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Die schlechtesten Marihuana-Aktien im zweiten Quartal

Foto: Getty Images

Wenige Branchen sind in den letzten Jahren so schnell oder konsequent gewachsen wie die Marihuana-Industrie. Mexiko legalisierte letztes Jahr medizinisches Cannabis, zusätzlich sorgen die aufkeimende kanadische medizinische Cannabisindustrie und eine wachsende Anzahl von US-Bundesstaaten, die den Gebrauch von Cannabis legalisiert haben, für gute Ergebnisse. Laut dem Cannabis-Forschungsunternehmen ArcView stiegen die legalen Cannabisverkäufe in Nordamerika im Jahr 2017 um 33 % auf 9,7 Mrd. US-Dollar, und sie sind auf dem besten Weg, bis 2021 jährlich um 28 % zu wachsen.

Jedoch ist der wichtigste neue Wachstumstreiber die bevorstehende Legalisierung von Freizeitmarihuana in Kanada. Am 17. Oktober 2018 könnte der Verkauf von Cannabis für Erwachsene und die anschließenden medizinischen Cannabisexporte der kanadischen Cannabis-Industrie einen Jahresumsatz von 5 Mrd. US-Dollar bringen. Infolge des am 19. Juni offiziell verabschiedeten Cannabis Act und der Euphorie, die zu diesem Ereignis führte, hatten die Marihuana-Aktien im Allgemeinen ein sehr gutes zweites Quartal.

Diese Pot-Aktien gehörten im zweiten Quartal zu den Verlierern

Aber nicht jede Pot-Aktie hat sich gut entwickelt. Sieht man sich die Cannabis-Aktien mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 200 Mio. US-Dollar an, dann findet man vier Unternehmen, die im zweiten Quartal um mindestens 17 % einbrachen.

Corbus Pharmaceuticals: minus 17,2 %

Unter den Arzneimittelentwicklern hatte keiner ein enttäuschenderes Quartal als das Small-Cap-Unternehmen Corbus Pharmaceuticals (WKN:A14R7P), das um mehr als 17 % zurückging. Corbus stellt das Medikament Lenabasum (früher Anabasum) her, ein orales Endocannabinoid-Mimetikum, das sich an natürlich vorkommende CB2-Rezeptoren bindet, die auf Fibroblasten und Immunzellen vorkommen. Insbesondere wird Lenabasum bei vier Krankheiten eingesetzt: systemische Sklerose, Mukoviszidose, Dermatomyositis und systemischer Lupus erythematodes.

Es sieht so aus, als ob zwei Faktoren dafür verantwortlich sind, dass die Aktien von Corbus Pharmaceuticals im zweiten Quartal rückläufig waren. Erstens liefert der klinische Bericht, den Corbus vorgestellt hat, Anzeichen, dass die wichtigsten Studien – die Phase-3-Studie zur systemischen Sklerose und eine Phase 2b zur Mukoviszidose – nicht vor der ersten Hälfte des Jahres 2020 abgeschlossen sein werden. Obwohl die Daten aus der Phase 2 der Dermatomyositis-Studie noch in diesem Jahr anstehen, scheint es, als ob die Investoren gar nicht erst auf die klinischen Daten warten wollen.

Der andere Faktor war wahrscheinlich das operative Ergebnis des ersten Quartals, das am 10. Mai veröffentlicht wurde. In der Regel ist man bei Unternehmen mit Produkten im klinischen Stadium bei den Quartalsberichten nachsichtig, da mit Verlusten gerechnet wird. Aber der Nettoverlust von 11,7 Mio. US-Dollar, den Corbus im ersten Quartal verzeichnete, belief sich auf 0,21 US-Dollar pro Aktie und war damit um 0,07 US-Dollar mehr als von der Wall Street erwartet. Die Sorge ist, dass, wenn Corbus die liquiden Mittel schneller als erwartet verbrennt, zusätzliche verwässernde Kapitalerhöhungen erforderlich sein könnten, die den bestehenden Aktionären schaden könnten.

Lange Rede kurzer Sinn, bei Corbus sollte man lieber weiter abwarten.

Namaste Technologies: minus 18 %

Manchmal werden die hohen Erwartungen nicht erfüllt, was bei Namaste Technologies (WKN:A2AEEG) im zweiten Quartal der Fall war.

Die Aktien des Online-Händlers für medizinisches Cannabis gingen um 18 % zurück, nachdem die Betriebsergebnisse im zweiten Quartal auf den ersten Blick ordentlich waren. Der Umsatz des Unternehmens verdreifachte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum praktisch auf 5,6 Mio. kanadische Dollar, der Rohertrag stieg um 150 %.

Namaste ist dabei, das Online-Portal NamasteMD aufzubauen, das von Cannmart bereitgestellt wird, das zu 100 % zu Namaste gehört. Außerhalb der USA verzeichnete es ein deutliches Wachstum, wobei das Australiengeschäft von 0,09 Mio. kanadischen Dollar im Vorjahresquartal auf 1,23 Mio. kanadische Dollar stieg.

Hinter diesem Wachstum stand jedoch ein Verlust von 3,2 Mio. kanadischen Dollar, der sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt hatte. Eine nahezu Verdreifachung der Vertriebskosten und eine Verdoppelung der Verwaltungskosten haben Namaste trotz stark steigender Umsätze zu einem Verlust verholfen.

