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Es dauerte nur wenige Stunden, bis Marihuana knapp in Kanada war

Foto: Getty Images.

Jahrelang versprach Premierminister Justin Trudeau, das Verbot von Freizeit-Marihuana in Kanada aufzuheben. Am 17. Oktober, nach monatelangen Debatten im Senat und zusätzlichen Monaten, in denen man die richtige Infrastruktur aufgebaut hat, wurde Kanada das erste Industrieland der Welt, das Cannabis für Erwachsene legalisierte, und nur das zweite Land der Welt nach Uruguay.

Diese monumentale Veränderung der Cannabis-Politik ebnet den Weg für Milliarden von Dollar an zusätzlichen Jahresumsätzen und schafft der kanadischen Bundesregierung viele neue Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.

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Nun, das hat nicht lange gedauert

Allerdings wird diese neue Branche nicht ohne Probleme starten. Wie das praktisch jeder voraussehen konnte, außer anscheinend der kanadischen Bundesregierung und einzelnen Provinzen, stößt Kanada zunächst auf einige Engpässe in der Cannabis-Versorgung.

Am ersten Tag der Legalisierung meldete die Niederlassung, die für die Verwaltung des Cannabis-Verkaufs in Quebec zuständig ist, die SDQC, mehr als 12.500 Transaktionen in Geschäften sowie rund 30.000 Online-Bestellungen. Diese Zahl lag weit über den Erwartungen der SDQC. Laut USA Today wurden einige Produkte in Quebec bereits aus dem Online-Shop herraus genommen, da ihr Angebot nach nur vier Tagen erschöpft war.

Die SDQC sagte in einer Erklärung: „Angesichts der Nachfrage, die durch die Legalisierung von Cannabis und die Knappheit von Produkten in ganz Kanada verursacht wurde, erwartet die SQDC erhebliche kurzfristige Herausforderungen bei der Versorgung der Filialen“. Die SQDC hat die Aufgabe, die für den Verkauf von Marihuana in Quebec zugelassenen Apotheken zu betreiben.

Natürlich ist Quebec bei weitem nicht allein. Auch Manitoba Liquor and Lotteries erlebte einen Nachfrageanstieg, der über den Erwartungen lag. Anstatt einer kurzfristigen Knappheit hat die Organisation davor gewarnt, dass die Knappheit an Cannabis monatelang anhalten könnte. Der Rolling Stone berichtet, dass ein Laden in Winnipeg nur wenige Stunden nach der Eröffnung seinen gesamten Cannabis-Vorrat verkauft hatte.

Drei Gründe, warum die Cannabis-Knappheit zu erwarten war

War das wirklich eine Überraschung für jemanden? Auf keinen Fall, und das aus drei guten Gründen.

1. Health Canada wurde mit Anbau- und Verkaufsanträgen überrannt

Erstens war Health Canada mit den vielen Anbau- und Verkaufsanträgen völlig überfordert, was die Anzahl der lizenzierten Anbauer und die Kapazität dieser Anbauer zur Herstellung von Cannabis eingeschränkt hat. Bereits Ende Mai meldete Marihuana Business Daily, dass die Anträge auf Anbaulizenzen in den ersten vier Monaten des Jahres 2018 im Jahresvergleich durch die Decke gehen, während das Genehmigungsverfahren für Health Canada weiterhin im Schneckentempo voranging. Bei mehr als 500 eingereichten Anbauanträgen lag die durchschnittliche Wartezeit auf die Zulassung bei sechs Monaten bis einigen Jahren.

Was die Sache noch schlimmer macht, ist, dass die Genehmigung zum Anbau von Cannabis nur die Hälfte der Aufgabe ausmacht. Sobald ein Anbauer grünes Licht für den Anbau und die Ernte erhält, muss er die Genehmigung von Health Canada einholen, um sie tatsächlich zu verkaufen. Laut Marihuana Business Daily liegt die durchschnittliche Dauer zwischen der Einreichung einer Verkaufserlaubnis und der Erlangung der Genehmigung bei 341 Tagen – so ziemlich ein Jahr minus drei Wochen. Daher könnte der gesamte Antragsprozess vom Anfang bis zum Ende für den durchschnittlichen Anbauer 18 bis 36 Monate dauern, was die Marktversorgung stark eingeschränkt hat.

