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Wie viel Einkommen braucht man im Ruhestand wirklich?

Foto: Getty Images

Hier ist ein oft missverstandenes Rentenkonzept: Wenn man bereit ist, in Rente zu gehen, geht es nicht unbedingt darum, wie viele Ersparnisse man hat. Der viel wichtigere Faktor ist, wie viel an nachhaltigen Einnahmen du haben wirst.

Wenn du zum Beispiel eine Pension, eine Sozialversicherung und eine Rentenversicherung hast, die jedes Jahr inflationsbereinigt werden, und diese Kombination mehr als genug Geld zum Leben abwirft, spielt es keine Rolle, ob du irgendwo anders noch eine Million herumliegen hast (obwohl das sicher auch nicht schadet). Wenn andererseits deine einzige garantierte Einnahmequelle die Sozialversicherung ist, werden die Ersparnissen, mit denen du Einnahmen generieren kannst, viel wichtiger.

Hier ist ein kurzer Überblick über die Grundregeln im Ruhestand und wie du berechnen kannst, wie viel du im Ruhestand benötigst.

Die „80 %-Regel“ und woher sie kommt

Die Finanzplaner (auch ich) sagen ihren Kunden oft, dass sie nach der Pensionierung etwa 80 % ihrer Vorruhestandseinnahmen benötigen werden, um den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Der Wert variiert leicht, liegt aber in der Regel zwischen 70 % und 80 %.

Du fragst dich vielleicht: „Wie kommt man auf diese 80 %? Würde ich nicht 100 % meiner Vorruhestandseinnahmen brauchen, um den gleichen Lebensstil aufrechtzuerhalten?“

Nun, nicht wirklich. Der Gedanke hinter der 80 %-Regel ist, dass du einige Ausgaben nach der Pensionierung nicht mehr haben wirst. Zum Beispiel, wenn du jetzt zur Arbeit pendelst, wirst du wahrscheinlich geringere Ausgaben für Benzin, Auto-Wartung oder für den öffentlichen Nahverkehr haben.

Vergiss nicht die Kosten der Altersvorsorge selbst, die direkt von deinem Gehalt abgezogen werden und nach der Pensionierung aus offensichtlichen Gründen auf deinem Konto bleiben.

Für den Durchschnittsbürger treffen die 80 % aber meistens zu.

Dinge, die deinen Bedarf erhöhen könnten

Obwohl die 80 %-Regel für den Durchschnittsbürger gilt, ist deine individuelle Situation vielleicht nicht gerade „durchschnittlich“. Es gibt mehrere Faktoren, die deine Alterseinnahmen erhöhen oder verringern könnten.

Hier sind ein paar Gründe, warum du mehr brauchen könntest.

  • Wenn du planst, im Ruhestand ausgiebig zu reisen, könnte das ein viel größeres Budget erfordern. Obwohl ich ziemlich weit davon entfernt bin, in Rente zu gehen, hegen meine Frau und ich ehrgeizige Pläne für eine Weltreise in unserem ersten Rentenjahr. Das wird — um es milde auszudrücken — nicht passieren, wenn wir nur 80 % unserer derzeitigen Einnahmen ausgeben wollen.
  • Wenn du in ähnlicher Weise ein potenziell teures Hobby zu betreiben gedenkst, könnte es auch deutlich mehr kosten.
  • Wenn du vorzeitig in Rente gehen möchtest (vor deinem 65. Lebensjahr) und nicht in der Lage sein solltest, die Krankenversicherung über deinen Arbeitgeberbeitrag zu decken, musst du das aus deiner Tasche bezahlen. Achte darauf, auch diese Kosten zu berücksichtigen.

Dinge, die deine Kosten reduzieren könnten

Andererseits gibt es einige Faktoren, die deine Kosten auch reduzieren könnten.

Wenn du zum Beispiel daran gewöhnt bist, deutlich mehr Geld zu sparen als der Durchschnitt, bist du es bereits gewohnt, von einem kleineren Prozentsatz deines Gehalts zu leben.

Oder, vielleicht planst du, einige Schulden zu tilgen, bevor du in Rente gehst. Eine gängige Strategie vor der Pensionierung ist es, die Hypothek zu bezahlen. Wenn du es also gewohnt bist, jeden Monat eine Hypotheken-Zahlung vorzunehmen und das nach dem Renteneintritt nicht mehr tun musst, könnte das deinen Bedarf deutlich reduzieren. Das gleiche gilt für deinen Autokredit, das Studenten-Darlehen oder Kreditkartenschulden.

Vielleicht planst du auch einen viel einfacheren Lebensstil als jetzt. Der Umzug in ein kleineres Haus könnte zu wesentlich geringeren Wartungs- und Betriebskosten führen. Vielleicht können dein Ehepartner und du nach der Pensionierung mit nur einem Auto statt mit zwei auskommen. Solche Dinge könnten dazu beitragen, deine erforderlichen Einnahmen deutlich zu senken.

Wie viel brauchst du also?

Das Endergebnis ist, dass die Standardregel „80 % deiner Vorruhestandseinnahmen“ eine gute Faustregel ist — doch nur, wenn du nicht vorhast, nach der Pensionierung signifikante Budget-Änderungen vorzunehmen, wie ich sie hier erwähnt habe.

Für die meisten Menschen ist die 80 %-Regel ein guter Ausgangspunkt. Finde heraus, was 80 % deiner aktuellen Einnahmen sind, dann passe diese Zahl nach oben oder unten an deine Pläne an.

Ein vereinfachtes Beispiel: Nehmen wir an, dass die aktuellen Einnahmen deines Ehepartners und dir insgesamt 100.000 US-Dollar betragen — 80 % davon sind 80.000 US-Dollar. Jedoch sagen wir, dass du jährlich ungefähr 15.000 US-Dollar mehr für Reisen planst, aber auch die Hypothek vollständig abzahlen wirst, was deine Aufwendungen um 12.000 US-Dollar verringert. Das entspricht einem Nettozuwachs von 3.000 US-Dollar. Daher kannst du für deinen Ruhestand etwa 83.000 US-Dollar pro Jahr einplanen.

Die ungefähre Größenordnung zu kennen, ist vielleicht das Wichtigste, da es der erste Schritt bei der Ermittlung deines Altersvorsorgebedarfs ist.

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Dieser Artikel wurde von Matthew Frankel auf Englisch verfasst und am 07.09.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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