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Deshalb ist Wirecard kurzfristig überbewertet

Foto: Wirecard AG

Die Aktie von Wirecard (WKN: 747206) kennt seit Jahren nur eine Richtung – nach oben. Die Geschäftsentwicklung des Unternehmens ist hervorragend, aber meist übertreibt der Markt in der Kursentwicklung.

Hervorragende Geschäftsentwicklung

Wirecard ist seit vielen Jahren erfolgreich im Bereich der elektronischen Zahlungsdienstleistungen aktiv. Mittlerweile ist das Unternehmen auf allen Kontinenten vertreten und zählt über 34.000 Kunden, die bei der Automatisierung der Zahlungsprozesse und Senkung der Forderungsausfälle unterstützt werden. Über die Wirecard Bank werden Konten und Kreditkarten angeboten.

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Keine Frage, der Markt boomt und hat auch sehr wahrscheinlich weiterhin eine starke Zukunft. Zudem spricht die starke Unternehmensbeteiligung, in Höhe von 7 %, durch Vorstand Dr. Markus Braun, für die Gesellschaft. Umsatz, Gewinn und Dividende steigen kontinuierlich, die Nettomarge beträgt hohe 17,4 % und auch die Bilanz ist mit 36 % Eigenkapital solide aufgestellt.

Der Markt hat einen Hang zur Übertreibung

Fast immer entwickelt sich der Kurs stärker als die Fundamentaldaten. Bei einer Aktie, die steigt, stört es die Anleger nicht und niemand hinterfragt die Entwicklung. Fällt eine Aktie aber, stellen die Anleger sehr schnell fest, dass der Kurs stärker fällt als beispielsweise der Umsatz oder der Gewinn des Unternehmens.

Der Mensch ist ein Herdentier und deshalb kommen bei einer guten Geschäftsentwicklung und steigenden Kursen immer mehr Anleger hinzu. Sie treiben den Kurs dann immer stärker. Bei fallenden Kursen ist es genau umgedreht. Deshalb entsteht Über- und Unterbewertung, die sich Value-Investoren zu Nutze machen.

Sehen wir uns dies bei Wirecard an

Im Zeitraum von 2008 bis 2017 haben sich der Gewinn um das 6,1fache und der Umsatz um das 7,6fache gesteigert. Der Kurs der Aktie ist hingegen um den Faktor 22,5 gestiegen, also deutlich stärker als der Gewinn. Daran erkennst du wiederum, dass der Kurs viel stärker gestiegen ist als die Fundamentaldaten. Das Pendel ist also zu weit in eine Richtung ausgeschlagen.

Wachstum im Vergleich zum Kurs-Gewinn-Verhältnis

Peter Lynch zog diesen Vergleich sehr gerne, um Wachstumsaktien zu bewerten.

Es ist nichts gegen ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis zu sagen, solange das Gewinnwachstum Schritt hält. Bei Wirecard beträgt das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis 71. Die Wachstumsrate des Gewinns innerhalb der letzten 10 Jahre beträgt hingegen 22,3 %. Aus diesem Blickwinkel ist die Aktie also auch überbewertet.

Absolute Bewertung

Wir können uns aber auch alle einfachen Bewertungskennziffern ansehen. So beträgt die Dividendenrendite derzeit nur noch 0,11 %, das Kurs-Cashflow-Verhältnis über 32,9, das Kurs-Gewinn-Verhältnis 71 und auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt derzeit bei 11,1. Wenn wir dies mit den Durchschnittswerten eines breiten Marktes, wie dem S&P500-Index, vergleichen (durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis 15,7 und für das Kurs-Buchwert-Verhältnis 2,8), erkennen wir auch hier deutliche Abweichungen.

Relative Bewertung

Eine weitere Möglichkeit ist sich die Bewertungshistorie des Unternehmens selber anzusehen. So liegt beispielsweise das durchschnittliche Kurs-Umsatz-Verhältnis der letzten 10 Jahre von Wirecard bei 5,91. Beim aktuellen Kurs beträgt es hingegen 12,7. Das Unternehmen notiert also aktuell, verglichen mit der eigenen Historie, auch zu absoluten Spitzenwerten.

Fazit

Auch wenn die Geschäftsentwicklung von Wirecard boomt und das Unternehmen sehr gut aufgestellt ist, scheint die Bewertung derzeit zu hoch zu sein. Da der Markt aber irrational ist, kann der Herdentrieb die Aktie auch noch weiter steigen lassen. Meist klettert der Kurs kurzfristig weiter, um sich auf längere Zeit der Mitte (der durchschnittlichen Bewertung) wieder anzunähern.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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