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Deutsche Bank setzt auf Kontogebühren – und beweist (erneut) Schmalspurdenken

Foto: Getty Images

Die Deutsche Bank (WKN:514000) scheint aus den kriselnden Schlagzeilen nicht herauszukommen. Auch der als Hoffnungsbringer gehandelte Christian Sewing scheint noch kein (mittelfristiges) Wundermittel für das Geldhaus gefunden haben. Immerhin notiert die Aktie seit seinem Amtsantritt im April weitere rund 25 % im Minus.

Ein weiteres Vorstandsmitglied des Geldhauses ist nun jedoch dazu übergangen, die mehr als umstrittenen Kontogebühren zu verteidigen – und mit diesem Schritt unterstreicht die Deutsche Bank in meinen Augen einmal mehr, wie wenig weitsichtig und innovativ sie sich derzeit präsentiert.

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Die Verteidigung im Überblick

Das Vorstandsmitglied Frank Strauß äußerte sich kürzlich dahin gehend, dass es vollkommen richtig sei, Gebühren für Dienstleistungen zu verlangen. Kunden würden schließlich auch nicht zum Frisör gehen und hier nicht zahlen wollen. Der deutsche Bankenmarkt sei zudem derzeit dabei, sich dahin gehend zu normalisieren und auch Direktbanken würden inzwischen vermehrt eine ähnliche Praxis verfolgen.

Zudem habe das Geldhaus bislang lediglich zwischen 100.000 und 200.000 Kunden seit Abschaffung der Gratis-Konten bei der Postbank verloren. Der Deutschen Bank ginge es jedoch sowieso primär um die Einlagen der Kunden und nicht um die Anzahl der Kunden selbst.

Besonders brisant an dieser Stelle: Frank Strauß ist derzeit Vorstand im Privatkundengeschäft. Sprich, an seinen Aussagen können wir wohl die strategische Ausrichtung des Geldhauses im Privatkundengeschäft der nächsten Jahre ableiten.

Der Vergleich hinkt. Mehrfach.

Doch ist es nicht nur erschütternd, dass diese Aussagen verdeutlichen, wie sehr die Deutsche Bank offenbar noch nicht verstanden hat, dass ihr klassisches Hauptgeschäftsfeld möglicherweise von innovativen Zahlungsdienstleistern bedroht wird. Nein, es zeigt sich auch, dass das Geldhaus scheinbar wenig Mut besitzt, effizientere, strategisch wertvollere und kundenfreundlichere Wege für die operative Wende in Erwägung zu ziehen.

Zudem versucht das Geldhaus scheinbar weiterhin lediglich, den Kostenberg der Niedrigzinsen an die Kunden weiterzugeben. Und das Ganze mithilfe von fadenscheinigen Vergleichen zu rechtfertigen.

Zu beachten ist hierbei nämlich zum einen, dass der Vergleich mit dem Frisör ganz wesentlich hinkt. Der Frisör kann mit den ihm überlassenen Haaren nichts anfangen. Geldhäuser können bzw. konnten jedoch lange Zeit mit dem ihnen anvertrauten Geld der Kunden solide wirtschaften und Erlöse generieren. Durchaus ein grundsätzlicher Qualitätsunterschied zwischen der Dienstleistung einer Bank und der eines Frisörs.

Zum anderen sollte an dieser Stelle der Vergleich nicht bei der Bezahlung für Dienstleistungen generell ansetzen. Ein wirklich plausibler Vergleich müsste nämlich eher da ansetzen, dass ein Frisör plötzlich beginnt, für einzelne Teile seines Services, beispielsweise das Lesen der Zeitschrift beim Warten oder für das Wegfegen der Haare, gesondert Gebühren zu verlangen. Oder anders ausgedrückt: für Begleitdienste, die bislang eigentlich gratis gewesen sind. Erst unter diesen Voraussetzungen wäre der Vergleich wohl einigermaßen stimmig.

Foolishes Fazit

Doch möchte ich eigentlich nicht weiter diese Argumentation der Deutschen Bank Stück für Stück auseinandernehmen.

Was für Anleger an dieser Stelle wohl wichtiger sein dürfte, ist, dass die Deutsche Bank scheinbar keine effizienten Wege sieht, um sich aus ihrer operativen (und ohne Zweifel zum Teil von der Zinspolitik verschuldeten) Misere auf kundenfreundliche Art herauszuziehen. Es werden lediglich einfache Gebührenlösungen im klassischen Geschäft angestrebt. Punkt, Ende, aus.

Für mich ist eine Sache jedenfalls klar: Wenn ich als Anleger im Finanzbereich die Wahl zwischen einem aufstrebenden, innovativen, ja gar disruptiven Zahlungsdienstleister und einem Business-as-usual-0815-Geldhaus hätte, wüsste ich, wo ich mich lieber positionieren würde.

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