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Investoren sollten Intel derzeit im Auge behalten

Daumen hoch oder runter für Intel? Heute ist es ein bisschen von beidem. Quelle: Getty Images

Der Halbleiterriese Intel (WKN: 855681) hat am Donnerstagabend (26.07.2018) seinen Bericht über die Ergebnisse des zweiten Quartals 2018 veröffentlicht. Der Chipgigant übertraf die Erwartungen der Wall Street auf breiter Front, hob seine Ziele für das Gesamtjahr an und verzeichnete dennoch, aufgrund der Nachrichten, einen Kurseinbruch.

Keine Sorge, in einer Minute wird alles einen Sinn ergeben. Das ist heute (27.07.2018) bei Intel passiert:

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Intels zweites Quartal in Zahlen

Messgröße Q2 2018 Q2 2017 Veränderung gegenüber dem Vorjahr
Umsatz 17,0 Milliarden USD 14,8 Milliarden USD 15 %
Nettogewinn 5,01 Milliarden USD 2,81 Milliarden USD 78 %
GAAP Gewinn je verwässerte Aktie 1,05 USD 0,58 USD 81 %

Andernorts im Finanzbericht war über einen Anstieg von Intels freiem Cashflow gegenüber dem Vorjahr um 49 % auf 2,88 Milliarden USD zu lesen. Das Unternehmen gab den gesamten Betrag und noch mehr im zweiten Quartal für Aktienrückkäufe in Höhe von 3,89 Milliarden USD sowie weitere 1,4 Milliarden USD für Dividendenzahlungen aus. Dies ist eine direkte Rückgabe an die Aktionäre in Höhe von 184 % des freien Cashflows.

Der große Gewinnsprung war auch aufgrund einer hohen einmaligen Steuerbelastung im Vorjahr 2017, durch den Verkauf der Sicherheitsabteilung von Intel, früher bekannt als McAfee, möglich. Zusammen mit den umfassenden Änderungen des Steuersystems im Dezember 2017 und einem kleinen einmaligen Steuervorteil im Berichtszeitraum sank der effektive Steuersatz von Intel auf 9,5 %. Im Vorjahresbericht lag die Steuerquote noch bei 38,6 %.

Schrauben und Muttern

Der Umsatz in Intels Data Center-Segment stieg gegenüber dem Vorjahr um 27 % auf 5,55 Milliarden USD und der Betriebsgewinn wuchs um 65 % auf 2,74 Milliarden USD.

Die Client-Computing-Gruppe verzeichnete ein vorhersehbares langsameres Wachstum, da der Desktop-PC seine jahrzehntelange Talfahrt in die Bedeutungslosigkeit fortsetzt, aber dieses Segment bleibt dennoch nach Umsatz und Gewinn Intels größter Leistungsträger.

Kleinere Segmente zeigten ein einheitlich starkes Wachstum im mittleren 20-stelligen Prozentbereich, obwohl ihre Gewinnbeiträge gering und in einigen Fällen – wie bei nichtvolatilen Speicherlösungen – negativ ausfielen.

Was kommt als nächstes bei Intel?

Mit Blick auf die Zukunft erklärte Bob Swan, dass Intel auf lange Sicht solide Ergebnisse liefern wird.

„Wir sind einzigartig positioniert, um von der Notwendigkeit, Daten zu verarbeiten, zu speichern und zu bewegen, zu profitieren, die noch nie so umfassend und wertvoll war, wie heute“, sagte Swan in einer vorbereiteten Erklärung. „Intel konkurriert jetzt um einen potentiellen 260 Milliarden USD- Markt, und unsere Ergebnisse für das zweite Quartal zeigen, dass wir hinzugewinnen.“ Swan wiederholte diese Aussage über den Ergebnisbericht mit Finanzanalysten und betonte die atemberaubende potenzielle Größe eines vollständig erschlossenen Datenanalysemarktes.“ 90 % der jemals erstellten digitalen Daten wurden erst in den letzten zwei Jahren erzeugt“, sagte Swan. „Aber von diesen Daten wurde bisher nur 1 % analysiert, was auf ein massives ungenutztes Potenzial hinweist.“

Schließlich erhöhte Intel seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr um 2 Milliarden USD, oder 3 %, auf nunmehr 69,5 Milliarden USD. Das GAAP-Gewinnziel für 2018 stieg um 8 % auf rund 4,10 USD je Aktie.

