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Warum Honda 2,75 Mrd. US-Dollar auf General Motors wettet

Foto: General Motors.

Das Tochterunternehmen für autonomes Fahren von General Motors (WKN:A1C9CM) hat einen neuen Investor: Die Honda Motor Company (WKN:853226) investiert 750 Mio. US-Dollar in Cruise und verschafft damit der in San Francisco ansässigen GM-Tochter eine Bewertung von 14,6 Mrd. US-Dollar.

Im Rahmen der Vereinbarung wird Honda in den nächsten 12 Jahren auch 2 Mrd. US-Dollar zur Entwicklung eines neuen Fahrzeugs beitragen, das von Grund auf als selbstfahrendes Auto konzipiert ist, ohne dass ein menschlicher Fahrer vorgesehen ist.

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Das erste 100 % autonome Fahrzeug

Cruise arbeitet seit 2016 an seinem ersten selbstfahrenden Auto — einer stark modifizierten Version des Chevrolet Bolt EV. Cruise hat umfangreiche Arbeit geleistet, um ein selbstfahrendes Auto zu entwickeln, das auf der bestehenden Montagelinie des Bolt in Michigan in Serie produziert werden könnte. GM und Cruise wollen dieses Fahrzeug nächstes Jahr im Stadtverkehr einsetzen.

Dieser Deal ist der nächste Schritt nach dem selbstfahrenden Bolt. GM, Cruise und Honda werden zusammenarbeiten, um ein „spezielles“ autonomes Fahrzeug zu entwickeln, das nicht durch die Notwendigkeit eines menschlichen Fahrers eingeschränkt ist. Dieses Fahrzeug, so sagten die Unternehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung am Mittwoch, wird „eine Vielzahl von Anwendungsszenarien abdecken und in großen Stückzahlen für den weltweiten Einsatz hergestellt werden“.

Die Partner sagten, dass Hondas Investition von 2 Mrd. US-Dollar in dieses Fahrzeugprogramm innerhalb der nächsten 12 Jahre bezahlt wird, aber es ist derzeit nicht klar, wann die Produktion des Fahrzeugs startet (wahrscheinlich in ein bisschen weniger als 12 Jahren).

Warum lässt GM Honda in Cruise investieren?

GM und Honda sind Konkurrenten, also warum verkauft GM Honda einen Anteil (von etwa 5 %) an seinem Tochterunternehmen?

Die Antwort ist, dass GM und Honda seit einiger Zeit auch bei einigen anderen Zukunftsinitiativen Partner sind. Honda und GM arbeiten seit mehreren Jahren gemeinsam an Brennstoffzellen und Honda unterzeichnete im Juni einen Vertrag über den Kauf von Batterien von GM für den Einsatz in eigenen batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen.

Einfach ausgedrückt, GM weiß, dass seine Ingenieure gut mit denen von Honda zusammenarbeiten können, und die beiden Unternehmen schenken sich gegenseitig Vertrauen. Diese Investition ist aus mehreren Gründen sinnvoll: Es bietet Cruise ein größeres Budget, und es verschafft Cruise und GM Zugang zu mehr technischen Ressourcen auf der ganzen Welt.

Warum sollte Honda in Cruise investieren wollen?

Automobilhersteller auf der ganzen Welt streben danach, selbstfahrende Technologien zu entwickeln, um die Bedrohung durch aufstrebende Hightech-Konkurrenten abzuwehren. Bereits jetzt scheint ein Technologieunternehmen die Führung im Wettlauf um die Einführung autonomer Fahrzeuge übernommen zu haben: Das Tochterunternehmen Waymo von Alphabet (WKN:A14Y6H) ist gerade dabei, einen eigenen selbstfahrenden Taxidienst einzuführen.

Das Entwicklungsprogramm von Honda ist von so etwas noch weit entfernt. Das Unternehmen sagte letztes Jahr, dass man wahrscheinlich erst 2025 das erste selbstfahrende Level-4-System auf den Markt bringen werde. („Level 4“ beschränkt sich auf Bereiche, die sorgfältig kartiert wurden. Mehr über die „Levels“ der autonomen Fahrzeugtechnik erfährst du hier (auf Englisch).)

GM und Cruise hingegen liegen dicht hinter Waymo (und wahrscheinlich vor fast allen anderen). Die Investition in Cruise bringt Honda an die Spitze dieses Wettbewerbs und verleiht dem Unternehmen das Prestige, das wahrscheinlich erste wirklich autonome Fahrzeug zu entwickeln, das in Serie produziert wird.

(Bei „Prestige“ geht es in diesem Fall um mehr als nur um Prahlerei: Hondas Beteiligung an diesem Projekt wird dem Unternehmen helfen, Ingenieure mit Erfahrung in diesem Bereich für sich zu gewinnen und zu halten. Diese Ingenieure sind derzeit besonders gefragt.)

Das Ergebnis: Viele interessante Möglichkeiten

Mit diesem Deal wird Honda der zweite externe Investor von Cruise und schließt sich dem Vision Fund der SoftBank Group (WKN:891624) an, der im Mai bekannt gab, 2,25 Mrd. US-Dollar in Cruise zu investieren. Dann befinden sich etwa 25 % von Cruise im Besitz anderer Unternehmen als GM.

Die Transaktion bietet viele interessante Möglichkeiten, darunter eine große für die Investoren: Wird GM Cruise irgendwann an die Börse bringen und damit eine Aktie schaffen, die es den Investoren ermöglicht, direkt am Unternehmen teilzuhaben — damit könnte GM auch einen Teil der Milliardenbewertung für sich als Gewinn realisieren.

Ich schätze, dass etwas in diese Richtung in die Tat umgesetzt werden könnte. Bleib also dran.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A- und C-Aktien).

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 03.10.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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