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Überraschung! Die Zulieferer der Marihuana-Industrie sind nicht so sicher wie sie scheinen

Foto: Getty Images.

Die Marihuana-Industrie entwickelt sich gerade in einem wahnsinnigen Tempo. Es scheint fast, als würde alle paar Wochen Geschichte geschrieben. Beginnend im Januar, als Freizeit-Cannabis in Vermont legalisiert wurde, über die Legalisierung von Marihuana für Erwachsene in Kanada Mitte Oktober bis hin zu Utah und Missouri, die grünes Licht für medizinisches Cannabis in den USA gaben. Es war ein Jahr voller Meilensteine.

Für die Investoren kann das nur eines bedeuten: riesige Gewinne. Der globale Cannabis-Markt könnte bis zum Jahr 2030 bis zu 75 Mrd. US-Dollar wert sein, so eine Schätzung der Cowen Group. Sollten sich diese Zahlen auch nur annähernd als richtig erweisen, wäre das eine unglaubliche Gelegenheit für langfristige Investoren, um schon früh in diese schnell wachsende Branche einzusteigen.

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Die Pot-Zulieferer gelten allgemein als „sicher“ …

Aber wir als Investoren wissen auch, dass brandneue Branchen selten reibungslos funktionieren. So gab es auch hier keinen Mangel an Problemen in den ersten Jahren, wenn man sich die direkt an diesem Markt beteiligten Akteure ansieht. Beispielsweise hatten trotz der Behauptung der Regulierungsbehörden, dass es in Kanada keinen Mangel geben würde, in zahlreichen Provinzen die Apotheken nur wenige Tage – manchmal gar Stunden – nach der Legalisierung keine Ware mehr. Diese Verknappung könnte die Umsatzprognosen für die Pot-Aktien kurzfristig deutlich nach unten korrigieren.

Im Allgemeinen werden „sonstige“ Marihuana-Aktien als der intelligenteste und sicherste Weg angesehen, um in die Branche zu investieren. Unter „sonstige“ verstehe ich die Unternehmen, die die Cannabis-Industrie hinter den Kulissen unterstützen, oder Unternehmen, die nur für einen kleinen Teil ihres Gesamtumsatzes auf die Cannabis-Industrie angewiesen sind. Im Wesentlichen kann darunter jedes Unternehmen fallen, das nicht in direkten Kontakt mit der Cannabis-Pflanze kommt.

Jedoch erlebten die Marihuana-Investoren letzte Woche ein böses Erwachen. Sie mussten nämlich die leidvolle Erfahrung machen, dass solche Nebenaktien möglicherweise nicht so sicher sind, wie man das nach den Betriebsergebnissen von Scotts Miracle Gro (WKN:883369) zum vierten Quartal und für das Gesamtjahr annehmen konnte.

… aber auch diese Pot-Aktien bergen Risiken.

Wie du vielleicht weißt, wird Scotts üblicherweise mit in den Topf der „Marihuana-Aktien“ geworfen, aber das Unternehmen hat sich in der Vergangenheit nicht in großem Maße auf Umsätze aus Cannabis verlassen. In erster Linie handelt es sich um ein Rasen- und Gartenunternehmen, dessen Segment Rasenpflege 2,11 Mrd. US-Dollar von den 2,66 Mrd. US-Dollar an unternehmensweiten Umsätzen im Geschäftsjahr 2018 generierte. Obwohl die Wetterverhältnisse sicherlich Auswirkungen auf die Kerngeschäfte von Scotts Miracle-Gro haben können, ist das seit Langem ein konstant profitables Segment.

Dann gibt es noch das Tochterunternehmen Hawthorne Gardening, das sich vor allem an die medizinische Cannabis-Industrie richtet. Hawthorne bietet hydroponische Lösungen an – also Lösungen, um Cannabis-Pflanzen in einem nährstoffreichen Wasserlösungsmittel anzubauen – sowie Beleuchtungs-, Boden- und Nährstoffprodukte für Anbaubetriebe. Inklusive der Übernahme von Sunlight Supply wuchs der Umsatz von Hawthorne im Jahr 2018 um 20 % auf 344,9 Mio. US-Dollar. Das ist jedoch mit Vorsicht zu genießen.

Allerdings wäre der Umsatz von Hawthorne auf organischer Basis, ohne die Übernahme, im Geschäftsjahr 2018 um 27 % gesunken. Dieser Rückgang ist auf die Schwäche des kalifornischen Cannabis-Marktes zurückzuführen, wo Überangebote und Apothekenlizenzen die Nachfrage nach Hydrokulturen beeinträchtigt haben. Obwohl diese Angebotsprobleme schließlich gelöst werden sollten, führten sie zu einem ziemlich hässlichen vierten Quartal für Scotts Miracle-Gro. Als sich der Staub gelegt hatte, verzeichnete Scotts einen Verlust von fast 131 Mio. US-Dollar nach GAAP, wovon 94,6 Mio. US-Dollar auf eine Minderung des Unternehmenswerts im Zusammenhang mit dem Hawthorne-Segment entfielen.

Mit anderen Worten, die Nebenaktien sind von der allgemeinen Cannabis-Schwäche bedroht, auch wenn ihre Geschäftsmodelle nur teilweise von den Marihuana-Verkäufen selbst abhängig sind.

Das Risiko-Ertrags-Verhältnis ist nach wie vor günstig

Dennoch sind selbst im Fall von Scotts solche Nebenaktien immer noch einen Blick wert für Investoren, die vom rasanten Wachstum der legalen Cannabis-Industrie profitieren wollen — allerdings ohne die außergewöhnlich hohe Volatilität und Unsicherheit. Die Anleger müssen sich vor Augen halten, dass die Cannabis-Industrie Zeit braucht, um zu reifen, und das könnte kurzfristig zu unsicheren Betriebsergebnissen, auch bei Nebenwerten, führen.

Denn selbst wenn Scotts beispielsweise eine Prämie für den Kauf von Sunlight Supply bezahlt hat, verfügt Hawthorne nun über eine breitere Produktpalette, die eine größere Anzahl von kleinen und mittleren Cannabis-Produzenten ansprechen dürfte. Ganz zu schweigen von der Kombination dieser beiden komplementären Geschäftsbereiche, die 35 Mio. US-Dollar an Kosteneinsparungen bringen dürften. Das wird bis zum nächsten Jahr zu einer soliden Steigerung der operativen Margen führen.

Das Unternehmen kann auch auf sein Kernsegment Rasen und Garten setzen, das traditionell auf Innovationen zur Ergebnisverbesserung zurückgreift und Preiserhöhungen im Laufe der Jahre problemlos an die Verbraucher weitergeben konnte. Obwohl es sich nicht um ein schnell wachsendes Segment wie Hawthorne handelt, kann man sich auf Rasen und Garten verlassen, um ein stetiges einstelliges Umsatzwachstum zu erzielen.

Es wird natürlich einige Zeit dauern, bis sich diese Nebenwerte für die Investoren auszahlen. Aber wenn du geduldig bist und bereit, die schmerzhaften Zeiten auszusitzen, könntest du durchaus belohnt werden.

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 14.11.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

The Motley Fool hat keine Position in einer der erwähnten Aktien.

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