Finanzkraft

Als Anleger denke ich langfristig. Wenn ich eine Aktie kaufe, überlege ich, wo sie stehen könnte, wenn ich in Rente gehe – was in 30 Jahren der Fall sein wird. Auf diese Weise habe ich mich damit abgefunden, dass ich einige Abschwünge und Rezessionen durchmachen werde.

Ich will nun wissen, ob die Unternehmen, deren Aktien ich halte, sogar von solchen schwierigen Zeiten am Ende profitieren können. Wie das? Nun, Unternehmen, deren Konten randvoll mit Cash sind, können in solchen Zeiten ihre dann günstigen eigenen Aktien zurückkaufen, oder auch Konkurrenten zum Schnäppchenpreis übernehmen – oder einfach den Kunden Deals anbieten, bei denen die Konkurrenz einfach nicht mithalten kann, und diese dann Bankrott gehen. Was auch immer solche Unternehmen am Ende tun, sie werden aus den schwierigen Zeiten eher stärker als schwächer hervorgehen.

Man sollte beachten, dass Alphabet und Apple in Bezug auf die Marktkapitalisierung etwa gleich groß sind:

Unternehmen
Cash Verschuldung Freier Cashflow
Apple 245 Milliarden USD 93 Milliarden USD 62 Milliarden USD
Alphabet 119 Milliarden USD 4 Milliarden USD 23 Milliarden USD

Quelle: Yahoo! Finance.

Technisch gesehen liegt Apple vorn. Das Unternehmen verfügt über eine größere Netto-Cash-Position (Cash minus Schulden) und einen stärkeren freien Cashflow. Aber welches Unternehmen würde aus harten Zeiten eher noch stärker hervorgehen?

Da beide derart starke Bilanzen mit einem sehr starken freien Cashflow vorweisen können, will ich das hier mal ein Unentschieden nennen. Beide Unternehmen könnten von einem wirtschaftlichen Abschwung enorm profitieren. Ich glaube, dass Alphabet vielleicht einen kleinen Vorteil hätte, da Apples Einnahmen vor allem auf Verkäufen von teuren iPhones beruhen (mehr dazu unten).

Gewinner: Unentschieden.

Bewertung

Als nächstes haben wir die Bewertung, was eigentlich nur bedeutet, dass wir wissen wollen, welche Aktie „billiger“ zu haben ist als die andere. Anfänger sollten berücksichtigen, dass der Aktienkurs kein genaues Abbild dafür ist, ob eine Aktie billig ist.

Viel eher gibt uns die Beurteilung des Aktienkurses im Vergleich zu anderen Kennzahlen – wie dem Gewinn (price-earnings, P/E), dem Free Cashflow (price-free cahs flow, P/FCF) oder dem Wachstumspotenzial (potential for growth ratio, PEG-Verhältnis) – ein besseres Bild davon, wofür man am Ende Geld hinlegt. So sieht es bei den beiden aus:

Unternehmen P/E P/FCF PEG-Verhältnis
Dividende
FCF-Auszahlungsverhältnis
Apple 14 13 1,0 1,8 % 23 %
Alphabet 28 34 1,6 / /

Quelle: Yahoo! Finance und E*Trade.

Hier kann man einen viel klareren Gewinner ermitteln. Apple ist nicht nur auf der Basis von Gewinn und freiem Cashflow billiger, sondern auch im Vergleich zu den Wachstumsaussichten günstiger. Und darüber hinaus zahlt die Aktie sogar eine Dividende. Da weniger als ein Viertel des freien Cashflows für die Dividende verwendet wird, ist diese sehr sicher und bietet viel Platz für Wachstum.

Gewinner: Apple.

Nachhaltige Wettbewerbsvorteile

Am Ende kommt das mit Abstand Wichtigste – leider ist es auch am schwierigsten zu messen: nachhaltige Wettbewerbsvorteile – oder auch „Gräben“ (engl.: „moats“), wie man das Phänomen unter Anlegern nennt. Gräben sind diese Art von Vorteile, wegen der Unternehmen jahrzehntelang an der Spitze bleiben, während die Konkurrenz vergeblich versucht, das Geschäftsfeld anzugreifen.

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Arten von Graben, über die Unternehmen verfügen können:

  1. Kostengünstige Produktion: Wenn ein Unternehmen etwas von gleicher oder besserer Qualität zu einem konstant niedrigeren Preis anbietet, wird es langfristig als Gewinner hervorgehen.
  2. Hohe Wechselkosten: Viele Unternehmen binden Kunden, indem sie es diesen vorsätzlich erschweren, zu einem anderen Anbieter zu wechseln.
  3. Netzwerkeffekte: Mit jedem zusätzlichen Nutzer einer Dienstleistung (oder eines Produkts) wird diese Dienstleistung (oder dieses Produkt) zunehmend wertvoller.
  4. Immaterielle Vorteile: Dazu gehören Dinge wie Markentreue, Patente und Schutz von behördlicher Seite.

