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Die verrückteste Krypto-Statistik, die wir das ganze Jahr über sehen werden

Was für einen Unterschied sechs Monate machen.

Letztes Jahr konnten die Krypto-Währungen einfach nicht gestoppt werden. Nachdem das Jahr mit einer Gesamtmarktbewertung von nur 17,7 Milliarden US-Dollar begonnen hatte, stiegen die digitalen Währungen bis zum Jahresende auf eine kombinierten Marktkapitalisierung von 613 Milliarden US-Dollar an. Das ist ein Gewinn von mehr als 3.300 % und stellt sehr wahrscheinlich das beste Jahr in der Geschichte jeder Anlageklasse dar.

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Obwohl diese Dynamik bis zum 7. Januar 2018 anhielt und die Gesamtmarktkapitalisierung ein Allzeithoch von 835 Mrd. US-Dollar erreichte, waren die vergangenen sechs Monate nicht gerade schön. Angeführt von Bitcoin, Ethereum und Ripple sind die Krypto-Währungen meist durchweg abgestürtzt. In der vergangenen Woche erreichte die gesamte Kryptowährungsmarktkapitalisierung ein Intraday-Tief von 232 Mrd. US-Dollar, was den niedrigsten Stand seit sieben Monaten darstellt und für einen Rückgang von 62 % seit Jahresbeginn steht.

Wegen des raschen Anstiegs und des scheinbar noch schnelleren Rückgangs der virtuellen Währungen wurde bei den Kryptowährungen begonnen, regelmäßige Vergleiche mit dem Dot-Com-Crash in den frühen 2000er Jahren anzustellen, als der Nasdaq-Composite um 78 % abstürzte. Natürlich erholte sich der Nasdaq nach der Dotcom-Blase auch deutlich von seinen Tiefständen, was den Krypto-Enthusiasten Hoffnung gibt, dass diese aufkeimende Anlageklasse eine glänzende Zukunft hat.

Die verrückteste Krypto-Statistik des Jahres 2018

Aber eines ist unverkennbar: Eine wachsende Zahl von Kryptowährungen hat sich laut einem aktuellen Bloomberg-Bericht als nahezu wertlos erwiesen. In der wohl verrücktesten Krypto-Statistik, die du das ganze Jahr über sehen wirst, listet Dead Coins 820 digitale Währungen und ICOs entweder als „tot“ oder in der Kategorie „Parodie“ auf, während Coinopsy eine Liste mit fast wertlosen Coins hat, die derzeit 1.000 übersteigt.

Dabei sollte man wissen, dass CoinMarketCap.com nur etwa 1.600 investierbare Token auflistet. Das bedeutet, dass weit über die Hälfte aller investierbaren Krypto-Währungen und ICOs Betrügereien sind oder aufgegeben wurden. Was auch immer der Grund ist, mehr als die Hälfte aller investierbaren digitalen Token sind heute praktisch wertlos.

Interessanterweise sollte das niemanden wirklich überraschen. Eine von der Satis Group im März veröffentlichte Analyse ergab, dass 81 % der ICOs mit einer Marktkapitalisierung von über 50 Millionen US-Dollar nichts anderes als Betrug waren und sich im Wesentlichen auf dem Weg zum digitalen Friedhof befanden. Unterdessen wurden nur 3,8 % der analysierten ICOs als Erfolg gewertet. Für die Satis Group bedeutete „Erfolg“, dass die Entwickler, die hinter einem Token standen, erfolgreich Kapital beschafften, die Entwicklung einer Blockchain, wie in einem Whitepaper beschrieben, erfüllten und einen Codebeitrag in Github über einen Zeitraum von drei Monaten leisteten.

Tote Münzen sind nur eines von vielen Problemen bei Krypto-Währungen.

Obwohl das Ausdünnen sozusagen ein guter Anfang für den Bereich ist, ist es nur der erste Schritt von vielen, der getan werden muss, um Vertrauen in einen Markt zu schaffen, der in diesem Jahr ziemlich stetige Verluste verursacht hat.

Die wohl größte Herausforderung wird die Überwindung des Proof-of-Concept-Rätsels sein. Die Blockchain ist der digitale, verteilte und dezentrale Speicher, der nahezu jedem digitalen Token zugrunde liegt und für die Verarbeitung von Transaktionen ohne Zwwischenhändler sowie die unveränderliche Datenerfassung zuständig ist.

In zahlreichen kleinen Tests hat die Blockchain ihre Fähigkeit bewiesen, Transaktionen schnell und präzise abzuwickeln. Das Problem ist, dass sie sich nie unter realen Bedingungen bewährt hat. Im Wesentlichen wurden diese Tests immer innerhalb definierter Parameter durchgeführt. Ohne sich bewiesen zu haben, ist kein Unternehmen bereit, seine bestehende Infrastruktur zugunsten der Blockchain aufzugeben. Andererseits kann die Blockchain sich nur beweisen, wenn die Unternehmen der Technologie eine Chance in der realen Welt geben. Diese Zwickmühle wird nicht einfach zu überwinden sein, und die Krypto-Investoren werden das wahrscheinlich erkennen.

Die Regulierung war auch ein zweischneidiges Schwert für virtuelle Währungen. Auf der einen Seite haben sich Investoren und Nutzer digitaler Token über den Mangel an traditioneller Regulierung gefreut. Vor kurzem erklärte William Hinman, der Direktor der Division of Corporate Finance bei der Securities and Exchange Commission (SEC), in einer Rede auf dem Yahoo All Market Summit, dass weder Bitcoin noch Ether (das Token, mit dem Transaktionen im Netzwerk von Ethereum bezahlt werden) von der SEC aufgrund ihrer dezentralen Netzwerke als Wertpapiere eingestuft werden. Die Klassifizierung bedeutet, dass keine strengen Vorschriften für beide Token gelten.

Obwohl diese Nachricht wie ein Sieg erscheinen mag, ist sie es wirklich nicht. Ohne strenge Vorschriften für den Krypto-Raum sind betrügerische Aktivitäten und Diebstähle weit verbreitet. Darüber hinaus sind der SEC die Hände gebunden, falls es zu Betrug kommen sollte. Bei Transaktionen, die häufig außerhalb der Grenzen der USA stattfinden, kann die SEC schwerlich auf die Gelder zugreifen.

Auch digitale Währungen kämpfen darum, ihren Zweck zu finden. Zum Beispiel mag Bitcoin zwar das größte digitale Token nach Marktkapitalisierung sein, aber die Verbraucher haben sehr wenig Grund, von Bargeld oder Kreditkarte zu Bitcoin zu wechseln. Mit Ausnahme der Notwendigkeit, Bitcoin als Zwischenwährung zu kaufen, wenn man weniger bekannte Token an einer dezentralen Börse kauft, fehlt Bitcoin ein klarer Nutzen. Ohne wirklichen Zweck werden Kryptowährungen wahrscheinlich Schwierigkeiten haben, langfristige Investoren anzuziehen.

An diesem Punkt, mit einer so langen Liste von Problemen, wäre es nicht verwunderlich, wenn der Gesamtwert der Kryptowährungen weiter sinken würde.

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 03.07.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

The Motley Fool empfiehlt Nasdaq, hat aber keine Position in den genannten Kryptowährungen.

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