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Gegen den Strom: Warum Einzelhandel, Automobilzulieferer und Finanzdienstleister jetzt auf deinem Einkaufszettel stehen sollten

Es gibt Zeiten, in denen es am besten ist, einfach mit dem Strom zu schwimmen und die Gewinne laufen zu lassen. Manchmal ist es aber auch besser, sich dort umzuschauen, wo sich fast alle anderen abwenden. Ich denke, dass man bei Handelsketten, Lieferanten der Autobauer, Banken und Versicherungen nun gute Einstiegschancen finden kann.

Der stationäre Einzelhandel hat Zukunft

Man konnte über die letzten Jahre den Eindruck gewinnen, dass der E-Commerce den stationären Einzelhandel komplett vernichten würde. Es gab ja auch jede Menge Ladenschließungen und Pleiten. Ehemalige Erzrivalen wie Karstadt und Kaufhof suchen fast verzweifelt den Schulterschluss. Da alles darauf hindeutet, dass der Onlinehandel weiterhin an Gewicht gewinnen wird, spricht auf den ersten Blick nicht viel dafür, gerade jetzt dort zu investieren.

Aber es gibt Hoffnung. Die New York Times berichtete kürzlich, dass die Amerikaner wieder vermehrt auf Shopping-Tour gehen. Viele Ketten haben mittlerweile ihre Lektion gelernt und wissen nun, wie sie der Kundschaft einen Mehrwert gegenüber dem Onlinekauf bieten können. Das direkte Erlebnis im Gartencenter kann eine Webpräsenz einfach nicht kopieren. Wer Technik verkauft, kann direkt am Gerät die Vorteile aufzeigen und dem Kunden Tipps mit auf den Weg geben.

Zudem gelingt es immer besser, durch Investitionen in die Digitalisierung den Komfort des Internetshoppings nachzubilden oder sogar selbst Onlinebestellungen auszuliefern bzw. zumindest zum Parkplatz draußen zu bringen. Die Niederlassung wird dann auch mal zu einem regionalen Warenlager, wo zudem die Rücknahme automatisiert erfolgt, ohne zur Post gehen zu müssen.

Dass die Leute dank der guten Konjunktur mehr Geld in der Tasche haben, tut ihr Übriges. Kurzum: Gut geführte Shopping-Center-Betreiber und Einzelhandelsketten haben weiterhin Zukunft und viele Aktien sind derzeit günstig zu haben, darunter beispielsweise CECONOMY (WKN:725750) oder die Deutsche EuroShop (WKN:748020).

Automobilzulieferer sind bärenstark

Elektrifizierung, Autonomisierung, Digitalisierung, Asiatisierung – die europäische Autobranche steht vor tief greifenden Umbrüchen und vielfältigen Herausforderungen. Die Anleger geben sich verunsichert und haben entsprechende Aktien mit vollen Händen aus ihren Depots geworfen.

Klar ist, dass Autobauer und ihre Zulieferer derzeit in einem Boot sitzen. Hustet Daimler, dann bekommt Bosch eine Grippe. Schließlich sind es die Oberklassehersteller, die für die guten Margen sorgen. Der Vorteil der Komponentenlieferanten liegt jedoch trotzdem darin, dass sie sich flexibler an sich verändernde Marktbedingungen anpassen können. Als Anleger muss ich mir auch nicht die Frage stellen, ob der neue elektrische Mercedes-Benz EQC ein großer Wurf oder doch irgendwie peinlich ist.

Zulieferer müssen sich weniger um Äußerlichkeiten kümmern. Wichtiger ist, dass sie ihre führende Technologieposition und die Kosten im Griff behalten. Gut gefällt mir auch, wenn sie ein leistungsfähiges Ersatzteilgeschäft betreiben, das unabhängig von den Neuwagenregistrierungen von einem wachsenden und alternden Fahrzeugbestand profitiert. Das ist zum Beispiel bei Schaeffler (WKN:SHA015) der Fall, wo kürzlich das After-Market-Geschäft eine Runderneuerung bekommen hat.

