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Früh in den Ruhestand: der komplette Guide

Foto: Getty Images

Als junger Erwachsener hatte ich nur eine vage Vorstellung vom Ruhestand. Ich dachte, wenn man sein ganzes Berufsleben über arbeitet, wäre man eines Tages in dem Alter, in dem man sich zurückzieht, weil man genug angespart hat, und könnte seine Tage am Pool oder auf dem Golfplatz verbringen. Ich bin mir nicht sicher, woher ich diese Idee nahm, aber alles was darüber hinausgeht – also aktive Altersvorsorge – war definitiv ein fremdes Konzept. Ehrlich gesagt hatte ich mir nie Gedanken darüber gemacht, weil der Ruhestand noch in so weiter Ferne erschien und es doch viel dringlichere Probleme gab, die keinen Aufschub duldeten.

Als ich ins Berufsleben eintrat, bekam ich ein anderes, reiferes Bild davon, und ich hatte das Glück, einen Job zu bekommen, der gut in die Rentenkasse zahlte. Ich glaubte immer noch, dass ich das ganze Berufsleben voll durcharbeiten müsste, aber dass ich in der Lage sein würde, einen recht komfortablen Ruhestand zu haben, wobei mich die Zahlungen aus der Rentenkasse als auch aus der Sozialversicherung unterstützen würden.

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Erst Jahre später hat sich mein Verständnis vom Ruhestand von dieser sehr naiven Vorstellung gelöst. Als ich neu bei The Motley Fool war, haben mich die Storys in den Diskussionsforen überrascht, in denen es um erfolgreiche Investmentkarrieren ging, die durchschnittlichen Amerikanern zu grandiosen Ruhestandsjahren verholfen haben. Ich fing an, mich tiefer einzulesen in Geschichten, in denen es darum ging, dass Leute die konsumorientierte Denkweise unserer Kultur hinter sich gelassen haben. Etwa die Geschichte von meinem Fool-Kollegen Brian Stoffel und seiner Frau, die ihre Tätigkeit als Lehrer aufgaben und nun zwischen seiner Heimat Wisconsin und einer Kaffeefarm in Costa Rica pendeln.

Bei weiteren Recherchen entdeckte ich, dass es eine neue Bewegung junger Berufstätiger gab, die den herkömmlichen Weg bis zum Ruhestand aufgaben. Die Bewegung ist bekannt als FIRE, ein Akronym, das für „financial independence, retire early“ steht – zu Deutsch etwa: finanzielle Unabhängigkeit, früher Ruhestand, aber FUFR klingt einfach nicht so gut wie FIRE.

Was ist FIRE?

Die FIRE-Bewegung definiert „Ruhestand“ etwas anders als die meisten es gewohnt sind. Es gibt zwar keine einzige maßgebliche Quelle, aber diese Definition von Mr. Money Mustache, einem bekannten Blogger der Szene, gibt den Geist der FIRE-Mentalität ganz gut wieder:

Ruhestand bedeutet, den ausgewogenen Lebensstil unserer Träume genießen zu können, ohne dass man arbeiten muss, nur um zu überleben. Man muss nicht ganz aufhören zu arbeiten, man muss sich nur sicher genug fühlen, um bei der Art der Arbeit und der dafür zur Verfügung gestellten Zeit wählerisch sein zu können.

FIRE ist also nicht als Mittel gedacht, um sich im Alter von 40 Jahren auf den Golfplatz zurückzuziehen, sondern eher als Flucht aus der Abhängigkeit eines traditionellen Vollzeitjobs. So kündigten Mr. Money Mustache und seine Frau ihre Arbeit als Software-Ingenieure, haben aber Mieteigentum und bloggen, um ihr Einkommen zu ergänzen. Der Punkt ist, dass beide nicht mit einem Schreibtischjob oder einem Unternehmen verheiratet sind. In der Szene gibt es viele solcher Beispiele. Während viele Frührentner vollständig von Kapitalerträgen leben, haben andere Einkommensströme gefunden, die von Teilzeitjobs, die sie lieben, bis hin zu unternehmerischen Tätigkeiten reichen, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen.

