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Besserer Kauf: Netflix oder Facebook

Quelle: Getty Images

Zwei der beliebtesten Namen an der Wall Street, Netflix (WKN: 552484) und Facebook (WKN: A1JWVX), haben endlich eine Pause eingelegt. In den letzten drei Jahren, gerechnet ab den Gewinnveröffentlichungen im Sommer, haben Netflix und Facebook für ihre Aktionäre mehr als 300 beziehungsweise etwa 121 % Rendite eigebracht. Nun haben die Giganten jedoch in weniger als einem Monat insgesamt 135 Milliarden USD an Wert verloren.

Bedeutet dies, dass sie nun eine gute Kaufgelegenheit sind? Und wenn ja, welche ist zu den heutigen Kursen die bessere Aktie?

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Vor achtzehn Monaten stellte ich die gleiche Frage und Facebook behielt die Nase vorn. Aber seitdem hat sich viel verändert. Mal sehen, wie die beiden heute aufgestellt sind.

Finanzielle Leistungsfähigkeit

So schwierig es auch zu akzeptieren ist, die Zukunft ist völlig unbekannt. Schwarze Schwäne können selbst die sorgfältigsten Pläne ruinieren. Daher ist finanzielle Stärke von größter Bedeutung. Wenn das Chaos diese Unternehmen – oder die makroökonomischen Aussichten im Allgemeinen – treffen würde, wie würde es ihnen dann ergehen?

Im Allgemeinen kategorisiere ich Unternehmen – bezogen auf ihre Bilanzen und Kapitalflussrechnungen – in drei Gruppen: die Fragilen, die Robusten und die Antifragilen. Mehr über diese Klassifikationen erfährst du hier.

Unter Berücksichtigung, dass Facebook mehr als dreimal so groß ist wie Netflix, folgt hier der Vergleich:

Unternehmen Kassenbestand Schulden freier Cashflow
Facebook 44 Mrd. USD keine 19 Mrd. USD
Netflix 2,6 Mrd. USD 6,5 Mrd. USD -1,8 Mrd. USD

Quelle: YAHOO! Finance, Kassenbestand inklusive lang- und kurzfristiger Investments, freier Cashflow auf Basis der vergangenen 12 Monate

Es besteht kein Zweifel, dass Facebook hier die Oberhand behält. Versteht mich nicht falsch, indem es eigene Inhalte entwickelt und seine Dienste im Ausland erweitert, verfolgt Netflix definitiv eine kluge Strategie. Aber diese Investitionen kosten viel Geld.

Wenn keine schwarzen Schwäne auftauchen und Netflix seine Strategie perfekt umsetzt, sind seine Investitionen das Risiko wert. Aber wenn heute eine wirtschaftliche – oder unternehmensspezifische – Krise eintritt, wäre Netflix aufgrund seiner Schuldenlast und seines negativen freien Cashflows in einer sehr schwierigen Lage.

Facebook hingegen könnte aufgrund seiner hervorragenden Bilanz und seines enormen Cashflows aus einem solchen Abschwung tatsächlich einen Vorteil schlagen. Das ist der Grund, warum selbst die rückläufige Prognose des letzten Monats die Aktie nur wenig zurückwarf. Die Stärke des Unternehmens bietet Anlegern eine Art Absicherung.

Gewinner = Facebook

Bewertung

Als Nächstes folgt die Bewertung – etwas, das zum Teil Wissenschaft, zum Teil Kunst ist. Um einen umfassenden Überblick darüber zu erhalten, wie „teuer“ jede Aktie ist, sind hier drei Kennzahlen, die ich gerne heranziehe:

Unternehmen KGV Kurs zu freiem Cashflow PEG-Ratio
Facebook 28 28 1.1
Netflix 157 N/A 2.0

Quelle: YAHOO! Finance, E*Trade, KGV = Kurs-Gewinn-Verhältnis, PEG-Ratio = Kurs-Gewinn zu Wachstums-Verhältnis. Beim KGV wurden keine GAAP Gewinne herangezogen, N/A bedeutet nicht berechenbar, weil negativer freier Cashflow

Facebook ist hinsichtlich jeder Kennzahl die günstigere Aktie. Dies ist nicht allzu überraschend, da Netflix beschlossen hat, den Großteil seiner Einnahmen und seines Cashflows wieder in die Entwicklung von Originalinhalten zu investieren. Dies macht es schwierig, einen fairen Blick darauf zu werfen, wie viel Netflix wirklich wert ist. Wenn wir z.B. das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf dem erwarteten Ergebnis für 2019 berechnen, halbiert sich Netflix‘ KGV auf 76.

