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Mein Leben mit Bitcoin in fünf Episoden

Foto: Getty Images

Bitcoin hat niemanden kaltgelassen über die letzten zwei Jahre, egal, ob du mitgemacht oder das Ganze nur von der Seitenlinie aus beobachtet hast. Es war bisher eine aufregende Zeit mit vielen Wendungen und lehrreichen Einsichten.

Die Überheblichkeitsphase

Als das ursprüngliche Nerd-Thema „Bitcoin“ Anfang 2017 Fahrt aufnahm und sich in den Mainstream vorarbeitete, habe ich mir zum ersten Mal ein genaueres Bild davon gemacht. Wie ein Blitz schoss es mir durch den Kopf: „Über so etwas Ähnliches habe ich mir doch bereits vor 15 Jahren an der Uni Gedanken gemacht.“ Also habe ich die Diplomarbeit herausgeholt und nachgeschlagen, was ich damals zu dezentralen digitalen Zahlungsmitteln ohne institutionelle Regulierung geschrieben habe.

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Allzu viel war es ehrlich gesagt nicht, aber immerhin stand dort eindeutig, dass so etwas nur unter völlig unrealistischen Bedingungen funktionieren kann, weil für stabile Preise ein ständiger Ausgleich von Geldmenge und Gütermenge sichergestellt werden muss.

Die Sache war für mich von da an klar: Bitcoin ist ein Experiment, das letztlich scheitern würde. Der Kurs der „Währung“ könnte von einem Tag auf den anderen um 90 % oder noch mehr einbrechen – diese Meinung band ich jedem auf die Nase.

Das war Anfang Juni und der Kurs lag bei 2.258 Euro.

Die FOMO-Phase

Aber bei Gelddingen ist es nie gut, sich seiner Sache zu sicher zu sein. Der Markt war dann auch zunächst ganz anderer Meinung. Bis Oktober verdoppelte sich der Kurs einmal, bis Ende November nochmal und bis Mitte Dezember ein drittes Mal. Kurzfristig kamen mir dann auch Zweifel, ob ich bei meiner Einschätzung nicht doch vielleicht etwas Entscheidendes übersehen hatte, und die Überheblichkeit wich einem anderen Gefühl: FOMO – die Angst, etwas zu verpassen, die jeder Anleger kennt, der bei einer Gelegenheit, die er im Auge hatte, nicht zugegriffen hat.

Bei langjährigen Turboaktien wie Wirecard (WKN:747206) war die Situation bis zum DAX-Aufstieg ähnlich. Hinterher ist man bei so was immer schlauer und möchte sich vielleicht in den Hintern treten, warum man nicht mutiger war und seiner Intuition vertraut hat. Hätte man nicht erkennen können, dass Wirecard unbändig wächst? War es nicht offensichtlich, dass Bitcoin einen weltweiten Tsunami losgetreten hatte?

Wer allerdings nur deshalb investiert, weil ein Thema gerade in Mode ist, der fällt damit wahrscheinlich häufiger auf die Nase, als dass er Gewinne einfährt. Dabei muss man sich auch klarmachen, dass es unglaublich schwierig ist, den richtigen Ausstiegszeitpunkt zu finden, wenn man keine Ahnung hat, was der faire Wert sein könnte. (Bei einem werthaltigen Unternehmen wie Wirecard hättest du hingegen durchaus mit einer tiefergehenden Analyse zum richtigen Ergebnis kommen können.)

Die Ärgerphase

Als der Bitcoinkurs immer weiter stieg und die Fans in den Diskussionsforen triumphierten, fühlte ich eine wachsende Verärgerung. Und zwar nicht nur darüber, dass der Markt das Gegenteil von dem machte, was ich erwartete, sondern auch wegen der negativen Nebenwirkungen. Bitcoin war zum allgemeinen Gesprächsthema geworden, wie ich es zuletzt vor der Dot-com-Krise erlebt hatte, und der weltweite Stromverbrauch der Mining-Computer drohte bereits das Klima aufzuheizen.

Das alles widersprach meinen tiefsten Überzeugungen, was gut für die Welt ist. Aber als ich im Dezember 2017 an einem einsamen Ort am Ende der Welt einen jungen Familienvater dabei beobachtete, wie er während eines Folklorekonzerts nervös den Bitcoinkurs checkt, wusste ich, dass das Ende nah ist. Die viel zitierte Dienstmädchenhausse war schließlich noch jedes Mal das Ende jeder Spekulation.

Über das vierte Quartal hinweg suchte ich mit wachsender Intensität nach Möglichkeiten, um von einem großen Kurseinbruch zu profitieren. So richtig fündig geworden bin ich jedoch nicht. Mit Zertifikaten konnte man höchstens auf einen weiteren Anstieg setzen. Wie wir heute wissen, hätte eine Wette gegen Chiphersteller wie NVIDIA (WKN:918422) funktionieren können, aber die Korrektur der Aktie kam erst Anfang Oktober 2018.

Die paranoide Phase

So richtig crashen wollte der Bitcoin dann ja auch gar nicht. Fast das ganze Jahr 2018 über verbrachte er in einer Spanne zwischen 5.000 und 9.000 Euro. Das warf neue Fragen auf: Obwohl die Kryptowährung doch eigentlich entzaubert wurde, hielt sie sich stabil auf einem völlig fiktiven Niveau. Wie konnte das sein?

Verschwörung, versteckte Interessen und dunkle Machenschaften mussten dahinterstecken – ich fühlte mich schon etwas paranoid, aber eine andere Erklärung konnte ich nicht finden. Meine Theorie: Zockerplattformen wie beispielsweise Plus500 (WKN:A1W3GY) verdienen so viel Geld mit den Transaktionen, dass sie sich die Stützung der Kurse locker leisten könnten. Gelingt es zudem, über konzertierte Publikationen das öffentliche Interesse hochzuhalten, dann wird daraus ein einträgliches Geschäft – Bitcoin darf folglich nicht sterben.

Ob wirklich kartellartige Zustände den Kurs kontrollieren, ist schwer zu sagen, aber manchmal ist es vielleicht gar nicht so schlecht, etwas paranoid zu sein. So kann es dich beispielsweise vor Fehlinvestitionen bewahren, wenn du dir das Management eines Unternehmens genauer anschaust. Zum Beispiel wäre es eine gute Idee gewesen, Anfang 2007 einmal genauer zu hinterfragen, auf welche Weise die Deutsche Bank (WKN:514000) eigentlich ihre Milliarden verdient.

Endgame

Nun ist der Bitcoin im November nach unten durchgebrochen und scheint keinen Boden zu finden. Der Konkurrent Ether droht bereits zweistellig zu werden (Stand 21.11.) und Bitcoin könnte ein ähnliches Schicksal drohen. Großinvestoren versuchen jetzt voraussichtlich verstärkt, ihre Coins in stabile Währung zu tauschen, und die stromintensiven Mining-Betriebe werden vermehrt unrentabel.

Vieles deutet auf einen nachhaltigen Abwärtstrend hin, aber ich werde die Entwicklung weiterhin interessiert beobachten. Möglicherweise wird eine neue Untergrenze eingezogen, von der aus das Spiel weitergehen kann. Die Bitcoin-Community hat sich bisher als sehr kreativ erwiesen, wenn es darum ging, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und neue Mitspieler zu gewinnen.

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Ralf Anders besitzt keine Kryptowährungen und keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Kryptowährungen. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Nvidia.

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