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Nach der Megastrafe für Google kündigt Trump Vergeltung an – könnte es SAP treffen?

Foto: Getty Images

Nach der 4-Milliarden-Strafe für Google-Mutter Alphabet (WKN:A14Y6F) will Trump offenbar ein Exempel statuieren. Nun könnte man das unter „bellende Hunde beißen nicht“ abstempeln. Aber wenn doch, welche europäische Aktie könnte es treffen? Ich fürchte, dass SAP (WKN:716460) am meisten bangen muss.

Es geht hin und her

Noch bevor Trump die EU als „foe“ bezeichnete, titelte Die Zeit 2016 über eine „Transatlantische Feindschaft“. Europäische Strafverfolger und Regulierer scheinen demzufolge besonders US-Tech-Konzerne im Visier zu haben und ihre US-Pendants klagen dem Eindruck nach besonders gerne gegen europäische Konzerne. Anfang 2017 schrieb ich darüber, dass unter anderem die oft drakonischen Strafen, die beispielsweise Volkswagen (WKN:766403), BNP Paribas (WKN:887771), die Deutsche Bank (WKN:514000) und BP (WKN:850517) zahlen mussten, sich bereits unter Obama zu einem unkalkulierbaren Risiko entwickelt haben und mit dem aktuellen Regime noch schlimmer geworden sind.

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Nun hat es also in der anderen Richtung erneut Google getroffen. Die Europäische Kommission hat gute Argumente: Das auf dem quelloffenen Linux basierende Smartphone-Betriebssystem Android hat in vielen Mitgliedsstaaten nahezu Monopolstatus erreicht und Google hat diese Position zu Lasten des Wettbewerbs missbraucht. Obwohl davon gerade auch amerikanische Unternehmen wie Microsoft (WKN:870747) betroffen sind, gibt es in den USA wenig Verständnis dafür (nunja, immerhin zollt die US-Verbraucherschutzorganisation Consumer Watchdog Beifall) und Trump schürt die Verärgerung mit einer getweeteten Vergeltungsdrohung.

Was das bedeuten könnte

Nun stößt das US-Regime ja fast täglich Drohungen in alle Richtungen aus und nur selten kommt es zu konkreten Maßnahmen. Die Kampagne gegen die Arzneimittelkonzerne hat gerade mal dazu geführt, dass diese auf weitere Erhöhungen verzichten. Attacken gegen Amazon.com (WKN:906866) liefen zunächst weitgehend ins Leere.

Andererseits scheint Trump wild entschlossen, etwas gegen die milliardenschweren Importe von deutschen Oberklasse- und Luxusautos tun zu wollen. Aber selbst die einheimische Industrie wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, weil es bedeuten würde, dass sie von den globalen Lieferketten weitgehend abgeschnitten würden. Es wäre ein tragischer Schuss ins Knie und als Reaktion auf die europäischen Google-Strafen taugt es auch irgendwie nicht.

Eine andere Idee, über die ich kürzlich geschrieben habe, wäre, der Deutschen Telekom (WKN:555750) die Fusionsparty mit Sprint (WKN:A1W1XE) zu versauen. Der Schaden wäre womöglich groß – immerhin wird der Gesamtwert der erzielbaren Synergien auf 43 Mrd. US-Dollar geschätzt – aber Geld in die Staatskasse würde dann natürlich nicht fließen.

Wenn man überlegt, welches europäische Unternehmen am ehesten mit Google zu vergleichen ist, dann fällt einem zunächst einmal … nichts ein. Aber etwas weitergedacht wohl doch die kontinentale Nummer 1 aus Walldorf, SAP.

Wie es jetzt weitergeht

Auch SAP hat über die Jahre eine überaus starke Marktposition in vielen ihrer Geschäftsaktivitäten erreicht und mit der Oracle (WKN:871460)-Affäre bereits einen Präzedenzfall geschaffen. Die Präsenz im Nahen Osten ist ein Minenfeld und über mächtige E-Commerce-Plattformen wie SAP Ariba laufen bestimmt auch mal Geschäfte in der Grauzone. Sollte Trump seine Behörden scharf machen, würde sich sicherlich etwas Anklagbares konstruieren lassen. Zur Not wiegelt man unzufriedene Anwender zu einer der gefürchteten Sammelklagen auf.

Das sind natürlich nur einige bunte Ideen, die wir hoffentlich schon bald in das Reich der Phantasie verweisen können. Trotzdem könnte es ratsam sein, sein Depot auf solche potenziellen Gefahren durch den transatlantischen Schlagabtausch abzuklopfen und gegebenenfalls Risiken zu reduzieren.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Aufsichtsrat von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu Microsoft. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien) und Amazon. The Motley Fool besitzt Aktien von Oracle und die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $30 Calls auf Oracle.

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