Darüber hinaus hat Namaste, wie viele andere Unternehmen auch, im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg der Aktienzahl verzeichnet. Der bei der SEDAR in Kanada eingereichte Finanzbericht verzeichnet mehr als 246 Mio. ausstehende Aktien, gegenüber 114,4 Mio. im Vorjahresquartal. Obwohl Buy-Deal-Angebote, die zu dieser Erhöhung geführt haben, entscheidend für die Bereitstellung des nötigen Kapitals waren, hat eine höhere Aktienanzahl auch die bestehenden Aktien verwässert und könnte es schwer machen, einen vernünftigen Gewinn pro Aktie zu erreichen.

Auxly Cannabis Group: minus 29 %

Früher bekannt als Cannabis Wheaton Income Corp. lieferte die Auxly Cannabis Group (WKN:A2DRE4) im zweiten Quartal miserable Ergebnisse für die Investoren, wobei die Aktien des Unternehmens um 29 % zurückgingen.

Auf den ersten Blick sieht es bei Auxly Cannabis Group so aus, als ob das Unternehmen alle Voraussetzungen für den Erfolg mitbringen würde. Bei Auxly handelt es sich in erster Linie um ein Lizenz- und Streaming-Unternehmen im Cannabisbereich. Dies bedeutet, dass es kleinen, mittleren und großen Anbaubetrieben, die ihre Kapazitäten erweitern wollen, Kapital zur Verfügung stellt – also den Unternehmen, die ansonsten große Schwierigkeiten hätten, an Kapital zu kommen. Im Gegenzug erhält Auxly einen Prozentsatz der Produktion zu einem günstigen Preis. Auxly verkauft dann das erhaltene Produkt zum marktüblichen Preis und kassiert die Differenz als Gewinn.

Aber es gibt zwei Probleme bei diesem Geschäftsmodell, die in letzter Zeit ans Licht kamen und die wahrscheinlich zu Nachteilen führen werden.

Erstens, wie andere Marihuana-Unternehmen auch, musste Auxly über Bought-Deal-Angebote Geld auftreiben, um das im Voraus notwendige Kapital zu bekommen. Durch die Ausgabe von Stammaktien hat Auxly Kapital aufgenommen, aber auch die Anzahl der ausstehenden Aktien deutlich erhöht. Es gibt nur wenige Cannabis-Aktien, die seit Jahresbeginn die Anleger mehr verwässert haben als Auxly.

Das zweite Problem scheint die Sorge um die Kosten des Unternehmens zu sein. Obwohl das Geschäftsmodell von Auxly angesichts der Tatsache, dass das Unternehmen Cannabis unter dem Marktpreis kaufen kann, günstig ist, ist es nicht in der Lage, Größenvorteile wie bei traditionellen Anbaubetrieben zu nutzen. Seit kurzem wirkt Auxly diesem Umstand entgegen, indem das Unternehmen sein Streaming-Modell etwas aufgibt und kleine Züchter kauft, was dazu beitragen dürfte, seine langfristigen Kosten pro Gramm moderat zu senken. Aber es bleibt abzuwarten, ob Auxly die Kosten niedrig genug halten kann, um profitabel genug zu sein, wenn getrocknetes Cannabis kommerzialisiert wird und die Preise pro Gramm fallen.

Emerald Health Therapeutics: minus 29,5 %

Die fragwürdige Ehrung als die schlechteste Marihuana-Aktie im zweiten Quartal geht jedoch an den Anbaubetrieb Emerald Health Therapeutics (WKN:A14VKJ) aus British Columbia, der fast 30 % seines Wertes verlor.

Interessant dabei ist, dass es kein bestimmtes Ereignis gab, das den Aktienkurs erheblich sinken ließ. Vielmehr verlor die Aktie während des gesamten Quartals kontinuierlich an Wert. Wenn ich eine Vermutung aussprechen müsste, warum Emerald Health Therapeutics ein schlechtes Quartal hatte, würde ich es auf die Betriebsergebnisse des Unternehmens im ersten Quartal und die Ausgabe neuer Aktien Ende Mai setzen.

Am 29. Mai meldete das Unternehmen einen Umsatz von 373.218 kanadischen Dollar zum 31. März. Obwohl dies ein Anstieg von 85 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum war, sind es Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was einige Konkurrenten des Unternehmens an Quartalsumsatz produziert haben. Darüber hinaus erwirtschaftete Emerald Health einen Nettoverlust von 5 Mio. kanadischen Dollar, der sich damit mehr als vervierfachte. Das Joint Venture mit Village Farms International, bekannt als Pure Sunfarms, hat das Potenzial, bei voller Auslastung eine erstklassige Produktionsstätte zu werden. Aber in der Zwischenzeit kostet diese Nachrüstung ein Vermögen.

Am 23. Mai schloss das Unternehmen auch ein Geschäft ab, das 16,8 Mio. kanadische Dollar einbrachte. Es handelte sich um den Verkauf von 4 Mio. Aktien, die jeweils mit einem Optionsschein versehen waren. Wie wir bei jedem der oben genannten Unternehmen gesehen haben, stellt die Verwässerung ein Problem dar und wird wahrscheinlich noch in den kommenden Jahren ein Problem darstellen, da Optionsscheine, Aktienoptionen und/oder Wandelschuldverschreibungen noch zu bilanzieren sind.

Bis Pure Sunfarms mit einer relativ hohen Quote produziert, könnte die Aktie von Emerald Health Therapeutics daher Probleme haben.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel von Sean Williams erschien am 06.7.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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