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Aphria vs. Canopy Growth – welche ist die bessere Cannabisaktie?

2018 ging es für die Cannabisbranche richtig los: explosives Wachstum! Selbst ein Einbruch Mitte des Jahres konnte der Begeisterung für Marihuana-Aktien keinen Dämpfer erteilen. Unter den relativ wenigen Aktien, die direkt an den großen Börsen der USA gehandelt werden, haben sich dann Aphria (WKN:A12HM0) und Canopy Growth (WKN:A140QA) als potenziell große Branchen-Player hervortun können.

Wenn es um Investitionen geht, muss man unbedingt einen Rahmen und Leitfaden für die Bewertung von Aktien haben, der für Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen funktioniert. Selbst bei den spezifischen Herausforderungen, denen Unternehmen in der Cannabisbranche ausgesetzt sind, sollte man nach wie vor einige wichtige Kennzahlen betrachten, die Aufschluss über zukünftigen Erfolg geben können. Und genau das werden wir jetzt tun, um herauszufinden, welche der beiden Aktien wohl der bessere Kauf ist.

Bewertung und Wertentwicklung der Aktien

Eine Wahl von Cannabisaktien auf Grundlage der Bewertung ist immer noch eine Herausforderung, denn die schnell expandierenden Unternehmen stecken weiterhin alles verfügbare Geld in ihre Expansion. Hier wird man keine Gewinne finden, aus denen sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis ablesen lässt.

Der Blick auf den Umsatz kann jedoch einen Hinweis auf relative Bewertungen geben. Canopy wird mit einer hohen Bewertung von mehr als dem 100-Fachen des Umsatzes in den vergangenen 12 Monaten gehandelt, was mal abgesehen vom Wachstumspotenzial von Cannabis tatsächlich erstaunlich ist. Aphria kann nur etwa die Hälfte der Umsätze von Canopy vorweisen, aber die Marktkapitalisierung ist viel geringer, was zu einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von etwa 45 führt. Das gibt Aphria hier den Vorzug, aber hier sind beide Aktien schlicht extrem teuer.

Aus Sicht des Aktienkurses hat sich Canopy weitaus besser entwickelt als Aphria. Denn Canopy hat im vergangenen Jahr einen Kursanstieg von 18 % verzeichne können, Aphria hingegen ist seit Januar 2018 59 % gefallen. Allerdings sind beide Aktien in den vergangenen drei Monaten gefallen, wie auch die gesamte Branche nach der Legalisierung von Cannabis in Kanada an Wert verloren hat.

Strategische Partnerschaften

Eine der wichtigsten Strategien für aufstrebende Unternehmen in der Cannabisbranche ist die Suche nach einem Partner, der hilft das Geschäft auszubauen. Canopy Growth ist dabei das Modell, das viele andere Marihuanazüchter verfolgen. Denn Canopy hat es geschafft, eine große Investition vom Spirituosenriesen Constellation Brands (WKN:871918) zu bekommen. Damit wurde die Tür zu globalen Vertriebskapazitäten weit aufgestoßen, außerdem lassen sich gemeinsam besser Marketing und alles Finanzielle stemmen.

Bisher hat Aphria keine großen Partnerschaften schließen können. Stattdessen hat man sich entschieden, selber Zukäufe zu tätigen – so will das Unternehmen wachsen und gleichzeitig unabhängig bleiben. Diese Strategie war nicht unumstritten, vor allem angesichts der Behauptungen, dass Interessenkonflikte des Managements hier und da zu Fehlentscheidungen geführt hätten. Aphria ist groß genug, um die Aufmerksamkeit mehrerer großer Akteure im Konsumgüterbereich auf sich zu ziehen, doch stattdessen wiegt man derzeit einen möglichen Buyout durch ein Unternehmen ab, das noch kleiner ist als Aphria selbst. Hier hat also Canopy Growth klar die Nase vorn.

Wachstumsaussichten und Risiken

Hier haben sowohl Canopy Growth als auch Aphria viel Potenzial, aber Erfolg ist noch lange kein Selbstläufer. Für Canopy sollten die Unterstützung von Constellation, der Erfolg der Marke Tweed sowie der rapide Ausbau der Produktionskapazitäten Vorteile gegenüber den meisten Konkurrenten verschaffen. Da der kanadische Einzelhandelsmarkt für Cannabis reift, sollte Canopy von der Nachfrage profitieren können. Die Bemühungen um eine globale Expansion zeigen ebenfalls erste Anzeichen von Erfolg. Man hat das erklärte Ziel, so ziemlich jede Ecke des Marktes zu besetzen. Darunter auch mit Cannabis versetzte Getränke, die Behandlung von Schlafstörungen, Schmerzlinderung und sogar Produkte für Tiere. Canopys CEO Bruce Linton ist ehrgeizig und hat genug Unterstützung, um alle diese Ziele auch zu verfolgen.

Derweil hat Aphria mit einer Kontroverse zu kämpfen. Das Unternehmen erhielt ein Übernahmeangebot von Green Growth Brands, das aber von einer Reihe von Bedingungen abhängig ist, die von vielen als riskant bezeichnet werden. Leerverkäufer haben festgestellt, dass einige der Personen, die an Green Growth und seinem jüngsten Fusionspartner Xanthic Biopharma beteiligt sind, ebenfalls Beziehungen zu Aphria haben. Schon merkwürdig, dass ein an der New Yorker Börse notiertes Unternehmen ernsthaft ein Kaufangebot eines Konzerns abwägt, der nur an einer kanadischen Börse notiert ist – und der bei weitem nicht das versprechen kann, was Constellation für Canopy leistet. Das macht Aphria zu einer riskanteren Anlage.

Somit sieht selbst bei einer höheren Bewertung Canopy Growth wie der derzeit bessere Pick aus. Aphria hat zu viel mit sich selbst zu tun und zu klären, um für die Zukunft Sicherheit zu finden. Erst dann können sich Anleger mit der Aktie ernsthaft beschäftigen.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Constellation Brands. Dan Caplinger besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 6.1.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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