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Diese 2 Aktien sind in den letzten 5 Jahren um über 500 % gestiegen

Foto: Getty Images

Die US-Börse hat in den letzten fünf Jahren für die Anleger erfreuliche Gewinne erzielt. Der S&P 500 ist um 73 % gestiegen, was zwar beachtenswert ist, doch einige Aktien haben sich viel besser entwickelt.

Der Online-Einzelhandelsriese Amazon.com (WKN:906866) und der führende Videospielhersteller Take Two Interactive (WKN:914508) haben beide seit 2013 ein Plus von mehr als 500 % erzielt. Hier folgt nun ein Überblick darüber, wie die Unternehmen das geschafft haben und was die Investoren in Zukunft erwarten können.

Kursentwicklungen der Aktien von Amazon.com und Take-Two Interactive im Vergleich zum S&P 500. Daten von YCharts.

Amazon wächst immer weiter

Amazon hat den Aktionären Monstergewinne geliefert. Seit 2013 ist der Umsatz von Amazon um 180 % gestiegen, da das Kerngeschäft des Einzelhandels weiterhin Kunden gewinnt und weltweit expandiert. Darüber hinaus ist es Amazon gelungen, ein starkes Netzwerk von Produkten und Dienstleistungen zu schaffen, um die Kunden an die Plattform zu binden — die Prime-Mitgliedschaft, Kindle E-Reader, Fire TV und Echo Smart-Home-Geräte.

Doch die meiste Anerkennung für den Anstieg der Aktie seit Mitte 2013 um fast 600 % verdient das rasante Wachstum des Cloud-Geschäfts, Amazon Web Services (AWS). Der Umsatz von AWS ist seit 2015 um 172 % gestiegen und erreichte in den letzten 12 Monaten 21,2 Mrd. US-Dollar. Hierbei erliegen viele Unternehmenskunden den Diensten von AWS von Webhosting bis zur Sicherung von Datenbanken sowie einer Vielzahl anderer Anwendungen.

Da es sich bei AWS um einen Software-Service handelt, erzielt dieser Geschäftszweig deutlich höhere Margen als das Einzelhandelsgeschäft von Amazon, das einem harten Wettbewerb ausgesetzt ist. Infolgedessen hat das Wachstum von AWS den Gewinn entsprechend erhöht. In den letzten fünf Jahren hat sich das Betriebsergebnis des Unternehmens verzehnfacht und erreichte im Laufe der letzten zwölf Monate 7,385 Mrd. US-Dollar; etwa 75 % davon wurden von AWS generiert.

Im Jahr 2017 schätzte Morgan Stanley, dass AWS allein 270 Mrd. US-Dollar wert sein könnte, was damals etwa der Hälfte der Marktkapitalisierung von Amazon entsprach. AWS könnte möglicherweise irgendwann mehr wert sein als das Einzelhandelsgeschäft, wenn es in diesem Tempo weiter wächst. Im jährlichen Aktionärsbrief im Jahr 2014 erklärte CEO Jeff Bezos: „Ähnlich wie ich über unser Potenzial im Einzelhandel denke, glaube ich, dass AWS grenzenloses Wachstum vor sich hat.“

Tatsächlich muss man sich fragen, ob es etwas gibt, das Amazon nicht kann. Das Unternehmen hat sich erfolgreich in fast jede Einzelhandelskategorie ausgebreitet. Das Smart-Home-Gerät Echo (das es den Kunden erleichtert, mehr Geld bei Amazon auszugeben) und der Fire TV-Stick waren 2017 die meistverkauften Produkte bei Amazon. Darüber hinaus könnte das Unternehmen kurz davor stehen, ein bedeutendes Werbegeschäft aufzubauen. Zudem könnte die jüngste Übernahme von Whole Foods Market Amazon zu einem wichtigen Akteur auf dem Lebensmittelmarkt machen.

Es das scheinbar unbegrenzte Potenzial von Amazon, zu expandieren, zu investieren und mit neuen Dingen zu experimentieren, was dazu geführt hat, dass die Aktie trotz der Marktkapitalisierung von fast 1 Billion US-Dollar weiterhin neue Höchststände erreicht hat.