Fangen wir mal mit Apple an. Der größte Graben des Unternehmens kommt via Markenkraft. Während iPhones und iMacs vielleicht nur ein bisschen besser sind als die Konkurrenz, sind die Verbraucher bereit, viel mehr dafür zu zahlen. Forbes unterstützt diese These und weist Apple den höchsten Markenwert der Welt zu – einen Wert, der auf 183 Milliarden USD geschätzt wird.

Aber das ist noch nicht alles: Apple bindet die Kunden auch dank hoher Wechselkosten an sich. Wer ein iPhone, einen iMac oder MacBook und/oder ein iPad besitzt und diese Geräte alle mittels iCloud miteinander synchronisiert, ist wahrscheinlich nicht so leicht bereit, dieses System einfach so aufzugeben.

Auch wenn der Kauf eines Android-Handys isoliert durchaus Sinn macht, ist es gleich viel schwieriger, wenn man mit diesem Gerät den so vertrauten Kosmos verlässt. Das erklärt auch, warum viele Investoren so begeistert sind, dass Apples Sparte „Services“ derart boomt – es ist für sie ein Zeichen, dass immer weniger Menschen es auf sich nehmen, den Apple-Kosmos zu verlassen.

Alphabet hingegen verfügt ebenfalls über mächtige Gräben. Das Unternehmen ist zwar nicht ganz so stark wie Apple, hat aber auch einen sehr hohen Markenwert. Forbes schätzt den Wert auf 132 Milliarden USD und somit als zweitwertvollste Marke der Welt.

Das Unternehmen profitiert auch von den gleichen hohen Wechselkosten wie Apple – wenn auch in kleinerem Umfang. Wenn alle Bilder, die man mit dem Android-Handy aufnimmt, und alle Dokumente vom Chromebook automatisch in Google Drive hochgeladen werden, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass man sich dann noch ein Apple-Gerät kauft.

Aber der eigentliche Coup bei Google liegt bei der kostengünstigen Produktion. „Produktion wovon?“, könnte man fragen. Nun: Daten – riesige, riesige, riesige Mengen an Daten. Google hat acht verschiedene Dienste mit jeweils über einer Milliarde Nutzern: Search, Maps, GMail, den Google Play Store, Google Drive, Chrome, Android und YouTube.

Die meisten dieser Produkte sind kostenlos, und das ist für Google völlig in Ordnung. Das Unternehmen kann dafür Daten sammeln und an Kunden verkaufen. Danach können haargenau passende Anzeigen an die Nutzer ausgespielt werden, was niemandem sonst gelingt (außer Facebook). Am Ende muss man einfach nur wissen, dass Google – und damit Alphabet – im Wesentlichen ein Werbeunternehmen ist. Über 85 % des Umsatzes von Alphabet kommen aus dem Bereich Werbung.

Es gibt noch einen weiteren wichtigen Graben, der wichtig ist: YouTube, die zweitbeliebteste Website der Welt hinter Google selbst, profitiert vom Netzwerkeffekt. Wer Videos macht, weiß, dass andere diese auf YouTube sehen werden. Das zieht weitere Nutzer an – und damit mehr Produzenten von Inhalte. Das ist ein starker Sog.

Auch wenn Apples Graben sich als doch stärker erwiesen hat, als ich annahm dachte, glaube ich, dass Alphabet hier auf lange Sicht überlegen sein wird.

Sieger: Alphabet.

Und der Gewinner ist…

So, der Moment der Entscheidung. Eigentlich deutet hier alles auf ein Unentschieden hin. Aber in einem solchen Fall will ich dem Unternehmen mit dem größeren Graben den Vorzug geben. Und das ist Alphabet. Das denke ich auch ganz persönlich: Alphabet macht über 10 % meines Portfolios aus.

Ich habe großen Respekt vor Steve Jobs und Tim Cook und ihren Teams, vor der Marke und dem, was das Unternehmen erreicht hat. Aber ich denke, dass es sinnvoller ist, in Services (Alphabet) anstatt in Hardware (Apple) zu investieren. Auch wenn sich eine Investition in beide bislang als gute Entscheidung erwiesen hat, denke ich, dass Alphabet langfristig die bessere Investition ist.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet, Apple und Facebook. Brian Stoffel besitzt Aktien von Alphabet und Facebook. Dieser Artikel erschien am 3.2.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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