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Ryanair crasht um 12 % – Value-Chance oder fallendes Messer?

Quelle: Thomas Brantl

Eieieieiei. Der gestrige Montag war kein besonders glücklicher Tag für alle Anleger von Ryanair (WKN: A1401Z). Die Anpassung der Prognose für das laufende Geschäftsjahr sorgte zeitweise für Einbrüche von bis zu 12 %.

Doch wie sollten Foolishe Anleger diesen Einbruch werten? Um das herauszufinden, sollten wir zunächst einmal die aktuelle Mitteilung etwas genauer inspizieren.

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Das sind die Gründe für den Absturz

Anlass war, wie gesagt, ein Absenken der Prognose von Ryanair. So soll der Gewinn der Fluggesellschaft in diesem Jahr voraussichtlich noch 1,10 bis 1,20 Milliarden Euro betragen. Zuvor ist man noch von einer Spanne von 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro ausgegangen. Ryanair rechnet folglich mit einem schlechteren Ergebnis von im Schnitt rund 150 Millionen Euro.

Als Begründung wird zum einen der derzeit grassierende Streik in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Portugal kolportiert. Schon seit Wochen kommt es hier immer mal wieder zu teils heftigen Einschränkungen im Linienverkehr des Billigfliegers.

Aber auch steigende Betriebskosten für Benzin werden als Begründung geliefert. Da die Ölnotierungen derzeit wieder steigen, hat das einen zusätzlichen Negativeffekt auf die Ergebnisse des stark treibstoffabhängigen Geschäftsmodells einer Fluggesellschaft.

Doch die spannende Frage bleibt: Was sollen Anleger von dieser revidierten Prognose nun halten?

Eine Chance für langfristige Anleger?

Die Begründung für das aktuelle Kursdebakel ist sehr interessant – denn sie könnte eigentlich kaum in sich differenzierter sein.

Während das aktuelle Streikgebaren der Fluglotsen und Piloten unterm Strich nämlich eher ein temporäres Happening sein dürfte – vorausgesetzt, dass es einen für alle Parteien einvernehmlichen Tarifvertrag gibt, der für alle Seiten gangbar ist –, ist das Problem der gestiegenen Betriebskosten ein tiefergehendes Problem.

Ryanair benötigt Benzin, um seine Dienstleistung anzubieten, hat aber selbst kaum Einfluss auf den schwer vorhersehbaren Ölpreis. Sofern dieser daher noch weiter steigt – wovon einige Marktbeobachter durchaus ausgehen –, könnte hier der Negativlauf auch weiter anhalten und sich womöglich noch verstärken.

Nichtsdestoweniger könnte Ryanair auch nach der leicht revidierten Prognose nach wie vor eine interessante Value-Gelegenheit sein, wie mein Foolisher Kollege Thomas erst kürzlich in seiner Aktienauswahl für Oktober herausgestellt hat. Ryanair ist nach dem Kurssturz sogar noch günstiger bewertet und besitzt nach wie vor die niedrigste Kostenstruktur im Flugsegment sowie ein ambitioniertes Management.

Für mich persönlich bleibt Ryanair daher zumindest im Moment ein Balanceakt zwischen Value-Chance und Value-Falle. Auf der einen Seite könnte die heftige Reaktion auf die von temporären Ereignissen abhängige Prognosesenkung übertrieben sein, was Ryanair zu einer Value-Chance machen würde. Auf der anderen Seite könnte eine zufriedenstellende Einigung jedoch in weiter Ferne liegen und die steigenden Ölpreise sich als langwieriger Belastungsfaktor herausstellen.

Dieser Zwiespalt erschwert mir gegenwärtig das Bilden einer für mich plausiblen Investitionsthese, weshalb ich zumindest im Moment lieber noch an der Seitenlinie verweile.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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