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Disney schließt das Jahr 2018 mit Rekordergebnissen ab

Das Gespenst der rücläufigen Kabelabonnenten verfolgt Disney (WKN:855686) seit Langem und der Paradigmenwechsel in der Medienlandschaft hat den Investoren genug Gründe geliefert, um sich hier eher zurückzuhalten. Mit dem Erwerb von Vermögenswerten von Twenty First Century Fox (WKN:A1WZP6), der weitgehend abgeschlossen ist, richten die Investoren jetzt jedoch zunehmend den Blick auf die Zukunft. Ein Bereich, der die Fantasie der Aktionäre beflügelt, ist das Potenzial von Video-Streaming, ein Bereich, in dem das House of Mouse bestrebt ist, sich einen Namen zu machen.

Als Disney seine Finanzergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr bekannt gab, lieferte das Unternehmen solide Ergebnisse aus seinen Altgeschäften und bot gleichzeitig eine Vision für die Zukunft.

Kennzahl Q4 2018 Q4 2017 Veränderung gegenüber dem Vorjahr
Umsatzerlöse 14,31 Mrd. USD 2,78 USD 12 %
Segmentbetriebsergebnis 3,29 Mrd. USD 2,81 Mrd. USD 17 %
Nettogewinn 2,32 Mrd. USD 1,75 Mrd. USD 33 %
Bereinigter Gewinn pro Aktie 1,48 USD 1,07 USD 38 %
freier Cashflow 2,65 Mrd. USD 2,67 USD (1 %)

DATENQUELLE: DISNEY VIERTES QUARTAL 2018

Disney meldete einen Umsatz von 14,31 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 12 % gegenüber dem Vorjahr, was die Konsensschätzungen der Analysten von 13,72 Mrd. US-Dollar übertraf. Auch die Gewinne waren besser als erwartet, wobei der bereinigte Gewinn pro Aktie mit 1,48 US-Dollar die von den Analysten erwarteten 1,33 US-Dollar deutlich übertraf. Das Wachstum kam aus allen Unternehmensteilen, da bis auf eines der operativen Segmente von Disney alle zum Umsatzwachstum beitrugen:

Umsatzquelle Q4 2018 Q4 2017 Veränderung im Jahresvergleich
Netzwerke  5,96 Mrd. USD  5,47 Mrd. 9 %
Parks und Resorts  5,07 Mrd. USD  4,67 Mrd. USD 9 %
Studio Entertainment  2,15 Mrd. USD  1,43 Mrd. USD 50 %
Consumer-Produkte  1,12 Mrd. USD  1,22 Mrd. USD (8 %)

DATENQUELLE: DISNEY VIERTES QUARTAL 2018

Obwohl das Segment Netzwerke den Umsatz um 9 % steigerte, war es vor allem interessant zu erfahren, was zu diesen Zuwächsen beigetragen hat. Einen großartigen Schub erhielt dieser Bereich durch das Sendegeschäft, das im Jahresvergleich um 21 % wuchs, was auf den Verkauf der Serie „Black-ish“ und zwei Marvel-Serien zurückzuführen ist, verglichen mit nur einer im Vorjahresquartal.

Der Umsatz mit Kabelnetzen stieg im Jahresvergleich um 5 %, aber das Betriebsergebnis ging zurück, da Disney weiterhin in BAMTech investiert, die Technologietochter, die die Streaming-Ambitionen des Konzerns vorantreiben soll. Die operativen Erträge aus Mediennetzwerken konnten die Rückgänge im Kabelbereich mehr als ausgleichen. Das Betriebsergebnis von ESPN war dagegen mit dem Vorjahreszeitraum vergleichbar.

Das Segment „Parks und Resorts“ trug mit einem Umsatzwachstum von 9 % gegenüber dem Vorjahr ebenfalls wesentlich zum Erfolg des Quartals bei. Die Besucherzahlen stiegen um 4 % und die Gästeausgaben um 9 %, was auf höhere Ticketpreise und höhere Ausgaben für Lebensmittel und Getränke zurückzuführen ist.

Die dramatischsten Zuwächse kamen natürlich aus dem Segment „Studio-Entertainment“, da der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 50 % gestiegen ist und sich die Gewinnspanne mehr als verdoppelt hat. Der Erfolg von „Incredibles 2“ und „Ant-Man and the Wasp“ führte zu den gestärkten Ergebnissen, da im Vorjahresquartal im selben Zeitraum nur „Cars 3“ veröffentlicht worden war.