Vorzeitiger Ruhestand und die „4 %-Regel“

Wie kann jemand mit 40 einfach seinen Job aufgeben und sich zur Ruhe setzen? Eigentlich ist die Mathematik dahinter ziemlich einfach, wenn man mit der sogenannten 4 %-Regel vertraut ist. Die ist zwar bei weitem nicht perfekt, aber die 4%-Regel eine gute Faustregel dafür, wie viel Geld man im Ruhestand sicher abheben kann, ohne dass einem schon vor dem Tod das Geld ausgeht. In den 90er Jahren untersuchte der Finanzberater William Bengen die Aktien- und Anleiherenditen über einen Zeitraum von 50 Jahren und kam zu dem Schluss, dass man von seinem Ersparnissen Jahr für Jahr 4 % abheben kann – mit der Herangehensweise würde man ihm zufolge rund 30 Jahre lang zurecht kommen.

Und so wendet man die 4%-Regel an: man berechnet die voraussichtlichen jährlichen Ausgaben während des Ruhestands und multipliziert diese mit 25. So viel muss man ansparen und zurückgelegt haben, bevor man in Rente geht. Nehmen wir zum Beispiel an, dass man den Lebensstandard, den man sich für den Ruhestand wünscht, mit etwa 40.000 Euro pro Jahr abdecken kann. Dann müssen die Ersparnisse 1 Million Euro betragen. Hier die Rechnung:

40.000 * 25 = 1,000.000

Diese Regel ist für Portfolios konzipiert, die aus einem Aktien-und-Anleihen-Mix von 50-50 bis 60-40 bestehen. Die Regel erlaubt einem auch, die Jahr für Jahr getätigten Abhebungen an die Inflation anzupassen.

Abhängig von der Vermögensallokation des Portfolios kann sich dieser Ansatz jedoch als zu vorisichtig oder zu riskant erweisen.

Das Problem mit der 4 %-Regel…

Als Bengen seine Studie veröffentlichte, stellte er sich nicht die Frage, ob man nicht auch viel früher in den Ruhestand gehen könnte. Das war nicht Gegenstand seiner Berechnung. Anhänger der FIRE-Bewegung haben allerdings ganz andere Anforderungen. Die brauchen ein Portfolio, das viel länger als 30 Jahre genügend Geld abwirft. Bengen untersuchte damals Portfolios, die für 50 Jahre ausreichten, manche aber auch nur für 33. Ausgehend von den historischen Renditen besteht das Risiko, dass man als freiwilliger Frührentner das Portfolio schon lange vor dem Tod leermacht.

Dies stellt ein Problem für den frühen Ruhestand dar. Eine Sache, die man tun kann, ist eine vorsichtiger berechnete Rate von nur 3 % zu entnehmen. Mit dieser Quote haben 100 % der Portfolios aus Bengens Untersuchungen mindestens 50 Jahre gehalten. Viele bis in alle Ewigkeit. Andere Strategien können eine Nebenbeschäftigung oder eben ein noch größerer Sparbetrag sein, den man mitbringt.

Zu beachten ist auch, dass die Regel Faktoren wie hohe Kosten für medizinische Notfälle und andere unvorhergesehen Situation, außerdem für extrem niedrige Anleiherenditen nicht berücksichtigt. Das heißt, die 4 %-Regel gibt einem eine gute Vorstellung davon, wie groß das Vermögen sein muss, bevor man dem Chef die Kündigung unter die Nase hält.

Finanzielle Unabhängigkeit ist das Ergebnis von Risiko und Vorsicht

Während die Berechnung einfach ist, ist es doch nicht ganz so leicht, 1 Million Euro anzusparen. Die meisten FIRE-Anhänger verbringen ihre berufliche Laufbahn mit einer Sparquote von weit über 50 %. Das bedeutet, dass eine Familie, die 59.039 Dollar verdient (das durchschnittliche amerikanische Haushaltseinkommen im Jahr 2016), mindestens 29.520 Dollar zurücklegen müsste, um diese Rate zu erreichen. Zu einer Zeit, in dem 41 % der Amerikaner nicht einmal 400 Dollar für einen Notfall aufbringen können, erfordert die Einsparung von über 50 % des Einkommens einige tiefgreifende Veränderungen.

