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Echt tierisch! Investoren lieben Zooplus

Die Summe ist ohne Zweifel riesig: 4,1 Milliarden Euro im Jahr. Dabei handelt es sich nicht etwa um das Bruttoinlandsprodukt von Montenegro, sondern lediglich um die Ausgaben der Deutschen für Hunde, Katzen und andere Kleintiere.

Laut Zahlen des Industrieverbandes Heimtierbedarf (IVH) beziehen sich diese Zahlen sogar nur auf den stationären Handel. Dass auch der Onlinehandel seinen Anteil an diesem großen Kuchen haben möchte, versteht sich eigentlich von selbst.

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Zooplus profitiert

Im Grunde genügt schon ein Blick auf die Kursentwicklung von Zooplus (WKN:511170), um sich die Dimensionen und das Potenzial im Onlinehandel mit Haustierbedarf zu verdeutlichen. Innerhalb von fünf Jahren hat das Unternehmen aus München an der Börse um nahezu 300 % zugelegt und notiert aktuell bei einem Kurs von 161,50 Euro. Zudem verfügt es über eine relevante Marktkapitalisierung von 1,14 Milliarden Euro.

Der Erfolg des Unternehmens beeindruckt über die eigene Branche hinaus. Burda-Digitalvorstand Stefan Winners nannte Zooplus auf der DLD-Konferenz in Bayreuth gar im selben Atemzug mit Spotify (WKN:A2JEGN) und Zalando (WKN:ZAL111). Doch was konkret macht Zooplus im Internet so erfolgreich?

Wenn ich mir das Konzept genauer anschaue, sehe ich tatsächlich viele Parallelen zum Geschäft von Amazon (WKN:906866) und Zalando.

Zooplus scheint die Kunden mit einem attraktiven Mix aus günstigen Preisen, einwandfreier Qualität und letztendlich einem guten Service zu überzeugen. Die Produktpalette ist vergleichsweise umfangreich. Zudem bieten sie – wenn auch mit Einschränkungen – einen portofreien Versand an. Neben dem Heimatmarkt sind sie mittlerweile praktisch europaweit vertreten. Hinzu kommt ein übersichtlicher Onlineauftritt.

Retail ist feste Größe

Trotz vieler Erfolgsmeldungen bin ich beim Thema „Zooplus“ eher skeptisch. Der Grund ist folgender: Es gibt bestimmte Konsumgüter, die traditionell eher im stationären als im Versandhandel gekauft werden. Dabei geht es vor allem um Produkte des täglichen Bedarfs.

Zu nennen sind hier insbesondere Lebensmittel und verschreibungspflichtige Medikamente. Das ist zum Beispiel der Grund, warum klassische Apotheken vor Ort gegenüber Versandapotheken trotz deren günstigerer Preise immer noch über eine große Marktrelevanz verfügen.

Meine Einschätzung deckt sich mit der KPMG-Studie Trends im Handel 2020 des EHI-Retail-Institutes. Die befragten Verbraucher in Deutschland stimmen darin überein, dass der Onlinekauf von Lebensmitteln auch in den kommenden Jahren eine sehr geringe Bedeutung haben wird.

Nur 21 % der Befragten beurteilen ihn in Zukunft für sich persönlich als attraktiv, und das sogar unter der Bedingung, dass Qualität und Lieferbedingungen den Wünschen der Kunden gerecht werden. Das ist laut Studie der eindeutig schlechteste Wert aller abgefragten Warengruppen.

Tierfutter ist meiner Ansicht nach auch dem Bereich der Konsumgüter zuzurechnen, die eher im stationären Handel erworben werden. Zudem gibt es in Deutschland de facto keinen Einzelhändler, der nicht wenigstens über ein Basis-Sortiment von Tierfutter bzw. Heimtierbedarf verfügt.

Da Verbraucher sich also in der Regel ohnehin im stationären Einzelhandel versorgen, liegt es nahe, sich dort auch gleich mit Heimtierbedarf und Tierfutter einzudecken. Zudem bieten oftmals auch Bau- bzw. Heimwerkermärkte ein Grundsortiment an Tierbedarf an. Das wäre sicherlich ein wichtiger Faktor, der das Wachstum in spezifischen Branchen des Onlinehandels begrenzt.

Fressnapf ist nicht zu unterschätzen

Abgesehen davon gibt es für Zooplus in Deutschland einen nicht zu unterschätzenden Mitbewerber. Das ist aus meiner Sicht die Fressnapf-Holding. Das auf Kleintierbedarf spezialisierte Unternehmen aus Krefeld ist in diesem Marktsegment Branchenprimus und plant, bis 2021 europaweit 800 neue Märkte zu eröffnen. Rund 80 davon sollen alleine in Deutschland entstehen.

Im Impulse-Ranking wurde Fressnapf sogar zusammen mit McDonald’s (WKN:856958) und Burger King zu den besten Franchise-Systemen Deutschlands gewählt.

Zwar wächst Fressnapf derzeit langsamer als Zooplus, man muss hier aber auch den Zeitrahmen betrachten. Während Fressnapf bereits 1990 auf den Markt trat und die Expansion an ihre Grenzen stößt, startete Zooplus erst rund zehn Jahre später durch. Zudem steht das Unternehmen auch im Preis- und Leistungswettbewerb mit kleineren Tierhandlungen und natürlich dem Sortiment in Food- und Non-Food-Fachgeschäften.

Neben einem breiten Sortiment verfügt Fressnapf im Gegensatz zu Zooplus über einen unschlagbaren Vorteil. Nämlich die persönliche Beratung vor Ort. Ich glaube, dass dies für Tierbesitzer besonders wichtig ist.

Aus meinem Bekannten- und Verwandtenkreis weiß ich aus eigener Erfahrung, dass Tierbesitzer sehr viel Wert auf die gute Ernährung ihrer Tiere legen und bei diesem Thema Beratung vor Ort wünschen.

Wachstum, aber nicht unbegrenzt

Ganz klar, Zooplus ist für Investoren auf jeden Fall einen Blick wert. Es wäre dennoch leichtsinnig, sich von der Kursentwicklung blenden zu lassen. Anleger sollten sich nicht überzogenen Hoffnungen auf unbegrenztes Wachstum hingeben. Abgesehen davon muss man derzeit auf eine Dividende verzichten.

Zooplus hat die europäischen Märkte mit seinem Angebot bereits zu großen Teilen erschlossen und es gibt starken und überzeugenden Wettbewerb im stationären Einzelhandel.

Der oben gezogene Vergleich zwischen Zalando, Spotify und Co. scheint aber zu hinken. Es ist leicht nachvollziehbar, dass ein Musikdownload oder Textilwaren im Internet leichter zu handeln sind als verschreibungspflichtige Medikamente oder frische Lebensmittel.

Logistik, Timing und Preise bestimmen schließlich darüber, ob ein Unternehmen im Onlinehandel Erfolg hat. Die oben genannte KPMG-Studie sieht die Chancen für den letzteren Bereich zumindest für Deutschland in jedem Falle negativ.

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Björn König besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon. The Motley Fool empfiehlt Zalando und Zooplus.

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