„Übertreffen und Erhöhen“, was ist also mit dem heutigen Kursrückgang?

Der Durchschnittsanalyst erwartete für das zweite Quartal einen bereinigten Gewinn von etwa 0,96 USD je Aktie bei einem Umsatz von etwa 16,8 Milliarden USD. Intel übertraf diese beiden Ziele mit einem Non-GAAP-Gewinn je Aktie von 1,04 USD und dem bereits erwähnten Umsatz von 17 Milliarden USD. Und wir sprachen ja gerade über die erhöhten Jahresziele des Managements.

Dennoch fiel der Aktienkurs am Freitagmorgen um bis zu 8,7 %. Was ist denn hier los?

Für Uninformierte: In Intels Aktienkurs war schon sehr viel eingepreist und die Firma konnte die Wall Street nicht vollständig überzeugen. Wir Aktionäre haben in den letzten 52 Wochen dennoch eine Rendite von 50 % erzielt, und das gilt auch nach dem heutigen drastischen Einschnitt. Eine schnelle Gegenbewegung könnte hier folgen.

Außerdem hätte der Bericht besser ausfallen können. Investoren bevorzugen freie Cashflows, die über dem steuerpflichtigen Betriebsgewinn und dem Nachsteuer-Nettogewinn liegen, und Intel hat diesmal einen Rückschlag hinnehmen müssen. Dies ist in der jüngeren Geschichte von Intel nichts Ungewöhnliches. Dennoch, Analysten und Investoren wollen dies nicht zur Gewohnheit werden lassen.

Und das ist noch nicht alles. Der Umstieg auf eine effizientere 10-Nanometer-Chip-Fertigungsplattform ist nun „auf dem Weg“, um 10-Nanometer-Chips ab der zweiten Jahreshälfte 2019 in die Geschäfte zu bringen. Intel hat im ersten Quartal 2018 damit begonnen, „kleine Volumina“ von 10nm-Chips auszuliefern. Die Technologie existiert also, aber wir sehen nur eine langsam anziehende Produktion, die Intel anfällig für schnellere Fertigungsspezialisten machen könnte. Die Firma Advanced Micro Devices (WKN: 863186) hat zusammen mit Taiwan Semiconductor Manufacturing (WKN: 909800) und seiner ehemaligen eigenen Produktionsfirma, GlobalFoundries, bereits eine eigene 7nm-Lösung vorgestellt, deren Produkteinführung noch in diesem Jahr erfolgen wird.

Das ist der beängstigende Teil an Intels Bericht für das zweite Quartal. Das Unternehmen kann es sich nicht leisten, im endlosen Wettlauf um kleinere Chips um eineinhalb Chip-Generationen zurückzufallen. Eine bessere Fertigungsplattform bringt viele Vorteile mit sich, von reduzierten Kosten je Chip bis hin zu einem geringeren Kühlbedarf und Stromverbrauch. Hier eine Lücke aufzutun, könnte die Geschichte drehen und Intel zu einem Underdog hinter AMD in den Schlüsselmärkten, wie Rechenzentrums-Server und Spitzen-Spielsysteme, machen.

Das Ergebnis: Behalte Intels Drama im Auge

Intel muss seine Produktion intensivieren, um auf dem hohen Niveau der Halbleiterindustrie zu bestehen, und unerwartet gleichzeitig nach einem neuen CEO suchen. Aber dies ist eine machbare Aufgabe und der steigende Aktienkurs hat Intels Bewertung gerade einmal auf das 15-fache des letzten Jahresgewinns gezogen. Ich behalte die 10nm-Situation genau im Blick, weil die Dinge dort haarig werden, aber bis auf weiteres habe ich nicht die Absicht, meine Intel-Aktien zu verkaufen.

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Anders Bylund besitzt Intel-Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.  

Dieser Artikel von Anders Bylund erschien am 27.07.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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