Die einzige Möglichkeit, diese scheinbar riesige Aufgabe zu erfüllen, besteht darin, gleichermaßen aggressiv (mehr Geld zu verdienen) und zurückhaltend (Ausgaben zu kürzen) zu sein. Je größer die Kluft zwischen dem, was die Sparer verdienen und dem, was sie ausgeben, desto mehr Geld kann in ihre Anlage- und Sparkonten geführt werden.

Mehr Geld zu verdienen macht das natürlich einfacher, da es einem erlaubt, die Sparquote zu erhöhen, ohne seine Ausgabegewohnheiten komplett zu ändern. Einige Leute verfolgen dazu Berufszweige, die richtig viel Geld bringen (und manche auch kein Studium erfordern), andere wiederum nehmen Nebenjobs an, vermieten Immobilien oder verkaufen ihre Sachen online. Was auch immer man tut, es ist wichtig, für einen frühzeitigen Ruhestand so viel Geld wie nur möglich reinzuholen.

Andererseits erfüllt Sparsamkeit zwei Ziele gleichzeitig. Klar, 5 nicht ausgegebene Euro sind 5 gesparte Euro. Wer seinen Kaffee immer auf dem Weg zur Arbeit kauft, kann das Geld nicht in den Notgroschen stecken. Aber ein sparsames Verhalten ist so oder so sinnvoll, immerhin überprüft man seine Ausgaben auf Notwendigkeit und verringert den Abstand zum Sparziel. Wer im Monat 50 Euro spart, hat im Jahr 600 Euro mehr. Multipliziert man diese Zahl mit 25 (unter Verwendung der bereits erwähnten 4 %-Regel), sind das 15.000 Euro mehr, die man vor dem Ruhestand in der Tasche hat. Solche Einsparungen von gerade mal 50 Euro im Monat können am Ende einen großen Unterschied machen.

Bevor wir ans Eingemachte gehen und ins Detail gehen, müssen wir aber noch etwas klären.

Es geht kein Weg dran vorbei: Etat aufstellen!

Laut einer Umfrage zur finanziellen Allgemeinbildung der Verbraucher im Jahr 2018 wissen in den USA weniger als die Hälfte der Erwachsenen nicht, wofür sie ihr Geld ausgeben. Unglaublich. Bevor man nach Sparmöglichkeiten sucht oder nach Nebeneinkünften Ausschau hält, muss man sich erstmal bewusst sein, dass man dringend eine bestimmte Sache braucht: ein Budget. Dafür gibt es keinen Ersatz. Das muss gar nicht schwierig sein: Es gibt verschiedene Anwendungen und Programme, die den Prozess einfacher denn je machen, darunter Mint, YNAB und Dollarbird. Der The Motley Fools Budget-Rechner hilft Ihnen auch dabei, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wofür das Geld draufgeht.

Wer damit nichts anfangen kann, dem reicht auch Stift, Papier, Taschenrechner oder Excel. Wichtig ist es, konkrete Ziele festzulegen, realistische Erwartungen zu setzen und das Sparen zu automatisieren. Wo anfangen? Wer ganz neu ist, sollte sich diesen Leitfaden von Christy Bieber anschauen (Link führt auf englischsprachige Seite).

Ausgaben senken und mehr Geld sparen

Jeder hat seine Gewohnheiten, Geld auszugeben, die Sparpotenzial bergen. Etwa das Essen in der Mittagspause. Ich freue mich ja immer, wenn ich kleine Sparmöglichkeiten finde, die sich am Ende summieren. Wer aber mehr als 50 % seines Einkommens sparen will, wird größer denken müssen. Hier sind einige allgemeine Techniken, die „Frührentner“ für sich entdeckt haben, um auch noch den allerletzten Euro ins Sparbudget zu quetschen:

Kosten für Wohnraum: Keine Überraschung, dass in den USA hier die größten Kostenpositionen zu finden sind, und viele leben in dieser Kategorie über ihren Verhältnissen. Diejenigen, die FIRE für sich entdeckt haben, suchen allerdings nach Hacks, um das einigermaßen zu begrenzen. Eine beliebte Strategie ist der Kauf eines Doppelhauses; man lebt in der einen Hälfte, die andere vermietet man, so dass man quasi für umsonst wohnt. Wer handwerklich geschickt ist, kann sich nach heruntergekommenen Anwesen umschauen, die man selber renoviert und in der Anschaffung günstig sind.

