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Dividendenliebling Marine Harvest: Wettbewerbsvorteil dank disruptiver Technologien

Foto: Getty Images

Ein großzügige Dividende, starke Wachstumsaussichten und ein möglicher zukünftiger Wettbewerbsvorteil vereint in einer Aktie. Gibt es nicht? Gibt es doch.

Marine Harvest (WKN: 924848) hat geduldigen Investoren in den letzten Jahren eine grandiose Rendite beschert. Hier stimmen Kursentwicklung und Dividendenzahlung. Lass mich erklären, was den Lachsproduzenten so erfolgreich macht.

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Lachsproduzenten profitieren von Megatrends

Bevor ich auf die faszinierenden Technologien zu sprechen komme, schauen wir zuerst auf langfristige Trends. Hiervon könnten Lachsproduzenten bzw. Aquafarmer zukünftig massiv profitieren:

  • Weltbevölkerung wächst weiter: Wir werden immer mehr. Derzeit wird die Weltbevölkerung auf etwa 7,5 Milliarden geschätzt. Im Jahr 2050 könnten es dann etwa 10 Milliarden sein. Diese Menschen müssen ernährt werden.
  • Wohlstandsniveau steigt: Sehr wahrscheinlich wird das Wohlstandsniveau weiter zunehmen, sodass sich mehr Kunden Lachs leisten können.
  • Das Angebot an Wildlachs ist begrenzt: Kein Megatrend, dennoch wichtig. Es wird kaum möglich sein, den wachsenden Bedarf an Lachs zukünftig alleine durch Wildlachse zu decken.

Was ein Ei und ein Donut mit Lachszucht zu tun haben

Wer sich bisher nicht mit der Lachszucht beschäftigt hat, wird sich vermutlich fragen, warum überhaupt disruptive Technologien angestrebt werden. Auf dem Papier sieht alles recht simpel aus. Die Lachse werden in Netzgehegeanlagen vor der Küste gezüchtet, bis sie ein gewisses Gewicht erreicht haben. Diese Art der Lachszucht hat jedoch mit einem enormen Problem zu kämpfen: den Lachsläusen. Diese Parasiten befallen die Lachse und fressen sie regelrecht auf. Aufgrund der hohen Vermehrungsrate können so in kurzer Zeit ganze Netze befallen werden. Das führt im Endeffekt auch zu erheblichen finanziellen Schäden. Marine Harvest testet daher geschlossene und halbgeschlossene Technologien, die diese Problematik lösen sollen und darüber hinaus viele weitere Vorteile versprechen. Schauen wir einfach mal auf ein Beispiel:

The Egg:  Hierbei handelt es sich quasi um einen Sicherheitstank in Eiform. Dabei wird Wasser durch Pumpen von unten angesaugt und fließt in einer kreisförmigen Bewegung nach oben, wo es den Tank wieder verlässt. Seeläuse befinden sich inbesondere in der oberen Meeresschicht. Sollte die Testphase erfolgreich abgeschlossen werden, könnte dieses System die Lachse in Zukunft weitaus besser vor Läusebefall schützen, da ein Eindringen enorm erschwert wird. Die robuste Bauweise reduziert zudem das Fluchtrisiko der Fische. Netze sind hier weniger effektiv und verursachen regelmäßige finanzielle Einbußen durch geflüchtete Lachse. Der Sicherheitstank könnte zudem eine effektivere Fütterung ermöglichen. Lachsfutter ist ein hoher Kostenpunkt.

Bei den Technologien legt Marine Harvest jedoch nicht alle Eier in einen Korb. Neben The Egg sind mit The Marine DonutThe Ship und Aqua Storm drei ähnliche Konzepte vorhanden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass das zuständige norwegische Ministerium auch Konzepte ablehnen kann. So geschehen mit The Ship. In diesem Fall sind dann ggf. weitere Anpassungen der Konzepte notwendig.

Trotz dieser innovativen Ideen werden die derzeitigen Netzgehegeanlagen jedoch in absehbarer Zukunft weiterhin eine große Rolle spielen. Daher forscht und entwickelt Marine Harvest auch in diesem Bereich intensiv. Ob das nun Netzreinigungsroboter sind oder ausgefeiltere Unterwasserkameras in Verbindung mit künstlicher Intelligenz, die ohne menschliche Einwirkung z. B. die Fütterung optimieren, Netze überprüfen und die Entwicklung der Fische überwachen. An Ideen mangelt es Marine Harvest sicherlich nicht. Das erkennt man auch an den Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Diese beliefen sich in 2017 auf 43,6 Mio. Euro.

