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Die NASA will wieder zum Mond – was man als Investor wissen muss

Bildquelle: Flickr/Elvis Fool

„Das wirklich Unglaubliche daran? Dass das alles 25 Milliarden Dollar gekostet hat.“

Das ist die Meinung von Sean Glaspie, als er in der Serie Mad Men die Fernsehübertragung der Mondlandung von Apollo 11 gesehen hat. Obwohl es sich um ein bedeutsames und historisches Ereignis handelte, waren es wohl die hohen Kosten von Apollo (es wären heute fast 175 Milliarden US-Dollar), die das Programm zum Scheitern brachten und die USA zwangen, die nächsten 50 Jahre (und wahrscheinlich noch länger) dem Mond fernzubleiben.

Fast 50 Jahre später hat die NASA – Amerikas National Aeronautics and Space Administration – 35 Milliarden US-Dollar bereitgestellt, damit Boeing (WKN:850471) und Lockheed Martin (WKN:894648) ein neues „Space Launch System“ bauen, das fast so leistungsstark sein soll wie die Saturn V-Raketen, die damals Richtung Mond flogen.

Sind 35 Milliarden Dollar eine Menge Geld? Vielleicht nicht so viel wie einst bereitgestellt wurde, aber es ist immer noch eine ordentliche Summe. Darüber hinaus mehren sich die Prognosen, dass das ohnehin schon überzogene Budget für SLS pro Start bis zu 1 Milliarde US-Dollar oder sogar 2,5 Milliarden US-Dollar kosten könnte. Im Zusammenhang mit dem NASA-Budget des Kongresses für das Geschäftsjahr 2019 ist das sicherlich eine Menge Geld. Der Kongress plant, in diesem Jahr nicht mehr als 1 Milliarde US-Dollar für Projekte im Zusammenhang mit dem Mond auszugeben – aber ein einziger SLS-Start würde das Budget bereits sprengen, bevor die Rakete überhaupt ihre Startrampe verlässt!

Wenn die NASA die Raumfahrt nicht günstiger hinbekommt, könnten die hohen Kosten das Projekt Mond wieder einmal gefährden.

Moonshots kosten was

Wie also die Kosten senken? Im vergangenen Monat gab der NASA-Administrator Jim Bridenstine auf einer Sitzung des NASA Advisory Council (NAC) im Ames Research Center in Moffett Field, Kalifornien, Auskunft darüber. Er sagte, dass er Amerika „nachhaltig“ auf den Mond zurückholen wolle. Aus seinen Aussagen lassen sich einige Informationen darüber ziehen, wer das Rennen ins All zu seinen Gunsten entscheiden könnte.

Hier ist ein kurzer Überblick über drei Highlights aus Bridenstines Vortrag.

„Wiederverwendbar“ ist der Schlüssel zu „nachhaltig“

Bridenstine zeigte die ersten 15 Minuten einer einleitenden 22-minütigen Präsentation von US-Präsident Trump, die besagt, dass „die Vereinigten Staaten die Rückkehr der Menschen zum Mond zur langfristigen Erforschung und Nutzung anführen werden“, in „einem innovativen und nachhaltigen Forschungsprogramm mit kommerziellen und internationalen Partnern“. Die beiden Schlüsselwörter hier dürften „nachhaltig“ und „kommerziell“ sein, da die NASA sich stark auf große Unternehmen verlassen wird, in die wir als Anleger teilweise investieren können.

Die „langfristige Erforschung und Nutzung“ des Mondes erfordert eine Kostenreduzierung, um sicherzustellen, dass die NASA das Projekt lange Zeit führen kann. Laut Bridenstine kann die NASA heute glücklicherweise auf „Technologien zurückgreifen, die es vor fünf oder zehn Jahren noch nicht gab“, wie beispielsweise „wiederverwendbare Raketen“, die im Laufe der Zeit viel weniger kosten als die derzeit weltweit eingesetzten Einwegraketen.

