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Minus 35 % in einem Jahr: Ist Südzucker jetzt ein Kauf?

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Foto: Getty Images

Der größte Zuckerhersteller der Welt hat in letzter Zeit weitgehend unbeachtet ein regelrechtes Kurs-Desaster erlebt.

Allein auf Basis der letzten 52 Wochen (Stand vom 24. August 2018) verlor die Aktie 34,7 % an Wert. Nebenbei ist der Konzern auch noch in den SDAX abgestiegen.

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Stellt die Aktie von Südzucker (WKN: 729700) jetzt nach diesem Abschlag eine günstige Kaufgelegenheit dar oder lauert dort eine so genannte „value trap“?

Der Absturz des Zuckers

Der umsatzstärkste Geschäftsbereich von Südzucker nennt sich Zucker (welch Überraschung!) und produziert sowohl den eigentlichen Haushaltszucker aus Zuckerrüben (weiß, braun, als Pulver, in Würfeln, etc.) als auch „Zuckerspezialitäten“, zu denen man z.B. Karamell und verschiedene Backprodukte zählen kann, sowie kohlenhydratreiche Tiernahrung.

Was hat jetzt also diesen schon recht spektakulären Kursrutsch verursacht? Ende September 2017 lief in der EU die sogenannte „Europäische Zuckermarktordnung“ aus, die die heimische Industrie und Landwirtschaft vor ausländischer Konkurrenz geschützt hat. In den meisten anderen Ländern der Welt wird der Zucker aus Zuckerrohr gewonnen (und nicht aus Rüben), der sich günstiger anbauen lässt. Diese neue Konkurrenz und ein allgemein fallender Preis für Zucker auf dem Weltmarkt (-28,6 % in den letzten 52 Wochen) haben Südzucker das Ergebnis und den Ausblick erheblich vermiest.

Wie geht es jetzt weiter?

Sowohl die Produktion als auch die Nachfrage nach Zucker sind in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen, die Produktion jedoch in einem größeren Ausmaß. Auch Südzucker konnte seinen Absatz steigern, seit die EU-Verordnung weggefallen ist, kann aber eben nicht mehr die gleichen Preise abrufen wie früher. Gleichzeitig stellt die Konkurrenz den Zucker aus Zuckerrohr günstiger her. Dieser Nachteil wird auf absehbare Zeit erst mal bestehen bleiben.

Ich bin sogar für die gesamte Branche eher etwas bärisch eingestellt. Ich würde mich nämlich nicht darauf verlassen, dass der weltweite Zuckerbedarf sich nur nach oben entwickeln kann. In meinem Umfeld ist in den letzten Jahren ein deutlich höheres Bewusstsein für den Zuckergehalt in Fruchtjoghurts und anderen unscheinbaren Produkten entstanden. Diabetes und Fettleibigkeit sind weiter auf dem Vormarsch, und da wird irgendwann ein Umdenken stattfinden müssen.

Können die anderen Geschäftsbereiche Südzucker retten?

Südzucker produziert allerdings nicht nur Zucker in allen Variationen. Der zweitstärkste Geschäftsbereich heißt Spezialprodukte und stellt in erster Linie Nahrungsmittelzusätze und teilweise auch Fertiggerichte wie Pizza und Pasta her, die dann wieder über andere Marken verkauft werden.

Dann gibt es noch die beiden kleineren Bereiche CropEnergies (Bio-Kraftstoffe) und Früchte (Fruchtmus, Zutaten für Eiscremes, Marmeladen, etc.). Leider muss ich sagen, dass ich diese Geschäftsbereiche auch nicht viel zukunftsträchtiger finde.

Ich glaube nicht an die Zukunft von Bio-Kraftstoffen oder Verbrennungsmotoren generell. Und genauso wie sich möglicherweise bald ein größeres Bewusstsein für die schädlichen Auswirkungen von übermäßigem Zuckerkonsum entwickeln wird, werden die anderen Lebensmittelzusätze vielleicht ebenfalls in Kritik geraten.

Das heißt nicht, dass Südzucker nicht auf diese Trends reagieren und sein Portfolio anpassen kann – aber es wird sicherlich mit einigen Strukturbrüchen verbunden sein. Daher werde ich erst mal die Finger von dieser Aktie lassen.

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Michael Firbach besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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