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Warum mir die 6-prozentige Dividende der Ford Motor Company Bauchschmerzen bereitet

Nach dem düsteren Ergebnisbericht der Ford Motor Company (WKN:502391) über das zweite Quartal beginnen Analysten Bedenken zu äußern. Das „Blaue Oval“ berichtete, dass sein Nettoeinkommen um 44 % auf 1,1 Mrd. US-Dollar zurückging und reduzierte seine Jahresprognose aufgrund der wachsenden Probleme in China und Europa.

Fords Vorstände haben versprochen, dass Verbesserungen auf dem Weg sind, was Teil eines größeren Umstrukturierungsplans ist, den das Unternehmen immer noch nicht vollständig erklärt hat. Aber an der Wall Street wird man immer ungeduldiger. Mindestens ein Analyst denkt jetzt an das bisher Undenkbare: Ford muss vielleicht seine Dividende kürzen.

Das wäre nicht gut. Die verprügelte Aktie von Ford hat die Dividendenrendite enorm gesteigert, sodass zu aktuellen Kursen rund 6 % herauskommen. Diese Dividendenrendite war ein wesentlicher Bestandteil der Investitionsthese für die Aktie. Steht sie wirklich auf dem Spiel?

Ich bin ein Ford-Investor und mache mir zunehmend Sorgen. Hier ist der Grund.

Warum dieser Analyst denkt, dass Ford seine Dividende kürzen wird.

Eine der besorgniserregendsten Zahlen in Fords Bericht für das zweite Quartal war das Beteiligungsergebnis seiner chinesischen Joint Ventures: nur noch 3 Millionen US-Dollar, nach 167 Millionen im Vorjahr. Die Verkäufe von Ford in China gingen in der ersten Jahreshälfte stark zurück und das Unternehmen bemüht sich, mehrere wichtige neue Produkte für diesen Markt vorzubereiten, beginnend mit einem neuen erschwinglichen SUV, das Anfang nächsten Jahres eintreffen wird.

Aber in der Zwischenzeit leidet Fords Cashflow ohne dieses China-Einkommen, und das lässt einen Wall-Street-Analysten um Fords Dividende fürchten. In einer Mitteilung, die am vergangenen Montag veröffentlicht wurde, wies der Berenberg-Analyst Alexander Haissl darauf hin, dass Beteiligungserträge in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar, die Ford im vergangenen Jahr von seinen China-Aktivitäten erhielt, 60 % ihrer Dividende im vergangenen Jahr abdeckten – und vieles davon könnte 2018 entfallen.

Unterdessen glaubt er, dass Ford nicht genug Liquidität erwirtschaftet, um die Dividendenzahlungen auf dem aktuellen Niveau zu halten. „Das Fehlen dieser Unterstützung [aus China] wird die Schwäche der Cash-Generierung im Kerngeschäft des Unternehmens aufdecken“, schrieb Haissl.

Haissl glaubt, dass Ford seine vierteljährlichen Dividenden ab 2019 um ein Drittel von derzeit 0,15 US-Dollar pro Quartal auf 0,10 senken muss. Er hat eine Verkaufsempfehlung für Ford, mit einem Kursziel von 7 US-Dollar (Fords Aktie wurde noch am Morgen des 10. Augusts um 9,90 US-Dollar gehandelt).

Hat er Recht, dass Fords Dividende jetzt in Gefahr ist?

Die Unternehmensstruktur von Ford und der bisherige Unternehmensausblick geben uns gute Gründe zu der Annahme, dass die Dividende auf dem derzeitigen Niveau sicher ist. Aber es gibt auch Gründe für einige Zweifel.

1. Unternehmensstruktur: Ford ist immer noch ein Familienunternehmen. Die meisten Ford-Investoren wissen, dass der Autohersteller sich von vielen anderen großen Unternehmen dadurch unterscheidet, dass er immer noch in vielerlei Hinsicht ein Familienunternehmen ist. Die Ford-Familie hat eine Kontrollmehrheit über eine spezielle Aktiengattung, und ihre Interessen werden innerhalb des Unternehmens durch nicht weniger als Fords Vorsitzenden, Bill Ford, vertreten. Er ist Henry Fords Urenkel.

Das Wichtigste dabei ist, dass diese speziellen Familienaktien die gleiche Dividende zahlen wie die Stammaktien von Ford, und das ist eine wichtige Einnahmequelle für einige Familienmitglieder. Ford zahlte jedes Jahr eine Dividende von seinem Börsengang 1956 bis zum Jahr 2006, als Ford in der Notlage war – und der damalige CEO Alan Mulally die Ausgaben stark gekürzt hatte, um zu versuchen, das Unternehmen zu retten.

