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5 fürchterliche Gründe, eine Aktie zu verkaufen

Wir Fools sind langfristige Investoren. Das heißt nicht, dass wir nie verkaufen – aber es müssen wirklich gewichtige Gründe dafür vorliegen. So stellen wir sicher, nicht unüberlegt und vorschnell zu verkaufen und damit vielleicht einen Fehler zu begehen.

Manche Anleger jedoch haben zum Teil ziemlich irrationale Gründe, Aktien loszuwerden. Doch wenn du ein erfolgreicher Investor sein willst, dann hältst du dich von diesen Motiven lieber fern! Und um dir das zu erleichtern, folgen nun fünf schlechte Gründe, eine Aktie zu verkaufen.

1) Charttechnik

Wenn du Fool.de schon etwas länger verfolgst, dann weißt du, dass wir absolut keine Freunde von Charttechnik sind. Dass das so ist, hat einen einfachen Grund: Kein Charttechniker der Welt hat jemals die Renditen oder das Vermögen erfolgreicher Investoren erreicht, die langfristig und unternehmensorientiert anlegen – wie Warren Buffett zum Beispiel.

Dazu kommt: Charttechnik „lebt“ einzig und allein vom Konzept der selbsterfüllenden Prophezeihung und von Massenpsychologie – und davon, dass unsere Gehirne gerne Muster suchen. Ein guter Investor macht von so etwas Schwammigem keine Verkaufsentscheidung abhängig!

Das nächste Mal, wenn du dich dabei ertappst, den Chart einer Aktie auf irgendwelche Formationen zu analysieren, tue lieber Folgendes: Suche dir einen x-beliebigen Chart, der irgendetwas abbildet – Aufrufzahlen einer Internetseite zum Beispiel. Auch beim Analysieren dieser willkürlichen Kurve wirst du garantiert irgendwo Trendkanäle, Unterstützungen, Widerstände und ähnlichen Hokuspokus finden, die die vergangenen Schwankungen „erklären“ sollen. Die zukünftigen Aufrufzahlen der Internetseite kannst du damit jedoch genauso wenig vorhersagen wie den zukünftigen Kurs einer Aktie.

2) Das Erreichen einer bestimmten Gewinnschwelle

Während man Charttechnik zumindest noch irgendwie erklären kann, ist das Verkaufen bei Erreichen einer bestimmten Gewinnschwelle einfach nur willkürlich. Gemeint ist damit folgender Ansatz: „Ich verkaufe eine Aktie immer dann, wenn ich mit ihr X % im Plus bin.“ Zwei Gründe sprechen gegen dieses Vorgehen:

Der Kurs einer Aktie orientiert sich an Angebot und Nachfrage auf dem Markt – und ganz bestimmt nicht daran, zu wie viel Prozent sie gerade über deinem persönlichen Einstiegskurs liegt. Egal, welche Schwelle man hier wählt, sie ist absolut willkürlich und sagt nichts aus.

Hinzu kommt, dass man mit dieser Strategie automatisch einen der größten Börsenfehler begeht: Gewinne zu begrenzen und Verluste laufen zu lassen. Bildlich gesprochen gießt man damit Unkraut und jätet Blumen, obwohl es umgekehrt doch viel mehr Sinn ergeben würde!

3) Reagieren auf News

Ob damit nun die neuen Quartalszahlen, eine Pressemeldung oder ein Medienbericht gemeint ist: Aufgrund von News zu verkaufen, ist selten eine gute Idee. Elektronische Handelssysteme mit Algorithmen, die in Sekundenbruchteilen reagieren können, haben aufgrund einer Neuigkeit bereits verkauft, bevor du dreimal geblinzelt hast. Damit ist die Neuigkeit im Kurs eingepreist und deine Verkaufschance aufgrund eines Informationsvorsprungs sind dahin.

Schlaue Anleger erkennen, dass sie einen solchen Informationsvorsprung nicht haben, und blenden die Hysterie der Medienlandschaft daher aus. Die allermeisten Neuigkeiten, die herauskommen, sind langfristig sowieso nicht besonders relevant.

4) Sich auf den Rat von anderen verlassen

So wenig, wie man beim Kauf von Aktien blind auf andere hören sollte – ja, auch wenn du es hier auf Fool.de liest –, so wenig sollte man das auch beim Verkauf tun. Natürlich darf (und soll!) man dich mit anderen Anlegern über seine Aktien austauschen und mögliche Risiken finden, aber anderen Leuten blind zu folgen, kann gefährlich sein.

Möglicherweise hat derjenige, der gerade zum Verkauf rät, nicht sauber recherchiert oder wichtige Details ausgelassen. Auf seinen Rat hin zu verkaufen, wäre ein absolut vermeidbarer Fehler. Daher gilt: Anleger sollten sich immer eine eigene Meinung zu ihren Aktien und anderen Entwicklungen bilden.

5) Aus dem Bauch heraus

Oft genug verkaufen Anleger Aktien einfach so – ohne jeden Grund, ohne jede Überlegung. Einfach nur, weil sie in Aktionismus verfallen und gerade das Gefühl haben, man müsse mal wieder irgendwo Gewinne mitnehmen.

Dieses „Sichern von Gewinnen“ sollte man eigentlich eher als „Vermeiden weiterer Gewinne“ bezeichnen, denn nichts anderes tut man damit: Wenn das Unternehmen weiter gut wirtschaftet, sich an den Zukunftsaussichten nichts geändert hat und die Aktie nicht vollkommen übertrieben bewertet ist, warum sollte man sich dann von der Aktie trennen? Ganz nebenbei bringt man durch solche Verkäufe sein Depot dem Glücksspiel ein ganzes Stück näher und macht seinen Broker unnötig reich.

Wie kann man diese Fehler vermeiden?

Die meisten dieser Fehler vermeidest du automatisch, wenn du dir eine Investitionsthese erstellst. In dieser These erklärst du dir in ein paar Sätzen selbst, warum du eine Aktie kaufst. Dabei kannst du zum Beispiel auf Geschäftsmodell, Wachstumschancen, Strategie, Bilanzkennzahlen und Ähnliches eingehen.

Wann immer du dich versucht fühlst, eine Aktie aus den oben genannten Gründen zu verkaufen, lies dir deine Investitionsthese durch und frage dich, ob diese noch intakt ist. Wenn ja, dann kannst du dich entspannt zurücklehnen und einfach mal nichts tun!

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