Natürlich ist das nicht für jeden etwas. Manche wollen in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen, um Fahrtkosten zu sparen. Wer in der Stadt arbeitet, findet außerhalb wohl günstigeren Wohnraum. Wer den Luxus hat, von zu Hause aus zu arbeiten, kann in günstige Regionen ziehen. Wichtig ist, dass man sich bewusst ist, dass es immer noch eine günstigere Möglichkeit geben kann, und das muss man dann mit der Familie besprechen.

Pendeln: Ein weiterer großer Posten ist für die meisten Menschen ist der Transport. Dies beinhaltet alles von der Kfz-Zahlung über die Versicherung bis hin zur Fahrzeugwartung und zum Benzin. Nachdem man Ausgaben addiert hat, stellt man vielleicht fest, dass ein Auto mehr kostet als bisher angenommen. Vielleicht kann man ja näher an die Arbeit ziehen. Vielleicht lieber das Auto leasen, als es zu kaufen? Wie dem auch sei, am besten kauft man einen Gebrauchtwagen, keinen Neuwagen.

Steuern: Die Beatles sangen einst „You’re working for no one but the taxman“, und da scheint oft echt was dran zu sein. Deshalb ist es wichtig, alle Vorteile zu nutzen, die man nur finden kann. Etwa, indem man sein Geld in steuerbefreite Sparkonten steckt. In den USA gibt es fünf Arten von Sparkonten, die große Steuervorteile versprechen.

  • Das 401(k) ist ein beitragsorientiertes Konto, das von den meisten US-Arbeitgebern angeboten wird.
  • IRAs, oder individuelle Rentenkonten, gibt es in zwei Varianten: die traditionelle IRA und die Roth IRA. Traditionelle IRAs werden mit Vorsteuergeldern finanziert, d.h. die Beiträge sind im gleichen Steuerjahr steuerlich abzugsfähig. Roth IRAs werden mit Dollars nach Steuern finanziert, dafür sind die Entnahmen steuerfrei.
  • A 529 ist ein College-Sparplan, der mit Geld nach Steuern finanziert wird, aber die Investitionen können wachsen, und die Erträge können abgehoben werden – steuerfrei. Allerdings wird es teuer, wenn die Mittel nicht für qualifizierte Bildungsausgaben verwendet werden.
  • Letztlich noch Gesundheitssparkonten (HSAs) und flexible Sparkonten (FSAs) – weitere Wege, um Steuervergünstigungen zu nutzen und gleichzeitig für zukünftige Ausgaben im medizinischen Bereich vorzusorgen. Die sind allerdings mit einigen Kosten verbunden, deswegen unbedingt auf die einzelnen Bedingungen achten.

Krankenversicherung: Eine der größten Herausforderungen für Menschen im frühen Ruhestand ist die Frage, wie sie die Krankenversicherung bezahlen, bevor sie in den USA dann Anspruch auf Medicare haben (in der Regel im Alter von 65 Jahren). Erstens ist zu beachten, dass Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz verlieren, auch wenn sie zurücktreten, nach dem Consolidated Omnibus Budget Reconciliation Act, besser bekannt als COBRA, ihre Krankenversicherung bis zu 18 Monate nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses behalten können. COBRA gilt für die meisten Arbeitgeber mit mindestens 20 Vollzeitbeschäftigten. Um anspruchsberechtigt zu sein, muss der ehemalige Arbeitnehmer die gesamten Kosten der Versicherung an seinen früheren Arbeitgeber zahlen, was zwar teuer sein kann, aber manchmal immer noch billiger als andere Optionen.

