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Der bessere Zock: Steinhoff-Aktie oder bet-at-home.com AG?

Die Steinhoff International Holdings (WKN: A14XB9) befindet sich aktuell in einer misslichen Lage. Im Grunde muss derzeit überall gespart, verkauft und umstrukturiert werden was das Zeug hält.

Die bet-at-home.com AG (WKN: A0DNAY) hingegen war in den letzten Jahren extrem erfolgreich. So erfolgreich, dass man im Mai eine eigenkapitalmindernde Dividende in Höhe von 7,50 Euro pro Aktie ausgeschüttet hat.

Damit könnte die Ausgangslage kaum unterschiedlicher sein. Während Steinhoff um den Fortbestand kämpft, plagt sich bet-at-home.com vornehmlich mit „Luxusproblemen“ wie steuerrechtlichen und regulatorischen Risiken herum.

Doch welche Aktie bietet möglicherweise die besseren Chancen?

Mit dem Rücken zur Wand

Für Kurssprünge ist die Steinhoff-Aktie derzeit immer gut. Neue Nachrichten können den Kurs in atemberaubender Geschwindigkeit nach oben oder unten bewegen.

Das lockt Investoren an, die in kurzer Zeit den großen Gewinn wittern. So etwas kann klappen, sofern man den richtigen Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt findet. Das setzt aber voraus, dass man entweder verlässlich den Markt timen kann, was über längere Zeit selten bis gar nicht gut geht, oder z. B. ein erfahrener Daytrader ist, der tatsächlich weiß, was er da macht. Ich denke, das trifft auf die wenigsten Privatanleger zu.

Nun könnte man meinen, dass wir Fools uns als langfristige Investoren komplett von solchen Aktien fernhalten. Langfristig investieren heißt jedoch nicht zwangsläufig, jedem Risiko aus dem Weg zu gehen.

Je nach Strategie kann es durchaus lohnend sein, eine konträre Meinung zu vertreten. Ich sehe sehr wohl Chancen, dass Steinhoff seine Probleme in den Griff bekommt, sich gesund schrumpft und in einigen Jahren lukrative Gewinne abwirft.

Nur ist das Ganze eben ein gewagtes Spiel. Die Verbindlichkeiten sind mit ca. 16 Mrd. Euro (zum 31. März 2018) aus meiner Sicht ziemlich erdrückend und die daraus resultierende Eigenkapitalquote von etwa 19 % ist nicht unbedingt das, was ich bei einem Unternehmen sehen möchte.

Wenn ich mir den Markt derzeit anschaue, gibt es unzählige Aktien, die aus meiner Sicht attraktivere Chancen-Risiko-Verhältnisse bieten.

Somit ändert sich auch nichts an meiner Meinung. Obwohl derzeit unter Buchwert gehandelt, passt die Steinhoff-Aktie nicht in meine langfristige Strategie. Damit stellt sich nun die Frage, ob die bet-at-home.com AG bessere Aussichten bietet.

Gewinnmaschine läuft auf Hochtouren

Das Angebot von bet-at-home.com umfasst Sportwetten, Casino, Poker, Vegas Games und Virtual Sports. Diese Auswahl lässt Spieler- und Zockerherzen höher schlagen. Damit sind die Geschäftsfelder lukrativ. Richtig lukrativ.

Nach der eigenkapitalmindernden Ausschüttung der Dividende im Mai 2018 belief sich das Konzerneigenkapital zum 30. Juni 2018 auf insgesamt 43 Mio. Euro. Um diese Zahl in Relation zu setzen: Das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2017 belief sich auf fast 33 Mio. Euro, es konnte in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert werden.

Auch der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit kann sich sehen lassen. Dieser belief sich auf etwa 31 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2017).

Überhaupt bieten die Geschäftsfelder recht stabile Einnahmequellen. Solange das Quotenmanagement stimmt, lassen sich z. B. mit den Margen bei Sportwetten lukrative Erträge generieren. Das Ziel lautet also, den Kundenstamm zu vergrößern.

Nun kann man anführen, dass der Glücksspielmarkt hart umkämpft ist. Das stimmt. Die Konkurrenz ist groß. Jedoch ist das nicht erst seit gestern so. Zudem sollte man die Einstiegsbarrieren nicht unterschätzen. Notwendige hohe Marketingausgaben, der fehlende Bekanntheitsgrad und möglicherweise unerfahrenes Personal machen es neuen Glücksspielanbietern nicht einfach, am Markt zu bestehen. Ein kompetenter IT-Bereich und eine ausgereifte Software tragen dabei nicht unerheblich zum Erfolg bei.

Wer sich durchsetzt, kann sich durchaus ein gutes Stück vom Kuchen abschneiden. Das hat die bet-at-home.com AG meines Erachtens geschafft. Insbesondere in den deutschsprachigen Ländern hat man sich einen beachtlichen Bekanntheitsgrad und Kundenstamm aufgebaut.

Auch langfristige Schulden sind quasi nicht vorhanden. Zum 31.12.2017 werden lediglich ca. 47 Tsd. Euro an Rückstellungen für Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern ausgewiesen. Das ist doch recht übersichtlich.

Die eigenkapitalmindernde Ausschüttung der Dividende kann man sicherlich kritisch sehen. Da frage ich mich schon, ob man nicht bessere Verwendungsmöglichkeiten hätte finden können. Obgleich die Konzernergebnisse der letzten Jahre diese Dividendenzahlung möglich gemacht haben, wäre eine moderatere Ausschüttung vermutlich sinnvoller gewesen.

Steuerrechtliche und regulatorische Risiken stellen zudem eine ernstzunehmende Gefahr dar. Staatliche Monopolvorschriften, Providersperren in gewissen Ländern und allgemeine Regulierungen machen den privaten Glücksspielanbietern das Leben schwer. Davon ist auch bet-at-home.com betroffen.

Im Geschäftsbericht weist man auf Blocking-Maßnahmen in Polen hin. Da polnische Spieler ausgeschlossen werden, hat das auch einen negativen Effekt auf die Erträge. Mögliche neue staatliche Vorschriften und Maßnahmen bilden somit eine fortwährende Risikoquelle.

Das Duell hat einen Gewinner

Dennoch steht meine Wahl fest. Die bet-at-home.com AG sagt mir mehr zu. Die Ergebnisse, die bisherige Entwicklung und das Geschäftsmodell überzeugen mich trotz der vorhandenen Risiken. Langfristig sehe ich hier das bessere Chancen-Risiko-Verhältnis.

Zudem kann mich auch der CEO Franz Ömer überzeugen. Dieser ist seit der Gründung im Jahre 1999 dabei und bringt damit eine Menge Erfahrung und Know-how mit. Insgesamt denke ich, dass das Gesamtpaket hier stimmt.

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Sven Knaak besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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