Im Moment erscheint in diesem Sektor vieles stark unterbewertet, von Blue Chips wie Continental (WKN:543900) bis runter zu Nebenwerten wie Stabilus (WKN:A113Q5). Warum sollte man für Tech mehr bezahlen?

Viele Finanzdinos werden ihren Platz finden

Auch vor den „altehrwürdigen“ Banken und Versicherungen macht der Wandel nicht halt. Fintech heißt das Zauberwort und es gibt nicht wenige Branchenexperten, die überzeugt sind, dass das Ende naht. Dass viele Banken weit unter Buchwert notieren und Versicherer zum Teil fantastische Dividendenrenditen bieten, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Markt dieser Sichtweise Glauben schenkt.

Gerade bei den Banken war der Verlauf der letzten Jahre aber auch wirklich nicht erbaulich. Statt Gewinnen gab es oft Eigenkapitalerhöhungen. Bereiche, die früher die Profite erwirtschaftet haben, werden heute verkauft, um die arg geschundene Bilanz aufzubessern. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, werden Filialnetze ausgedünnt. Das alles sieht nach einem anhaltenden Abwärtstrend aus.

Ich will auch gar nicht abstreiten, dass die eine oder andere Bank scheitern wird bei ihrem Versuch, sich stabil für die Zukunft aufzustellen. Aber wo der eine scheitert, eröffnen sich für den schnelleren und besser angepassten Wettbewerber Chancen für die Eroberung von Marktanteilen. Finanzdienstleister, die sich auf die Digitalisierung einlassen und Fintechs eher als Partner denn als Gegner auffassen sowie sich auf ihre ureigenen Beratungskompetenzen rückbesinnen, werden sich behaupten können.

Dass wieder Fusionsfantasie im Markt ist, erhöht ebenfalls die Attraktivität des Sektors. Auch Josef Ackermann und eine Reihe von Politikern plädieren aktuell dafür, europäische Champions zu schaffen, die es mit den chinesischen und amerikanischen Giganten aufnehmen können. Wer ganz gegen den Strom schwimmen will, setzt auf italienische Geldhäuser wie die Unicredit (WKN:A1JRZM), die immer für einen Deal gut ist. Günstige Einstiegskurse gibt es auch bei der ING Groep (WKN:881111), wenn man davon ausgeht, dass das Thema „Geldwäsche“ nun erledigt ist.

Zunehmend sonnige Aussichten statt Mondpreise

Keine Frage, die heftigen Umbrüche, die wir derzeit in vielen Branchen beobachten können, werden Verlierer produzieren. Aber muss man deshalb alles über einen Kamm scheren? Ich denke, dass es lohnenswert sein kann, sich dort umzuschauen. Tech-Aktien sind extrem gut gelaufen, aber Substanz und Dividenden, die gibt es hier. Geschäfte, Autos und Banken wird es auch noch in 20 Jahren geben und die besten Unternehmen werden gestärkt aus der nächsten Krise herauskommen.

Kanadas Antwort auf Amazon.com!

… und warum es vielleicht unsere zweite Chance ist, ein echtes E-Commerce-Vermögen aufzubauen. Das smarte Geld investiert bereits in eine Firma aus Ontario, die noch deutlich unter dem Radar der Masse fliegt: Drei der cleversten (und erfolgreichsten!) Investoren, die wir kennen, sagen: Diese besonderen Aktien jetzt zu kaufen ist so wie eine Zeitreise zurück ins Jahr 1997, um in Amazon-Aktien einzusteigen — bevor diese um 47.000 % explodiert sind und ganz normale Anleger reicher gemacht haben als in ihren kühnsten Träumen. Fordere den Spezialreport mit allen Details hier ab.

Ralf Anders besitzt Wertpapiere auf Schaeffler und partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Continental. The Motley Fool empfiehlt Deutsche Euroshop.