Nach Ablauf der COBRA-Leistungen sind die Möglichkeiten der Krankenversicherung für Menschen im frühen Ruhestand eher begrenzt. Die naheliegendste Wahl ist in den USA ein Plan via Obamacare. Leider bestimmt die Region, in der man lebt, weitgehend die Qualität und die Kosten – auch das am Ende wohl ein Grund, seinen Wohnsitz für die Zeit nach dem Berufsleben sorgfältig auszusuchen.

Eine weitere Option, die in den USA immer beliebter wird, sind gemeinsame Versicherungsgruppen. Dies sind Organisationen, die die Kosten der Gesundheitsfürsorge unter einer großen Gruppe von Menschen aufteilen, die gemeinsame religiöse Überzeugungen haben. Es gibt zahlreiche Vor- und Nachteile für solche Gruppen, darunter niedrigere Kosten als bei den meisten Versicherungen, aber auch Einschränkungen der Deckung, die sorgfältig geprüft werden sollten, bevor man sich für eine solche Strategie entscheidet. Diese Organisationen sind aufgrund ihres religiösen Charakters von vielen Regelungen zur Krankenversicherung ausgenommen.

Andere Tipps für Ausgaben: Sobald man ein Budget erstellt hat, wird man zweifellos andere Möglichkeiten finden, die Kosten noch niedriger zu bekommen, da wird man oft gerne kreativ. Viele versierte Verbraucher finden Wege, um Kreditkartenboni für Dinge wie Reisen einzusetzen, oder einfach nur um Geld zurückzubekommen. Wir zum Beispiel benutzen ausschließlich Cash-Back-Karten, um jedes Jahr unsere Weihnachtsgeschenke zu kaufen.

In die Offensive gehen: Mehr Geld verdienen

Genauso wichtig wie die Reduktion der Lebenskosten ist das Vorhaben, mehr Geld als bisher reinzuholen. Entweder man konzentriert sich auf eine Karriere mit einem hohen Gehalt oder nimmt Nebenjobs an. Wenn man jung genug ist, sollte man sich für eine Karriere entscheiden, von der man weiß, dass sie gut bezahlt wird, und meinetwegen Theaterwissenschaften als Studiengang lieber links liegen lassen. Wer schon aus der Uni oder der Ausbildung raus ist, sollte Zertifikate oder Fortbildungen im Beruf machen oder auf besser bezahlte Jobs umsatteln, sollte sich die Chance ergeben. So oder so ist es wichtig, einen topaktuellen, gepflegten Lebenslauf präsent zu haben und aufmerksam zu netzwerken.

Es ist mittlerweile einfacher denn je, eine Nebenbeschäftigung zu finden, die das Einkommen ergänzt. Vom Taxifahren bis hin zum Versilbern des Talents auf schnellen aber mäßig bezahlten Plattformen wie Fiverr hat die Technologie eine ganz neue Gig-Wirtschaft eröffnet. Wer nach einem Nebenjob sucht, sollte Wert darauf legen, was für einen in Frage kommt. von flexiblen Arbeitszeiten und Raum für Wachstum bis hin zu Möglichkeiten, eine für einen angenehme Aktivität zu Geld zu machen. Vielleicht schafft man es sogar, ein Hobby in ein Unternehmen zu verwandeln, das Geld bringt. So habe ich es gemacht, indem ich meine Faszination zum Thema Investing in eine Autorentätigkeit verwandelt habe.

Noch eine Anmerkung: Auch wenn es einfacher ist denn je, von zu Hause aus Geld zu verdienen, sollte man sich vor Betrügereien in Acht nehmen. Immer vorher gründlich recherchieren und sehr misstrauisch sein, wenn einen jemand dazu auffordert, Geld vorzustrecken.

Die Differenz investieren

Fast so wichtig wie das Sparen von 50 % des Einkommens ist es, zu wissen, was man damit anstellen kann. Man will esn sicher nicht unter die Matratze stecken oder auf ein Sparkonto legen. Hat man alle Verbindlichkeiten beglichen, hier sind ein paar gute Faustregeln, was man mit dem Geld machen kann:

Alle Gelder, die innerhalb der nächsten 12 Monate benötigt werden, sollten in bar geparkt werden. Dazu gehören Girokonten, Sparkonten und Depots.

