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Die Osram-Aktie nach dem Strategie-Update ‒ besser als Hella KGaA?

Foto: Getty Images

OSRAM (WKN:LED400) hat am 7. November nicht nur die Zahlen für das bereits abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt, sondern auch weitere Details zur überarbeiteten Strategie. Aus dem jahrzehntelang soliden Leuchtmittelhersteller soll nun ein digitaler Hightechkonzern werden. Vieles spricht für das Unternehmen, aber ist die Aktie auch aussichtsreicher als diejenige von Hella (WKN:A13SX2)? Lass uns einen genaueren Blick darauf werfen.

Die neue Strategie von OSRAM

Noch 2011 war das Ziel klar: OSRAM wollte sich vom reinen Leuchtmittelhersteller zu einem Lösungsanbieter entwickeln. Mit Lichtinstallationen und Beleuchtungskonzepten sollte die Wertschöpfung gesteigert und die Zukunft gesichert werden. Aber das war alles noch unter der strengen Aufsicht des Siemens (WKN:723610)-Konzerns. Seit einigen Monaten hat sich das Unternehmen vollkommen von der früheren Mutter befreit, und da muss auch eine neue Strategie her.

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Die damals übernommene Siteco kriselt und soll genauso verkauft werden wie das Servicegeschäft in den USA. Beides ist zu austauschbar und passt nicht mehr ins Konzept. Jetzt geht es darum, auf eine neue Art Mehrwert zu schöpfen, und zwar durch die Entwicklung von einzigartigen technischen Systemen. Leuchtmittel sollen durch die Kombination mit optischer Sensorik, leistungsfähiger Steuerungselektronik und Software neue Märkte eröffnen.

Der Punkt ist, dass durch die Beherrschung des Lichts in all seinen Facetten unendliche Möglichkeiten offenstehen, an die zuvor kaum jemand gedacht hat (ich zumindest nicht). Jede Oberfläche kann zu einem interaktiven Display werden, jede beleuchtete Decke ein Kommunikationskanal. Das richtige Licht kann heilen oder auch Pflanzen besser gedeihen lassen.

Beim selbstfahrenden Auto spielt Licht ebenfalls eine zentrale Rolle, von der Umgebungsabtastung über die visuelle Information bis zur komfortablen Innenraumbeleuchtung. Dieser Teil wird im Joint-Venture mit Continental (WKN:543900) abgedeckt, wo durch die parallele Entwicklung von Licht, Elektronik und Software eine besonders schnelle Marktreife von Innovationen angestrebt wird.

Der vielleicht spannendste Teil bezieht sich allerdings auf die Zusammenführung der allgemeinen Software- und Elektronikkompetenz im neuen Segment Digital.

Was wir von Digital erwarten können

Die Aufgabe des neuen Segments besteht darin, smarte Lösungen für Zielmärkte wie Handel, Unterhaltung und Industrie zu entwickeln. Dabei sollen Sensordaten in die Cloud eingespeist und dort ausgewertet werden, um gleichzeitig für optimales Licht und reduzierte Energiekosten zu sorgen. Dabei wird auch daran gedacht, Apps von Dritten an die offene Plattform von OSRAM andocken zu lassen. Über die kommenden Jahre soll so ein ganzes Partnerökosystem mit völlig neuen Geschäftsmodellen entstehen.

Das sieht ganz ähnlich aus wie bei den früheren Schwester-Sparten. Ich denke dabei an die gerade anlaufende Siemens-Healthineers (WKN:SHL100)-Cloud mit ihrem Digital-Ecosystem, an Mindsphere, dem Internet-der-Dinge-Betriebssystem für die Industrieautomatisierung sowie die „Internet der Züge“-Digitaloffensive von Mobility.

Aber ergibt es für OSRAM wirklich Sinn oder will man sich hier nur einen modernen Anstrich geben und sich mit den Buzz-Wörtern „Digitalisierung“ und „Cloud“ schmücken? Ich muss sagen, dass ich zunächst skeptisch war, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto besser gefällt es mir. Das Management hat sich richtig Mühe gegeben, die Vision mit vielen anschaulichen Folien und praxisnahen Beispielen zu vermitteln.

Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass OSRAM weiterhin Zukäufe tätigen will, um die behauptete Technologieführerschaft auszubauen – und zwar permanent. Anleger werden hier sicherlich ein strenges Auge darauf haben müssen, ob das in Übernahmen gesteckte Geld tatsächlich gut angelegt wird. Grundsätzlich ist es jedoch aus meiner Sicht völlig richtig, regelmäßig entscheidendes Know-how zu integrieren, um schneller zu werden und das Leistungsspektrum zu erweitern.

Reicht es, um Hella zu schlagen?

OSRAM ist auf einem guten Weg, um schon bald wieder auf einen langfristigen Wachstumspfad einzuschwenken. Die Grundlagen, die heute gelegt werden, mögen vielleicht noch einige Quartale den Gewinn etwas schmälern, aber wenn die Strategie erfolgreich umgesetzt wird, dann wird das Unternehmen die Früchte der Anstrengungen ernten können.

Allerdings gibt es einen einheimischen Konkurrenten, der seit einigen Monaten mehr wert ist als OSRAM, die nach ihren starken Kursverlusten nur noch eine Marktkapitalisierung von 3,7 Mrd. Euro (08.11.) auf die Waage bringt. Auch Hella ist zuletzt nicht gut gelaufen, aber im Vergleich erheblich besser: Deshalb sind ihre Aktien aktuell immerhin 800 Mio. Euro mehr wert.

OSRAMs Nettogewinn liegt aber auch nur bei 137 Mio. Euro, während Hella zum 31. Mai eine Steigerung auf 389 Mio. Euro meldete. Aus der Perspektive des Kurs-Gewinn-Verhältnisses wirkt Hella also sogar deutlich günstiger. Andererseits bemängelten Analysten zuletzt eine schwache Kostendisziplin und geringere Wachstumsaussichten. Wenn sich das bewahrheitet, dann ist OSRAM trotz der aktuell optisch teureren Bewertung möglicherweise attraktiver.

Dabei hat auch Hella einen Trumpf in der Hinterhand: Der letzte Geschäftsbericht war mit „360° Autonomous“ betitelt. Das Management ist überzeugt, dass das Unternehmen mit seiner Elektronikkompetenz und ausgefeilten Sensortechnologie von diesem Trend stark profitieren wird. Hella hat also seine eigene Hightechstrategie, die sich deutlich von OSRAMs unterscheidet, aber gleichfalls große Potenziale bietet.

Letztlich hängt die Entscheidung zwischen den beiden Kontrahenten also davon ab, was dich mehr überzeugt: OSRAMs Digitaloffensive oder Hellas Vorstoß in Richtung selbstfahrende Autos?

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von OSRAM, Siemens und Siemens Heathineers. The Motley Fool empfiehlt Hella.

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