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Cronos Group vs. Scotts Miracle-Gro: Welche ist die bessere Cannabisaktie?

Foto: Getty Images

Tja, wofür soll man sich nur entscheiden? Für die Dynamik oder für die Aussicht auf ein Comeback? Es ist nicht einfach, wenn es darum geht, sich lieber Aktien der Cronos Group (WKN:A2DMQY) oder Scotts Miracle Gro (WKN:883369) ins Portfolio zu holen. Die Aktien von Cronos sind 2018 um mehr als 45 % gestiegen, während Scotts Aktien um rund 40 % gefallen sind.

Eine weitere Frage, die dabei im Raum steht: Will man lieber eine reine Cannabisaktie (Cronos) oder einen Top-Lieferanten für Cannabisanbieter haben, der auch umfangreiche Aktivitäten außerhalb der Cannabisbranche verfolgt – wie eben Scotts? Betrachten wir doch einmal, was die Zukunft für die beiden bereithält. Auf geht’s zum Vergleich!

Was für Cronos Group spricht

Die Aussichten von Cronos Group dürften auf lange Sicht sehr gut sein. Der kanadische Markt für Cannabis startet ja jetzt erst. Nach Prognosen von Arcview Market Research und BDS Analytics dürfte der gesamte Cannabismarkt des Landes bis 2022 auf rund 5,5 Milliarden USD wachsen.

Die Chancen für Cronos in Europa sehen noch vielversprechender aus. Das Unternehmen hat bereits einen Liefervertrag in Deutschland, was in den kommenden vier Jahren wahrscheinlich der am schnellsten wachsende Cannabismarkt der Welt sein dürfte. Cronos hat auch einen Liefervertrag mit Polen abgeschlossen.

Und es gibt noch mehr internationale Wachstumstreiber für Cronos. Der Cannabisproduzent unterhält Joint Ventures in Australien, Israel und Lateinamerika.

Das Wichtigste für Investoren ist jedoch, dass das Unternehmen wohl zu den beiden führenden kanadischen Marihuanaproduzenten gehört, die für eine internationale Expansion am besten positioniert sind. Denn Cronos hat kürzlich die Investition eines großen Unternehmens außerhalb der Cannabisbranche angekündigt. Anfang Dezember wählte der Tabakriese Altria (WKN:200417) Cronos Group als Cannabispartner und kaufte für rund 1,8 Milliarden USD rund 45 % des Unternehmens.

Dieser Deal gibt Cronos eine beträchtliche Menge an Cash, das zur internationalen Expansion verwendet werden soll, wie CEO Mike Gorenstein sagte. Cronos hat nun einen großen Partner an seiner Seite, der über viel Erfahrung bei der erfolgreichen Markteinführung von Produkten in stark regulierten Märkten auf der ganzen Welt verfügt.

Und es gibt noch eine weitere Möglichkeit für Cronos, die sich auszahlen könnte. Cronos hat sich mit Ginkgo Bioworks zusammengetan, um hochreine Cannabinoide aus gentechnisch veränderten Hefestämmen herzustellen. Sollte das Projekt wie gewünscht klappen, könnten die Kosten für die derzeitigen Methoden zur Herstellung von Cannabinoiden durch Extraktion aus Cannabispflanzen drastisch gesenkt werden.

Was für Scotts Miracle-Gro spricht

Wie sieht es bei Scotts aus? Damals, in den Tagen des Goldrausches, hieß es, dass die größten Gewinner nicht die Schürfer selbst waren, sondern diejenigen, die ihnen Hacken und Schaufeln lieferten. Da die Cannbisrevolution in vollem Gange ist, passt Scotts definitiv in die Kategorie „Hacken und Schaufeln.“

Vor einigen Jahren hat man sich bei Scotts Miracle-Gro bewusst dafür entschieden, ein Big Player in der US-Cannabisbranche zu werden. Die Tochtergesellschaft Hawthorne Gardening ging mit einer Reihe von Akquisitionen auf Einkaufstour. Heute ist Hawthorne der größte Anbieter von Hydrokulturlösungen für US-Marihuana-Anbauer. Das Unternehmen liefert auch Produkte wie Düngemittel, Beleuchtungssysteme, Bewässerungssysteme und Lüftungssysteme.

Der größte Markt für Hawthorne ist derzeit Kalifornien. Obwohl der kalifornische Markt 2018 einen holprigen Start hinlegte, sollte sich die Größe des Marktes bis 2022 auf 7,7 Milliarden USD mehr als verdoppeln. Aber es gibt noch größere Möglichkeiten für Scotts außerhalb Kaliforniens.

Einunddreißig US-Bundesstaaten haben medizinisch verwendetes Marihuana bereits legalisiert, wobei 10 bereits Cannabis komplett legalisiert haben. Für Scotts sind natürlich diese 10 besonders interessant.

Weitere große US-Bundesstaaten, darunter Illinois, New Jersey und New York, könnten Cannabis in nicht allzu ferner Zukunft ebenfalls legalisieren. Diese Bundesstaaten könnten für Scotts neue Märkte bieten, die zusammengenommen etwa die Größe des kalifornischen Marktes haben.

Natürlich müssen wir auch die Perspektiven für das Kerngeschäft Rasen- und Gartenprodukte von Scotts Miracle-Gro betrachten. Zugegebenermaßen sind die Wachstumschancen bei Konsumrasen- und Gartenprodukten nicht so aufregend wie in der Cannabissparte. Es gibt jedoch ein paar Dinge zu beachten.

Erstens führt Scotts weiterhin neue Produkte ein, die den Umsatz im Kerngeschäft steigern sollen. Zweitens profitiert das Unternehmen von längeren wärmeren Jahreszeiten. Der Klimawandel könnte für Scotts gar nicht schlecht sein. Drittens generieren die Rasen- und Gartenprodukte einen soliden Cashflow, aus dem das Unternehmen seine Dividenden finanziert. Die Dividendenrendite von Scotts liegt derzeit bei fast 3,4 %.

Welche ist die bessere Cannabisaktie?

Ich denke, dass sowohl Cronos als auch Scotts Miracle-Gro langfristig Gewinner sein werden. Aber welche ist die bessere Marihuanaaktie? Nun, das kommt ganz darauf an.

Defensive Anleger sind wahrscheinlich mit Scotts Miracle-Gro besser bedient. Das Unternehmen ist profitabel. Die Dividende ist attraktiv. Scotts bietet eine Möglichkeit, von der boomenden Cannabisbranche zu profitieren und gleichzeitig finanzielle Stabilität zu haben.

Aggressive Investoren hingegen könnten sich bei Cronos sehr zuhause fühlen. Dank des Altria-Deals scheint Cronos in einer ausgezeichneten Position zu sein, um vom Wachstum des weltweiten Cannabismarktes zu profitieren. Es könnte viel Volatilität geben, aber ich sehe Cronos Group jetzt positiver als noch vor einiger Zeit.

Und Cronos darf sich wenigstens die am besten performende Cannabisaktie aller Zeiten nennen. Das ist doch auch was.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. Keith Speights besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 16.12.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschsprachigen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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