Darüber hinaus können Investoren auch Anleihen als Mittel zur Geldanlage in Betracht ziehen, die innerhalb von zwei bis vier Jahren angezapft werden könnten. Anleihen sind Schuldverschreibungen, die von Unternehmen, Kommunen und staatlichen Stellen zur Kapitalbeschaffung verwendet werden. Sie können verwendet werden, um Geld für alle Arten von Projekten zu sammeln, wie z.B. ein Unternehmen, das eine neue Fabrik bauen muss oder eine Gemeinde, die einen Park bauen will. Die Anleiheemittenten zahlen den Anlegern für eine bestimmte Zeit einen festgelegten Zinssatz. Bei Fälligkeit der Anleihen wird das Kapital an den Anleger zurückgegeben.

Bei der Anlage in Anleihen sind mehrere Besonderheiten zu beachten. So bieten beispielsweise Kommunalanleihen niedrigere Renditen, sind aber mit gewissen Steuervorteilen verbunden. Bondratings geben an, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Anleiheemittent mit seinen Zahlungen vor Fälligkeit der Anleihe in Verzug gerät. Anleihen mit niedrigeren Ratings weisen darauf hin, dass die Anleihen risikoreicher sind als Anleihen mit höheren Ratings, aber auch mit einer höheren Rendite. Wer mehr über Anleihen erfahren möchten, empfehle ich dringend die viel gründlichere Behandlung des Themas meiner Kollegin Maurie Backman. (Link führt auf US-Seite.)

Während Bargeld und Anleihen sicherlich ihre Berechtigung in einem diversifizierten Portfolio haben, sollte der Großteil der Ersparnisse in den Aktienmarkt fließen, der in der Vergangenheit die höchsten Renditen erzielt hat. Das ist Geld, für das man mindestens für die nächsten fünf Jahre keine Verwendung haben sollte.

Indexfonds mit niedrigen Gebühren sind ein wunderbares Anlageinstrument

Die überwiegende Mehrheit der Anleger, die einen vorzeitigen Ruhestand anstreben, befürwortet Investitionen in günstige Indexfonds, Fonds, die einen bestimmten Aktienindex tracken. Der Hauptgrund für das Investieren in Indexfonds ist die Tatsache, dass sie nur einen bestimmten Index verfolgen und daher wenig aktives Management erfordern. Dies führt zu deutlich geringeren Kosten als bei Investmentfonds, die ein aktives Management erfordern. Dieser eine entscheidende Vorteil führt zu höheren Renditen im Vergleich zu den Investmentfonds-Pendants. Mehr als 88 % der Large-Cap-Fondsmanager konnten den S&P 500-Index über einen Zeitraum von fünf Jahren nicht schlagen, hat eine Studie von S&P Global aus dem Jahr 2017 herausfinden können.

David und Tom Gardner sind Fans der passiven Indexfonds. Hier ein Auszug aus der dritten Auflage des The Motley Fool Investment Guide:

Mit passiv gemanagten Fonds erhält man einen diversifizierten Zugang zum Markt aus einer Hand, niedrigere Gebühren, keine Verpflichtung zur Recherche, volle Kenntnis darüber, welche Investitionen der Fonds tätigt (typischerweise marktgewichtete Long-Positionen in einer Reihe bekannter Aktien) und – nicht zu unterschätzen – Zeit für andere Dinge. Alles in allem ist das ganz in unserem Sinne.

Für Anleger, die weder die Zeit noch das Interesse haben, ihre Anlagen zu beobachten, ist die gebührengünstige Indexanlage wahrscheinlich die ideale Wahl, um die schönen Renditen des Aktienmarktes zu erfassen. Für Investoren mit viel Interesse und viel Freizeit hingegen, die sie mit der Beschäftigung mit dem Aktienmarkt verbringen möchten, muss man sagen, dass sie mit einzelnen Picks auch in der Lage sein können, den Markt zu schlagen. Leider habe ich mehrere persönliche Finanzseiten und Blogs gefunden, die genau das Gegenteil behaupten: Den Markt zu schlagen ist unmöglich, also erst gar nicht versuchen!