Mulallys Bemühungen waren natürlich ein Erfolg, und Ford nahm 2012 die Dividendenzahlung wieder auf. Noch wichtiger für unsere Zwecke ist jedoch, dass diese Episode gezeigt hat, dass die Ford-Familie nicht unvernünftig ist: Sie waren bereit, eine Aussetzung der Dividendenzahlung zu akzeptieren, wenn es absolut notwendig war. Aber ohne schlimme Umstände, in denen Ford gerade nicht ist, vermute ich, dass sie lieber eine Dividendenkürzung vermeiden würden.

Die aktuelle Dividende von Ford wurde in diesem Sinne festgelegt. Gemessen an dem Bargeld, das Ford vor nur ein paar Jahren generierte, sah die Dividende des Unternehmens recht konservativ aus – und in diesen Überschussjahren entschied sich Ford, eine zusätzliche Sonderdividende zu zahlen, anstatt die reguläre Dividende auf ein Niveau anzuheben, das es vielleicht nicht hätte aufrechterhalten können.

2. Der bisherige Managementausblick: Ford plant, seine Dividende aufrechtzuerhalten, es sei denn, es wird schlimmer. Ford hat in der Vergangenheit gesagt, dass sie ihre Dividende nicht kürzen wird, es sei denn, es wird schlimmer. In Fords Präsentation zum Investorentag im September 2016 sagte Finanzchef Bob Shanks, dass Ford die Absicht habe, ihre derzeitige Dividendenzahlung durch die nächste Rezession aufrechtzuerhalten.

Unsere Kapitalallokation ist weiterhin diszipliniert und renditestark, und wir sind auf einen Abschwung bestens vorbereitet. Daher planen wir, über den Konjunkturzyklus hinweg eine sichere, regelmäßige Dividende mit der Möglichkeit der Steigerung anzubieten, um unser Kerngeschäft stark zu halten und sich bietende Chancen zu nutzen. [Hervorhebung hinzugefügt]

Damals ging man davon aus, dass Ford mit ihrer kräftigen Barreserve in der Lage sein wird, Dividendenzahlungen aufrechtzuerhalten, selbst wenn sich die Gewinne während einer scharfen Rezession in Luft auflösen. Zum Ende des zweiten Quartals verfügte Ford über 25,2 Milliarden US-Dollar in bar und weitere 10,9 Milliarden US-Dollar an verfügbaren Kreditlinien. In einer langwierigen Rezession würde Ford wahrscheinlich den größten Teil dieses Geldes ausgeben, bevor die Kreditlinien in Anspruch genommen werden.

Auf der Grundlage dessen, was das Unternehmen im Jahr 2016 sagte, würde ich erwarten, dass die Dividende von Ford (und viele andere Ausgaben) in dem Moment gekürzt werden, in dem klar wird, dass Ford die Kreditlinien anzapfen müsste.

3. Zwei Gründe für Zweifel. Wir sind natürlich noch lange nicht an diesem Punkt angelangt. Aber ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, dass die Dividendenprognose von Ford aus dem Jahr 2016 noch in Kraft ist, und zwar aus zwei Gründen:

Erstens ist die Situation von Ford jetzt schlimmer als von den Unternehmensführern im Jahr 2016 erwartet. In der gleichen Präsentation sagte Shanks: „Wir erwarten, dass die Geschäftsentwicklung von Ford bis 2018 stark sein wird – mit einer Verbesserung unseres Kerngeschäfts, was es uns ermöglicht, in die neuen Geschäftschancen zu investieren, die unseren zukünftigen Erfolg sichern werden“. [Hervorhebung hinzugefügt]

Wie wir in Fords Ergebnisbericht für das zweite Quartal gesehen haben, ist die Performance des Unternehmens früher als von Shanks im September 2016 erwartet abgerutscht.

Zweitens steht Ford unter neuer Leitung. Während Shanks immer noch der CFO von Ford ist, ersetzte CEO Jim Hackett seinen Vorgänger Mark Fields im Mai 2017 abrupt. Vieles bei Ford hat sich seitdem geändert.

Kurzum: Es ist Zeit für Ford, etwas zu sagen.

Ford hatte geplant, den Investoren im September eine umfassende Präsentation zu geben, in der Hacketts Restrukturierungspläne ausführlich erläutert werden sollten. Aber in der Ergebnispräsentation zum zweiten Quartal sagte Ford, dass die Präsentation auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, während das Unternehmen daran arbeitet, seine Talfahrt in China und die wachsenden Probleme in Europa zu überwinden.

Meine Meinung als langjähriger Ford-Beobachter (und -Investor) ist, dass es viele Fragen gibt, die Ford bald beantworten muss. Aber ich denke, dass die Dividendenfrage jetzt ganz oben auf der Liste steht: Beabsichtigt Ford, seine Dividendenzahlungen über den Konjunkturzyklus hinweg auf dem aktuellen Niveau zu halten?

Bis Ford diese Absicht bestätigt, sollten Investoren meiner Meinung nach vorsichtig sein.

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John Rosevear besitzt Aktien von Ford. The Motley Fool empfiehlt Ford.

Dieser Artikel von John Rosevear erschien am 12.08.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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