2. Die Anbaubetriebe werden Jahre benötigen, um die volle Kapazität zu erreichen

Selbst wenn Health Canada die Anbau- und Verkaufslizenzen schneller ausgeben würde, werden die kanadischen Anbaubetriebe noch einige Jahre lang ihre Spitzenkapazität nicht erreichen.

Laut einem Bericht von Health Canada wird die Inlandsnachfrage voraussichtlich rund 1 Million Kilogramm pro Jahr erreichen, während andere kanadische Provinzen eine jährliche Inlandsnachfrage von 800.000 Kilogramm prognostizieren. Unabhängig davon, welche Zahl näher an die Realität liegt, sind die Anbaubetriebe nicht mal in der Nähe dieser Zahlen.

Hier sind beispielsweise die vier größten Anbauer nach erwarteter Spitzenproduktion Aurora Cannabis (WKN:A12GS7), Canopy Growth (WKN:A140QA), Aphria (WKN:A12HM0) und The Green Organic Dutchman (WKN:A2JLEE). Die vom Unternehmen und/oder dem Autor geschätzten jährlichen Spitzenproduktionszahlen für diese vier Anbauer liegen entsprechend bei über 600.000 Kilogramm, rund 500.000 Kilogramm, 255.000 Kilogramm bzw. 195.000 Kilogramm. Das sind rund 1,55 Millionen Kilogramm von nur vier Produzenten.

Wie sieht es mit der aktuellen Produktion aus? Aurora Cannabis hat in den jüngsten Quartalsergebnissen angekündigt, dass das Unternehmen ab September eine Monatsproduktion erreichen will, mit der 45.000 Kilogramm pro Jahr möglich sein sollen. Darüber hinaus hat man das Ziel, bis Ende des Kalenderjahres 2018 die Schlagzahl so weit zu erhöhen, dass 100.000 Kilogramm pro Jahr möglich werden.

Canopy Growth, das keine Produktionsschätzungen liefert, erntete im ersten Quartal rund 9.700 Kilogramm und erreichte damit einen extrapolierten Jahreswert von rund 40.000 Kilogramm. Aphria hat im letzten Bericht angekündigt, dass das Unternehmen derzeit rund 35.000 Kilogramm jährlich produziert. The Green Organic Dutchman erwartet erst in der ersten Jahreshälfte 2019 mit dem Verkauf zu beginnen. Das sind derzeit 120.000 Kilogramm gesamte Jahresproduktion von einer Gruppe von vier Anbaubetrieben, von denen erwartet wird, dass sie mehr als das Zehnfache erreichen werden.

Selbst wenn Aurora, Canopy und Aphria getrocknete Pflanzen und Öle für Inventarzwecke beiseitelegen, wird das nie ausreichen.

3. Wir haben das schon einmal erlebt

Schließlich war das Menetekel an der Wand für jeden zu sehen, der sich mit der Legalisierung für Freizeit-Marihuana in den Vereinigten Staaten beschäftigt hat. Im Juli 2017, weniger als ein Jahr nach der Abstimmung über die Legalisierung von Marihuana für Erwachsene, öffnete Nevada die Apotheken, in denen man Cannabis kaufen könnte. Die Versorgungsprobleme zusammen mit den logistischen Problemen führten jedoch dazu, dass Nevada nur 10 Tage nach dem Verkaufsstart vor einem Cannabis-Defizit stand. Dies war ein ziemlich häufiges Problem in den USA, nachdem ein Staat Freizeit-Cannabis legalisiert hatte.

Es wird in Kanada etwas Zeit in Anspruch nehmen, bis die Anbaubetriebe die Nachfrage decken können und die anfängliche Euphorie nachlässt. Obwohl ich immer noch fest davon überzeugt bin, dass ein langfristiges Überangebot ein größeres Problem ist, haben kurzfristige Versorgungsprobleme das Potenzial, das Umsatzwachstum zu bremsen und sowohl die Verbraucher als die Investoren zu enttäuschen.

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The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 28.10.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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