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Tesla bleibt doch an der Börse: Was passiert jetzt?

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Überraschung! Siebzehn Tage nach dem Tweet, dass er Tesla (WKN:A1CX3T) für 420 US-Dollar pro Aktie von der Börse nehmen wolle, sagte CEO Elon Musk die ganze Sache am späten Freitagabend ab.

In einem Beitrag auf Teslas Blog sagte Musk, dass „die meisten von Teslas bestehenden Aktionären glauben, dass wir als Aktienunternehmen besser dran sind“.

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Bei Tesla steht die wahre Geschichte natürlich oft zwischen den Zeilen der offiziellen Aussagen. Was hat Musk gesagt, warum hat er den Privatisierungsversuch wirklich aufgegeben und wie geht es jetzt weiter?

Was Musk über seine Entscheidung sagte, die Privatisierung abzusagen

Musk sagte, dass ihm nach Gesprächen mit mehreren Investmentbanken und langen Gesprächen mit den Aktionären nun einige Dinge klar seien:

  • Die meisten die Aktionäre von Tesla sind der Meinung, dass es dem Unternehmen besser gehen wird, wenn es an der Börse bleibt.
  • Es wäre bestenfalls kompliziert gewesen, den kleineren Aktionären von Tesla die Beteiligung an einem privaten Unternehmen zu gestatten.
  • Einige institutionelle Aktionäre haben Beschränkungen, wie viel sie in ein privates Unternehmen investieren können.
  • Der Prozess der Privatisierung „wäre noch zeitaufwendiger und lästiger als ursprünglich angenommen“. Das ist schlecht, sagte er, denn Tesla muss sich darauf konzentrieren, die Produktion des Model 3 zu steigern und profitabel zu werden.

Um es zusammenzufassen: Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt sagt Tesla, dass eine Privatisierung zu viele Schwierigkeiten für das Unternehmen und eine Belastung für seine Aktionäre bedeuten würde.

Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob das alles stimmt. Schauen wir uns das mal genauer an.

Warum hat Tesla wirklich die Privatisierung abgeblasen?

Angesichts dessen, was wir wissen, kann ich mir zwei Gründe vorstellen, warum Musk und/oder Teslas Vorstand beschlossen haben könnten, die Sache abzublasen.

Grund #1: Ihnen hat der Kurs nicht gefallen

Musk brachte noch einen Punkt in diesem Blogbeitrag:

  • „Mein Glaube, dass es mehr als genug Geld gibt, um Tesla zu privatisieren, wurde während dieses Prozesses verstärkt.“

Beachte, dass er nicht sagt, zu welchem Kurs es „mehr als genug Geld gab, um Tesla zu privatisieren“.

Denke daran, dass obwohl Tesla enormes Potenzial hat, im letzten Jahr einige tiefe Risse in dieser These aufgetreten sind. Tesla hat viele Schulden, wenig Bargeld und steht zum ersten Mal vor einem ernsthaften, direkten Wettbewerb.

Es dauerte nicht lange nach dem ursprünglichen Tweet von Musk über die potenzielle Privatisierung, bis Anzeichen dafür auftauchten, dass Tesla Schwierigkeiten hatte, eine Finanzierung zum von Musk vorgeschlagenen Buyout-Preis zu finden. Es ist sehr gut möglich, dass die Banken, die Musk anheuerte, um ihn dabei zu beraten, Goldman Sachs und Morgan Stanley, ihm sagten, dass es keine (oder nicht genug) Investoren gäbe, um die Privatisierung zu den versprochenen 420 US-Dollar pro Aktie durchzuführen.

Charlie Gasparino von Fox Business News hatte einen Insider aus diesen Gesprächen, wahrscheinlich jemanden, der mit einer der Investmentbanken verbunden ist. Gasparino meldete am Donnerstag, dass die Privatisierung sehr schwer bei 420 US-Dollar sein könnte:

 Einige Banker sind unsicher, dass sie die @Tesla-Privatisierung zum von @elonmusk angegebenen Kurs von 420 US-Dollar pro Aktie durchführen können

Dennoch könnte Musks Aussage noch zutreffend sein: Es könnte durchaus Interesse bei Finanziers gegeben haben, die die Privatisierung zu einem wesentlich niedrigeren Kurs machen wollten.

Grund #2: Due Diligence wurde zum Problem

Eine fremdkapitalfinanzierte Unternehmensübernahme bedeutet, dass potenzielle institutionelle Investoren viele Fragen stellen. Hat Tesla wirklich 420.000 Vorbestellungen für das Model 3? Gibt es irgendetwas – eine regulatorische Maßnahme, eine Offenlegungspflicht – die das Unternehmen daran hindert, sich über eine erneute Kapitalerhöhung Bargeld zu beschaffen? Gibt es Fragen rund um das Geschäft zur Fusion mit Solar City, die das Unternehmen lieber nicht beantworten würde? Als Tesla Ende 2017 im zweiten Quartal des vergangenen Jahres eine Produktionsrate von 5.000 Stück pro Woche vorhersagte, hatte das Unternehmen Grund zu der Annahme, dass das nicht passieren würde?

Diese und andere schwierige Fragen werden täglich von Tesla-Bären gestellt. Zumindest einige dieser und wahrscheinlich auch andere Fragen werden auch von der Securities and Exchange Commission gestellt, die Berichten zufolge eine Untersuchung gestartet hat.

Bedenke, dass jeder Großinvestor bei einer Privatisierung auf einer sorgfältigen Überprüfung in Bezug auf diese und andere Fragen bestehen würde, bevor er investiert. Es ist möglich, dass Musk (und/oder Teslas Vorstand) entschieden hat, dass die Vorteile einer Privatisierung nicht das wert sind, was passieren könnte, wenn das Unternehmen diese Fragen vollständig beantworten müsste.

Wie geht es jetzt weiter?

In einem Tweet am Mittwoch fasste Gasparino die Situation laut seinem Informanten wie folgt zusammen:

Banker, die sich um eine mögliche @Tesla-Privatisierung bemühen und die Verkaufsgespräche mit den Investoren vorbereiten, werden @elonmusk mit Bezos, Jobs, Dell vergleichen. Sie halten sich die Möglichkeit einer erneuten Rekapitalisierung offen, wenn die Privatisierungspläne scheitern – mehr Quellen jetzt @FoxBusiness

Was bedeutet „Option zur Rekapitalisierung“? Das könnte Geld gegen Anteile bedeuten, man könnte auch einige oder alle von Teslas ausstehender Schulden in Aktienkapital umwandeln – oder es könnte eine große Reorganisation des Unternehmens sein, vielleicht einschließlich einer Insolvenz, wenn Tesla irgendwie kein Geld mehr bekommen sollte.

Nichts davon wird den Aktienkurs von Tesla erhöhen, um das vorsichtig zu formulieren. Eine Konkursanmeldung könnte die derzeitigen Aktionäre komplett um ihre Renditen bringen – aber andere Maßnahmen könnten zu einer erheblichen Verwässerung führen und den immer noch hohen Aktienkurs von Tesla stark unter Druck setzen.

Natürlich dürfen wir auch nicht vergessen, dass dieses Thema bereits einige Wendungen genommen hat, die vor einem Monat noch sehr unwahrscheinlich erschienen. Es ist durchaus möglich, dass eine weitere unerwartete Wendung schon unterwegs ist. Wir werden es herausfinden, wahrscheinlich bald.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 25.08.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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