Allerdings ist die Bewertung von Facebook noch attraktiver und das Unternehmen gewinnt wieder einmal.

Gewinner = Facebook

Nachhaltige Wettbewerbsvorteile

Schließlich haben wir die nachhaltigen Wettbewerbsvorteile, besser als Burggräben bekannt. Burggräben ermöglichen es Unternehmen, ihre Kunden im Laufe der Zeit an sich zu binden, auch wenn sich der Wettbewerb verschärft. Burggräben machen es auch erst möglich, über Jahrzehnte von der Magie des Zinseszinses zu profitieren – und genau so wird Reichtum an den Aktienmärkten aufgebaut.

Netflix‘ Burggraben bleibt gegenüber der letzten Analyse weitgehend unverändert: Das Unternehmen nutzt die Kraft seiner Marke – und die originellen Inhalte – um Kunden zu gewinnen. Einmal im System, sind die Wechselkosten höher, als du vielleicht denkst. Da der Service von Netflix so günstig ist und die Zahlungen automatisch von der Kreditkarte abgebucht werden, bemerkt ein Teil der Kunden sie gar nicht, egal ob sie Netflix nutzen oder nicht.

Deshalb ist der Zuwachs von mehr als 25 Millionen Abonnenten in den letzten 18 Monaten ein Riesenerfolg: Die meisten von ihnen werden auf lange Sicht bleiben.

Facebook hingegen wurde an mehreren Fronten angegriffen. Skandale um den Umgang mit Daten nach den Präsidentschaftswahlen 2016 und die daraus resultierenden steigenden Kosten für mehr Sicherheit haben ihren Tribut gefordert. Zukünftige Akquisitionen im Rahmen von Instagram und WhatsApp dürften von den Behörden in Frage gestellt werden. Dies schränkt das Unternehmen dabei ein, den Nutzerwechsel auf andere Plattformen zu verhindern.

Aber aufgrund eines brillanten Beitrags des Technik-Bloggers Ben Thompson bin ich überzeugt, dass Facebooks Burggraben tatsächlich größer ist, als es mir vor 18 Monaten bewusst war. Bedenke, dass die gestiegenen Sicherheitskosten beispielsweise von jedem, der so groß wie Facebook werden will, geleistet werden müssen. Aufgrund seiner marktführenden Position und seiner riesigen Kriegskasse ist dies eine enorme Eintrittsbarriere für jede Social Media-Website, die Facebook herausfordern möchte, ohne dabei auf die gleichen Sicherheitsprobleme zu stoßen.

Da die digitalen Werbekampagnen eines Unternehmens über Facebook und Instagram (und vielleicht sogar über WhatsApp und Messenger) gleichzeitig über dieselbe Plattform verwaltet werden können, können bei einem Wechsel für die beteiligten Werbetreibenden hohe Kosten entstehen. Welche Marketingabteilung möchte schon ihr Budget über vier Plattformen verteilen, wenn sie zwei oder drei der größten über dasselbe Backoffice abdecken kann?

Ich glaube nicht, dass Netflix Facebooks Burggraben übertroffen hat und deshalb beurteile ich dies als Unentschieden.

Sieger = Unentschieden

Und mein Gewinner ist…

Da hast du es also, während beide Unternehmen über gewaltige Burggräben verfügen, verschaffen Facebook seine Kriegskasse und die attraktivere Bewertung die Oberhand. Ich persönlich besitze beide Aktien, aber Facebook macht aus den oben genannten Gründen einen viel größeren Teil meines Portfolios aus (etwa 7 %).

Wenn du auf der Suche nach einem preisgünstigen Wachstumsunternehmen bist, ist Facebook meiner Meinung nach ein großartiger Anfang.

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Brian Stoffel besitzt Aktien von Facebook und Netflix. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook und Netflix. 

Dieser Artikel von Brian Stoffel erschien am 11.08.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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