Take-Two

Die Videospielindustrie hat in den letzten fünf Jahren einige große Veränderungen durchgemacht. Mehr Gamer kaufen ihre Spiele digital, anstatt die Spiele auf Datenträgern in Geschäften zu kaufen. Das ist für das Ergebnis der Spieleproduzenten von Vorteil, da digitale Umsätze billiger sind wie die Herstellung der Spiele-Discs.

Darüber hinaus sind die Spieleproduzenten immer weniger darauf angewiesen, jedes Jahr neue Versionen produzieren zu müssen, um Geld zu verdienen. Die Spielehersteller haben auf eine ganzjährige, umsatzgenerierende Strategie umgestellt, bei der ein einzelnes beliebtes Spiel mit digital bereitgestellten In-Game-Updates lange Zeit unterstützt werden kann. Dies hat den Lebenszyklus von Spielen auf Monate und in einigen Fällen sogar auf Jahre ausgedehnt.

Ein gutes Beispiel dafür ist Take-Twos äußerst erfolgreiches Spiel Grand Theft Auto V, das auch fünf Jahre nach der Veröffentlichung noch immer sehr beliebt ist. Es hat sich zu einem der meistverkauften Titel aller Zeiten entwickelt — in den letzten fünf Jahren wurden 100 Mio. Exemplare verkauft. Das Spiel ist bei den Gamern dank des Multiplayer-Modus von Grand Theft Auto Online beliebt geblieben, bei dem sich die Spieler mit anderen Gamern im Spiel treffen und über Mikrotransaktionen Geld für zusätzliche Inhalte während des Spiels ausgeben.

Take-Two konnte auch die Franchise NBA 2K erfolgreich ausbauen — die Version NBA 2K18 erreichte im letzten Jahr einen Franchise-Rekord von mehr als 10 Mio. verkauften Exemplaren. Der Basketball-Franchise hat auch Erfolg bei der Expansion nach China, wo Take-Two eine Partnerschaft mit dem chinesischen Social-Media-Riesen Tencent Holdings unterhält, um eine Version des Spiels auf dem größten und am schnellsten wachsenden Videospielmarkt der Welt zu vertreiben.

Die Umsätze von virtuellen Währungen in diesen beiden Franchises waren die wichtigsten Treiber für das digitale Umsatzwachstum von Take-Two, das nun den größten Teil des Jahresumsatzes von Take-Two ausmacht. Diese Umstellung des Umsatzmixes auf digitale Inhalte hat das Ergebnis von Take-Two von einem Verlust von 8,3 Mio. US-Dollar im Geschäftsjahr 2016 auf einen Gewinn von 174 Mio. US-Dollar im Geschäftsjahr 2018 deutlich verbessert. Diese Verbesserung des Ergebnisses hat dazu geführt, dass die Aktien in den letzten fünf Jahren um mehr als 600 % gestiegen sind.

Take-Two hat ein paar Dinge am Laufen, um diesen Schwung beizubehalten. Der Spielehersteller steht kurz vor der Veröffentlichung von NBA 2K19 und ist mit der NBA 2K League in den E-Sport eingestiegen, von dem das Management glaubt, dass es ein langfristiger Gewinntreiber für das Unternehmen sein wird. Außerdem wird das Unternehmen diesen Herbst das mit Spannung erwartete Red Dead Redemption 2 veröffentlichen.

Große Gewinne bei Aktien, die du kennst

Amazon und Take-Two zeigen, dass man keine neuen heißen Aktien aufspüren muss, um große Gewinne auf dem Markt zu erzielen. Selbst etablierte Unternehmen können sich im Wert vervielfachen. Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass Amazon und Take-Two in den nächsten fünf Jahren 500 %-plus-Gewinne liefern werden, ist es für Investoren mit einem langem Zeithorizont immer noch lohnenswert, ein Auge auf diese beiden Unternehmen zu werfen.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einem Tochterunternehmen von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon, Take-Two Interactive und Tencent Holdings.

Dieser Artikel wurde von John Ballard auf Englisch verfasst und am 08.09.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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