Nun ist es natürlich so, dass die Konkurrenz nicht schläft. SalMar (WKN: A0MR2G) z. B. testet derzeit eine sogenannte „Ocean Farm“. Ich denke jedoch, dass sich in Zukunft die Einstiegsbarriere für neue Lachszüchter enorm erhöhen wird. Auch für kleinere Unternehmen mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten könnte es sehr schwer werden, Schritt zu halten. Profitieren werden vermutlich somit die großen Unternehmen, insbesondere eben Marine Harvest, die sich die Kosten für Entwicklung, Bau und Instandhaltung leisten können.

Die Risiken

Auch ein Investment in Marine Harvest ist nicht ohne Risiko. Ein offensichtliches Risiko ist die Abhängigkeit vom Lachspreis. Fällt der Preis, fällt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Aktienkurs. Investoren sollten sich somit bewusst sein, dass die Aktie sehr volatil ist. Extreme Ausschläge nach unten waren in den letzten Jahren immer wieder zu beobachten. Zudem gibt es die Möglichkeit, dass der Lachspreis und somit auch die Lachsproduzenten langfristig unter Druck geraten. Unwahrscheinlich, jedoch nicht vollkommen auszuschließen.

Meines Erachtens werden die Lachspreise mit hoher Wahrscheinlichkeit jedoch weiterhin volatil bleiben. Langfristige Anleger könnten somit auch in Zukunft das, aus meiner Sicht, irrationale Verhalten kurzfristiger Investoren ausnutzen, um günstige Einstiegspunkte zu finden. Niedrige Lachspreise machen Marine Harvest nicht über Nacht zu einem schlechteren Unternehmen. Fundamental sehe ich das Unternehmen gut genug aufgestellt, um auch schwächere Marktphasen unbeschadet zu überstehen.

Ein weiteres Risiko ergibt sich durch schädliche Organismen und Krankheiten. Trotz aller Bemühungen und Technologien könnten sich die Schädlinge weiter anpassen. Damit könnte die Lachszucht dauerhaft kostspieliger werden.

Ernst nehmen sollte man auch kritische Stimmen von Umweltschützern und Anwohnern. Diese sehen gesundheitliche Gefahren für die Lachse und Konsumenten durch die nicht von der Hand zu weisende unnatürliche Aufzucht der Fische. Hinzu kommen noch Risiken, die sich für die Umwelt ergeben. Wildlachse können z. B. mit gezüchteten Lachsen, die von Läusen befallen sind, in Kontakt kommen und diese danach in ihre eigene Population einschleppen.

Dividende

Nicht ganz einverstanden bin ich mit der hohen Ausschüttungsqoute. Ziel ist es, 75 % des jährlichen freien Cashflows (nach operativen und finanziellen Verpflichtungen) als Dividende an die Aktionäre auszuschütten. Ich bevorzuge eher Unternehmen, deren Ausschüttungsquote unter 50 % liegt. Mir ist es lieber, wenn ein Unternehmen den größeren Anteil des Gewinnes sinnvoll investiert. Was mir hingegen gefällt, ist, dass die Dividende sehr flexibel ist.

Es ist ja so: Unternehmen, die seit Jahren kontinuierlich die Dividende erhöhen und diese dann plötzlich kürzen müssen, fallen bei Anlegern schnell in Ungnade. Der Kurs bricht ein und das Vertrauen ist danach vorerst ruiniert. Bei Marine Harvest schwanken zwar die Dividendenzahlungen, dafür ist aber sehr genau definiert, unter welchen Bedingungen wie viel ausgeschüttet wird. Läuft es gut, gibt es mehr. Während schwachen Perioden eben weniger oder sogar gar nichts. Auch der Aktienkurs von Marine Harvest wird dann in der Regel in Mitleidenschaft gezogen. Auf das Vertrauen hat das für mich jedoch keinen nachteiligen Effekt. Ganz im Gegenteil. Das nenne ich umsichtiges Handeln.

Fazit

Trotz der nicht zu unterschätzenden Risiken fällt mein Fazit dennoch positiv aus. Wichtig ist, dass man die Abhängigkeit vom Lachspreis und die Volatilität richtig einschätzt. Für kurzfristige Rückschläge ist diese Aktie immer gut. Aufgrund der positiven Faktoren ist Marine Harvest jedoch aus meiner Sicht sehr gut aufgestellt. Dafür sorgen die langfristigen Trends, die Forschungs- und Entwicklungsbestrebungen und eben insbesondere die angestrebten disruptiven Technologien.

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Sven Knaak besitzt Aktien von Marine Harvest. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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