Derzeit bauen jedoch weder Boeing noch Lockheed Martin Raketen, die erneut zu verwenden sind. Nur SpaceX und Blue Origin tun das. (Und vorerst hat nur SpaceX eine Rakete der ersten Stufe, die einen Satelliten in die Umlaufbahn bringen kann, um dann wieder auf der Erde zu landen und erneut gestartet zu werden.)

Die unausweichliche Schlussfolgerung: SpaceX (und vielleicht auch Blue Origin) werden eine wichtige Rolle bei den Plänen der NASA, zum Mond zurückzukehren, spielen. Und trotz ihrer Rolle beim Bau von SLS werden Boeing und Lockheed viel weniger im Vordergrund stehen.

„Wiederverwendbar“ bedeutet etwas anderes

Boeing und Lockheed sind damit jedoch nicht ganz aus dem Spiel. Denn seit einigen Jahren arbeitet das Joint Venture Boeing und Lockheed United Launch Alliance an einem Plan, nicht seine Trägerraketen der ersten Stufe, sondern seine Raketen der zweiten Stufe wiederzuverwenden – und zwar im All.

Dies knüpft an Bridenstines Kommentar an, dass er wieder und wiederverwendbare Träger will, die von der Erde zum Mond und wieder zurückkommen. Das „ACES“-Programm der ULA scheint sich hier gut in die Pläne der NASA für die Mondlandung zu fügen. Ähnliche Pläne von Orbital ATK (jetzt Teil von Northrop Grumman) und Maxar Technologies, ihre eigenen Flotten von Raumschleppern zu bauen, könnten ebenfalls eine Rolle in den Zukunftsplänen der NASA spielen.

Bergbau auf dem Mond

Bridenstine sagt, dass wir nicht nur den Mond erneut besuchen ihn erkunden, sondern auch „die Ressourcen des Mondes nutzen werden“. Dazu gehört er Bergbauen auf dem Mond für Wassereis, das für Trinkwasser genutzt und in Sauerstoff zum Atmen zerlegt werden kann, sowie für flüssigen Wasserstoff und flüssigen Sauerstoff für Raketentreibstoff. Wahrscheinlich wird es auch den Abbau von Mondgestein für Rohstoffe zum Aufbau von Lebensräumen auf dem Mond beinhalten. Dazu könnte auch die Ressourcengewinnung für die Verwendung auf der Erde gehören.

Bridenstine vermutet, dass es auf dem Mond „Billionen von Dollar an Platingruppenmetallen geben“ könnte. Es gibt dort sicherlich „seltene Erdenmetalle, die extrem wertvoll sind“, und auch diese könnten ein Objekt der Nutzung von Mondressourcen sein.

Dies deutet darauf hin, dass sich zukünftige Investitionsmöglichkeiten ergeben könnten, wenn und wann derzeit private Unternehmen wie Moon Express und Planetary Resources (die beide ihr Interesse am Space Mining bekundet haben) IPOs durchführen.

Gedanke zum Schluss

Eine letzte Bemerkung, die Bridenstine gemacht hat, halte ich für besonders wichtig: „Wir wollen Interoperabilität“ zwischen den verschiedenen Arten von Raketen, die für die Reise zum und vom Mond verwendet werden, zwischen Raumstationen auf der Mondoberfläche und in der Umlaufbahn darüber, zwischen Mond-Shuttles.

Damit die NASA den vollen Nutzen aus den Vorteilen mehrerer kommerzieller Raumfahrtunternehmen ziehen kann, die alle um ihr Geschäft konkurrieren, ist es wichtig, dass die Agentur nicht dem „vendor lock“ zum Opfer fällt, bei dem die Produkte eines Unternehmens nicht gut mit anderen zusammen funktionieren. Deshalb wird die NASA sicherstellen wollen, dass alles, was sie von einem Anbieter kauft, mit der Hard- und Software anderer Anbieter kommunizieren, andocken und anderweitig interagieren kann.

Es wird eine Herausforderung für ein großes Team, die Mondlandung bezahlbar zu machen. Und es gibt viel Raum für alle möglichen Unternehmen – und deren Investoren -, davon zu profitieren.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel von Rich Smith erschien am 8.9.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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