Es gibt Stimmen, die die Werte der fundamentalen Aktienanalyse predigen. The Motley Fool beispielsweise bietet mehrere Ressourcen für einzelne Investoren. Hier ein Beispiel, um zu verdeutlichen, wie viel schneller man ans Sparziel kommt, wenn die Rendite nur um wenige Prozentpunkte erhöht wird. Nehmen wir an, man könnte in Zukunft 1.000 Euro pro Monat sparen, und man beginnt mit 10.000 Euro Sparkapital. Hier mal aufgelistet, wie lange es dauern würde, mit unterschiedlichen Renditen (vor Steuern und ohne Inflation) ans Ziel von 1 Million Euro zu kommen:

Rendite Jahre bis zu 1 Million Euro
4 % 36
6 % 29
8 % 25
10 % 22
12 % 19
14 % 17
16 % 16
18 % 15

Berechnungen vom Autor.

Viele, die einzelne Investoren davor warnen, den Markt zu schlagen, zitieren die sogenannte „Efficient Market Hypthesis“, die besagt, dass alle Informationen jederzeit perfekt in Aktien eingepreist sind. Nach dieser Theorie ist das Schlagen eines Börsenindex einfach eine Frage des Glücks, nicht des Könnens oder der sorgfältigen Recherche. Doch wenn man die Theorie unter die Lupe nimmt, hält sie kaum stand.

Allein, wenn ich bedenke, wie sich der S&P 500-Index, der wahrscheinlich am stärksten getrackte Index der Welt, in meinem Leben als Erwachsener entwickelt hat. Von 1997 bis 2000 verdoppelte sich der Index, um im Sommer 2002 wieder auf seinen Ausgangswert zurückzufallen. Bis Ende 2007 verdoppelte sich der Index erneut, um die gesamten Gewinne dann in der Finanzkrise zu verlieren. Im März 2009 wurde der Index niedriger bewertet als 1997, also 12 Jahre zuvor! Seitdem hat sich der Index jedoch verdreifacht. Das sieht mir also kaum nach einem effizient bewerteten Index aus!

SPY via YCharts

Investoren haben erfolgreich verschiedene Strategien befolgt, um den Markt zu schlagen, vom Value- bis zum Growth-Investment. Jeder weiß, dass mehrere Investoren in der Lage waren, ihre Rendite durch den sorgfältigen Aufbau eines Aktienportfolios zu steigern, anstatt passiv in Indexfonds zu investieren.

Warum früh in den Ruhestand?

Letztlich ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass ein vorzeitiger Ruhestand nicht für alle geeignet ist. Es gibt viele Menschen, die ihre Arbeit lieben und durch ihre Berufung Sinn und Richtung finden. Dennoch lassen sich aus den Vorbereitungen, die FIRE-Fans während ihres Arbeitslebens treffen, viele wertvolle Lehren ziehen. Der Aufbau von Ersparnissen und die Begrenzung eines sinnvollen Budgets geben einem in Notfällen Flexibilität. Nur weil man einen Job liebt, heißt das nicht, dass das immer und ewig der Fall sein wird, besonders wenn man einen neuen Chef bekommt oder das Unternehmen unter eine neue Leitung kommt.

Am Ende muss man wissen, dass Geld allein nicht glücklich macht, aber ein gutes Mittel ist, um dahin zu kommen. Glück ist für jeden etwas anderes. Für einige bedeutet es, lange Ferien mit der Familie zu verbringen oder eine gute Ausbildung für die Kinder. Der frühe Ruhestand befreit einen vom täglichen Stress und den Launen eines Chefs. Man muss das „Warum“ dahinter kennen, sonst bringt es nichts. Mein Kollege Brian Stoffel meinte, dass er mit der Kündigung seiner Lehrertätigkeit sich auf das Wesentliche konzentrieren und dem Hamsterrad entkommen wollte.

Zufriedenheit speist sich letztlich aus viel wichtigeren Dingen im Leben. Geld ist nur eines der Mittel, um dorthin zu gelangen.

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Dieser Artikel von Matthew Cochrane erschien am 13.8.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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