Das Unternehmen profitiert weiterhin von den Marvel-Blockbustern vom Anfang des Jahres, die die Sparte Home Entertainment beflügelte. „Avengers: Infinity War“ überstrahlte im Vorjahresquartal die Konkurrenz von „Guardians of the Galaxy 2“.

In Zukunft wird gestreamt

Bob Iger, CEO von Disney, widmete einen großen Teil der Telefonkonferenz zwei Themen, die ihm sehr am Herzen liegen: der erfolgreichen Integration der Twenty-First-Century-Fox-Übernahme und der Entwicklung und Erweiterung der Streaming-Ambitionen von Disney.

Iger wies darauf hin, dass das Unternehmen diese Woche von der Europäischen Union die behördliche Genehmigung für die Übernahme von Fox erhalten hat, und bemerkte, dass diese viel früher kam, als Disney sie erwartet hatte. „Im vergangenen Juni schätzten wir, dass es bis zu zwölf Monate dauern könnte, bis die Transaktion abgeschlossen ist, aber wir sind zunehmend optimistisch, dass sie früher umgesetzt werden kann“, sagte Iger.

Disney betrachtet Streaming weiterhin als eine seiner „obersten Prioritäten“ und Iger erinnerte die Anleger daran, dass ESPN+ bereits mehr als 1 Mio. Abonnenten  hat. Das Unternehmen möchte diesen Erfolg mit dem kommenden Streaming-Service der Marke Disney fortsetzen. Der Dienst soll Disney+ heißen.

In einer separaten Pressemitteilung hat Disney eine Reihe von hochkarätigen Serien vorgestellt, die auf Disney+ ihr Debüt geben werden. Dazu gehören eine zweite Star-Wars-Live-Action-Serie, die von den Abenteuern des Rebellenspions Cassian Andor handelt, und eine Marvel-Original-Serie, die von Loki, dem Gott des Unfugs, erzählt, wobei die Rolle des Loki von dem Avengers-Schauspieler Tom Hiddleston übernommen wird.

Es wird auch Auskopplungen von Pixars „Monsters“ und Disneys „High School Musical“ geben sowie von „The Mandalorian“, einem weiteren Star-Wars-Abenteuer, das von dem von Emmy-nominierten Produzenten und Schauspieler Jon Favreau geschrieben und exekutiv produziert wird, der schon bei „Iron Man“ Regie führte und auch (als Bodyguard Happy Hogan) vor der Kamera stand. Die Serie wird eine Reihe bekannter Regisseure hinter der Kamera haben, darunter Bryce Dallas Howard und Taika Waititi von „Thor: Ragnarok“.

Der Blick nach vorne

Disney legt keine vierteljährlichen Ausblicke vor, also wenden wir uns an die Wall Street und schauen, was sie zu sagen hat (obwohl wir diese kurzfristige Sichtweise nicht übernehmen werden). Für das kommende erste Quartal des Geschäftsjahres 2019 erwarten die Analysten in ihren Konsensschätzungen einen Umsatz von 15,64 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 1,9 % gegenüber dem Vorjahr und einen Gewinn pro Aktie von 1,84 US-Dollar, was einen Rückgang von 2,6 % bedeuten würde.

Mit Wurzeln, die fast ein Jahrhundert zurückreichen, ist es Disney gelungen, Veränderungen in der Konsumlandschaft so zu bewältigen, wie es nur wenige Unternehmen geschafft haben. Viele Investoren haben sich Sorgen gemacht, dass Disney nicht in der Lage sein würde, den Übergang von seinen Kabelkanälen zum Streaming zu vollziehen. Basierend auf dem, was wir bisher wissen, konnten die Parks und Resorts sowie die Studiosegmente die Lücke schließen, während der Übergang noch andauert und die Streaming-Angebote anlaufen.

Bei der jahrzehntelangen Erfahrung im Umgang mit neuen Trends lohnt es sich einfach nicht, gegen Disney zu wetten.

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Dieser Artikel wurde von Danny Vena auf Englisch verfasst und am 10.11.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Walt Disney.

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