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Warum die Zalando-Aktie dieses Jahr um 49 % gefallen ist

Eieiei, die Aktie von Zalando (WKN: ZAL111) hat wahrlich kein gutes Jahr hinter sich.

Während sie in der ersten Jahreshälfte eher seitwärts tendierte und im Juli sogar ein neues Allzeithoch bei 50,34 Euro markierte, ging es seither in einer Tour abwärts: Die Verluste gegenüber dem Allzeithoch summieren sich auf über 55 %, seit Jahresbeginn verlor die Aktie immerhin knapp die Hälfte (Stand: 17.12.).

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Was ist mit Zalando passiert und könnte die Aktie eine interessante Turnaround-Gelegenheit sein?

Was passiert ist

Wie gesagt begann die Zalando-Aktie ihre Abwärtsbewegung im Sommer – genauer gesagt mit dem Verkünden der Zahlen zum zweiten Quartal 2018. Diese waren aufgrund des nachlassenden Wachstums und des gesunkenen Preises je Bestellung vom Markt schlecht aufgenommen worden. Es sollte jedoch noch schlimmer kommen.

Mitte September sah sich das Zalando-Management gezwungen, die Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr zu senken: Der Umsatz soll nun gegenüber 2017 nur noch um etwa 20 % zulegen, vorher waren ein paar Prozentpunkte mehr erwartet worden. Auch das voraussichtliche EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) wurde deutlich nach unten korrigiert.

Und weiter?

Weitere schlechte Nachrichten kamen mit den Zahlen zum dritten Quartal 2018, die die Markterwartungen abermals unterboten haben: Das Umsatzwachstum zum Vorjahr brach auf nur noch 11,7 % ein, und auch der durchschnittliche Warenkorbwert sank weiter. Sowohl für die Prognosesenkung als auch für die schwachen Quartalszahlen machte Zalando den ungewöhnlich langen und heißen Sommer verantwortlich, der die Einzelhandelsumsätze drückte.

Der letzte Streich dann am 17. Dezember: Der britische Konkurrent ASOS (WKN: 912703) senkte seine Umsatzprognose, wodurch auch die Aktie von Zalando in Mitleidenschaft gezogen wurde und um 11,6 % abstürzte.

Kurzum: Das zweite Halbjahr war für Zalando voller schlechter Nachrichten, die die Aktie ganz schön nach unten prügelten. Doch letzten Endes hängen die Prognosesenkung, die schwachen Quartalszahlen zum dritten Quartal und die gesenkte Prognose von ASOS alle von demselben nicht bestimmbaren Einflussfaktor ab: der kurzfristig eingebrochenen Nachfrage im Einzelhandel.

Das langfristige Bild ist weiter intakt!

Dabei sehe ich überhaupt keinen Grund, warum Zalando langfristig nicht zu weiteren Umsatzsteigerungen in der Lage sein sollte, denn der potenzielle Markt für das Unternehmen ist weiter riesig:

Zalandos Anteil am europäischen Modemarkt lag 2017 laut Unternehmensangaben bei 1,3 %, dieser soll langfristig auf 5 % gesteigert werden – eine knappe Vervierfachung. Das Erreichen dieses Ziels halte ich für durchaus realistisch, da gerade jüngere Kunden sich immer mehr dem Onlineshopping zuwenden. Zugleich steigt Zalando momentan auch noch in den Beauty-Markt ein, wo weitere Umsatzpotenziale warten.

Auch darüber, dass Zalando derzeit hin und wieder einen Verlust schreibt, müssen Anleger sich nur wenig Gedanken machen: Diese Strategie hat auch Amazon lange verfolgt. Das Hauptziel von Zalando ist das schnelle, aggressive Gewinnen weiterer Marktanteile, um zukünftig hohe Gewinne abschöpfen zu können. Natürlich ist die Strategie nicht ganz risikolos, aber die Bilanz von Zalando ist aktuell stark genug, um das zu verkraften.

Die Bewertung der Aktie ist attraktiv

Lass uns zu guter Letzt noch einen Blick auf die Aktienbewertung werfen, denn die ist wirklich interessant: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) auf Basis des voraussichtlichen Umsatzes 2018 liegt nach dem jüngsten Einbruch nur noch bei 1,05, also auf Value-Aktien-Niveau.

Wenn man die zukünftigen Gewinnsteigerungen betrachtet, ist die Aktie erst recht interessant: Sollte Zalando seinen Umsatz in den nächsten zehn Jahren um 15 % im Jahr steigern können – wesentlich weniger als in den letzten Jahren –, und sollte Zalando im Jahr 2028 eine Nettomarge von nur 5 % erzielen, wird der Gewinn 2028 bei 1,09 Mrd. Euro liegen.

Selbst bei dieser pessimistischen Prognose liegt der Unternehmensgewinn in zehn Jahren bei einem Fünftel der heutigen Marktkapitalisierung von etwa 5,65 Mrd. Euro. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Zalando 2028 bei 5 liegen wird. Kurzum: Hier besteht das Potenzial zur Vervielfachung!

Zalando-Aktionäre, die schon länger dabei sind, sollten daher aufgrund der diesjährigen Kursverluste nicht den Mut verlieren: Meiner Meinung nach hat der Aktienmarkt hier deutlich überreagiert. Bisher nicht investierte Anleger könnten die günstigen Kurse nutzen und auf den Turnaround setzen. Denn wenn Zalando weiter gut wachsen sollte, wird dieser früher oder später kommen.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Zalando. The Motley Fool empfiehlt Zalando.

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