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„Alle Aktienrückkäufe der letzten Monate waren Fehlinvestitionen“

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Viele Unternehmen und Konzerne tun es wieder und wieder: Sie investieren teilweise in sich selbst, indem sie eigene Aktien zurückkaufen. Ein solches Vorgehen führt regelmäßig dazu, dass einerseits die Kurse durch das zusätzliche Kaufvolumen gestützt werden. Andererseits verringert sich ebenfalls oft die Anzahl der ausstehenden Aktien, wodurch Investoren aus relativer Sicht mehr an einem Unternehmen besitzen.

Da die weltweiten Börsen in den vergangenen Monaten jedoch erheblich korrigierten, las ich erst kürzlich eine interessante Meldung: Alle Aktienrückkäufe, die vor September des vergangenen Börsenjahres getätigt worden sind, sollen Fehlinvestitionen gewesen sein. Uff.

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Durchaus ein harter Tobak. Und selbstverständlich Anlass genug, eine solche gewagte These einem kleinen Foolishen Check zu unterziehen.

Warum alle Aktienrückkäufe Fehlinvestitionen gewesen sein sollen

Der besagte Artikel hatte vor allem einen US-amerikanischen Blickwinkel. Denn viele Unternehmen des S&P 500 hätten in den vergangenen Monaten und sogar Jahren viele, viele Milliarden für die eigenen Papiere ausgegeben.

Es wird sogar von Rekordwerten berichtet. So sei in den Börsenjahren 2016 und 2017 ein Gesamtvolumen von 550 Mrd. Euro für die Investitionen in die eigenen Papiere ausgegeben worden, was sich jedoch in den derzeitigen Zeiten der Korrektur als Fehlinvestition erwiesen habe. Denn schließlich notierten viele Aktienkurse inzwischen deutlich tiefer als in den Börsenjahren 2016 und 2017 und somit hätten die Unternehmen einige Milliarden an Geld regelrecht verbrannt.

Vor allem am Beispiel von Apple (WKN: 865985) ließe sich diese weniger vorteilhafte Rückkaufpolitik eindrucksvoll demonstrieren. Apple habe so beispielsweise zwischen Anfang Januar und Ende September des vergangenen Börsenjahres rund 63 Mrd. US-Dollar für eigene Aktien ausgegeben. Kurz vor Weihnachten hätten die gesamten Papiere jedoch letztlich 9,3 Mrd. US-Dollar weniger gekostet und nachdem Apple erst kürzlich seine Umsatzwarnung herausgegeben hat, dürfte es noch einmal deutlich weniger gewesen sein.

So weit eigentlich eine recht eingängliche Argumentation. Allerdings ist man im Nachhinein immer schlauer, daher sollte man stets ein wenig fairer und nicht lediglich aus der (kurzfristigen) Retrospektive die Aktienrückkäufe eines Unternehmens bewerten.

Inwiefern Aktienrückkäufe nämlich doch Sinn machen

Um auch das an dieser Stelle noch einmal zu betonen: Grundsätzlich macht es natürlich Sinn, sich kritisch mit Kapitalrückführungen wie Aktienrückkäufen auseinanderzusetzen. Denn das bloße Kaufen eigener Aktien kann durchaus so manches Mal ein wirklich teurer Fehler sein, wenn die eigene Aktie beispielsweise maßlos überteuert ist oder sich bessere Investitionsmöglichkeiten anbieten.

Allerdings ist die bloße Aussage, dass Aktienrückkäufe Fehlinvestitionen gewesen seien, nur weil die Börsen auf marktbreiter Sicht inzwischen korrigiert haben, eigentlich sogar objektiv falsch. Verzeih mir bitte meine Direktheit, aber anders kann ich es leider nicht ausdrücken.

Denn Aktienrückkäufe sind grundsätzlich immer sinnvoll, sofern das Management eines Unternehmens zum einen die eigene Aktie für unterbewertet hält und zum anderen keine sinnvolleren Möglichkeiten sieht, diese finanziellen Mittel in die eigenen Geschäftsbereiche oder Expansionsmöglichkeiten zu investieren. Egal ob die Börsen danach korrigieren oder steigen. Diese zwei Gütekriterien für Aktienrückkäufe sollten jedoch unterm Strich die einzigen sein, die man zur Beurteilung der Sinnhaftigkeit eines Aktienrückkaufprogramms heranzieht.

Sofern sich die Argumentation nämlich auf einen geschickteren Zeitpunkt bezieht, ist das nicht weniger als der unFoolishe Versuch, den Markt zu timen, was jedoch häufiger in die Hose gehen dürfte, als erfolgreich zu sein.

Aktienrückkäufe trotz Einbruch sinnvolles Mittel

Aktienrückkäufe dürfen daher auch trotz der marktbreiten Korrektur als langfristig sinnvolle Maßnahme bewertet werden, auch wenn sich diese kurzfristig nicht auszahlen wird. Sofern eine Aktie günstig bewertet ist kann das immer ein geeignetes Mittel sein, um die Investoren sehr direkt am Erfolg eines Unternehmens zu beteiligen. Zudem entfalten Aktienrückkäufe vor allem langfristig ihr ganzes Potenzial, indem sie über Jahre und Jahrzehnte hinweg die Gewinne auf weniger Aktien aufteilen.

Lass dich daher von so kurzfristig denkenden Meldungen nicht verunsichern, sondern denke über die aktuelle Korrektur hinaus. Denn dann dürfte vieles, und dazu gehört auch die Sinnhaftigkeit eines Aktienrückkaufprogramms, in einem vollkommen anderen Licht erstrahlen.

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Vincent besitzt Aktien von Apple. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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