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Die Triebwerksfehler von Rolls-Royce bergen Chancen für GE

Foto: The Motley Fool.

General Electric (WKN:851144) hat harte 12 Monate hinter sich. Die Profitabilität der Stromsparte ist gesunken, das Tochterunternehmen GE Capital ist stark belastet und das Unternehmen musste seine Dividende kürzen.

Trotz dieser Turbulenzen ist das Geschäft von GE Aviation weiterhin stark gewachsen. Der Gewinn des Segments erreichte im vergangenen Jahr 5,4 Milliarden US-Dollar (bereinigt um eine kürzliche Bilanzierungsänderung), und das Management erwartet für 2018 ein Gewinnwachstum im Luftfahrtsegment von mindestens 15 %.

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Wie ich bereits erwähnt habe, hat das Triebwerksgeschäft von GE ein enormes langfristiges Wachstumspotenzial. Es ist derzeit auf Kurs, weitere Marktanteilsgewinne auf Kosten des angeschlagenen Konkurrenten Rolls Royce (WKN:A1H81L) zu erzielen. Anhaltende Zuverlässigkeitsprobleme mit den Trent-1000-Triebwerken könnten weitere Käufer von Boeings (WKN:850471) 787 Dreamliner in die Arme von GE treiben.

Rolls-Royce versucht, wieder auf Kurs zu kommen

Die meisten Serienflugzeuge von Boeing verwenden ausschließlich Triebwerke von GE (oder dessen Tochterunternehmen CFM), aber der 787 Dreamliner ist eine Ausnahme. Die Kunden können zwischen dem GEnx-1B-Triebwerk von GE und dem Trent 1000 von Rolls-Royce wählen.

Beide Optionen hatten nach ihrer Einführung im Jahr 2011 ernsthafte Startschwierigkeiten, aber der Trent 1000 von Rolls-Royce hat eine besondere Vorgeschichte. Die erste Version des Trent 1000 verfehlte das Ziel beim Treibstoffverbrauch. Darüber hinaus kam es immer wieder zu Problemen hinsichtlich der Verlässlichkeit.

Anfang des Jahres entdeckte Rolls-Royce bei Hunderten von Dreamliner-Motoren neue Probleme bei den Kompressoren. Daher musste das Inspektionsprotokoll für diese Triebwerke überarbeitet werden, das nun eine Überprüfung nach jeweils 300 Flügen anstelle von 2.000 erfordert.

Das bedeutet erheblich mehr Ausfallzeiten für die Fluggesellschaften und zwingt sie, Ersatzflugzeuge zu kaufen oder zu leasen, oder Flüge zu stornieren. Erschwerend kommt hinzu, dass die betroffenen Flugzeuge näher an Umleitungsflughäfen bleiben müssen als jene Dreamliner mit GE-Triebwerken.

Letzte Woche entdeckte Rolls-Royce, dass das gleiche Problem auch einige ältere Triebwerke betrifft, die ursprünglich als nicht betroffen galten. Nun werden einmalige Inspektionen der älteren „Package B“-Motoren gefordert, die den Betrieb der Fluggesellschaften während der hektischen Sommerreisezeit weiter behindern. Rolls-Royce entwickelt jedoch einige Komponenten der aktuellen Version des Trent 1000 neu, um diese Probleme in Zukunft zu vermeiden.

Letztendlich wird Rolls-Royce alle fehlerhaften Teile ersetzen, doch das wird aufgrund von Produktionsengpässen Jahre dauern. Unterdessen ringt das Unternehmen mit den Produktionsverpflichtungen für neue Flugzeuge.

Eine Chance für GE

Wenn man bei einem Flugzeugtyp zwischen zwei Triebwerken wählen kann, konkurrieren die Triebwerkshersteller um jeden Auftrag. Jeder von ihnen bietet Rabatte an, um alle Vorteile des Konkurrenzprodukts auszugleichen.

Allerdings scheint die vergünstigte Preisgestaltung kein angemessener Ausgleich für das Risiko ernsthafter Zuverlässigkeitsprobleme, betriebsbedingter Einschränkungen und Lieferverzögerungen zu sein. Das bringt GE in eine beneidenswerte Position, solange die Probleme beim Trent 1000 bestehen.

Theoretisch wäre es einfach, einen Rolls-Royce-Motor durch einen GE-Motor auf einem Dreamliner zu ersetzen. Allerdings schließen die Fluggesellschaften beim Kauf von Triebwerken in der Regel langfristige Serviceverträge ab, sodass ein Wechsel nach einigen Jahren nicht möglich ist. Darüber hinaus können Fluggesellschaften, die ihre bestehenden 787-Dreamliner-Flotten mit Trent-1000-Triebwerken ausgestattet haben, aufgrund der zusätzlichen Komplexität bei der Verwaltung mehrerer Triebwerkstypen nur schwer umsteigen.

GE hat im Wettbewerb um neue Aufträge nun einen großen Vorteil gegenüber Rolls-Royce. Damit soll die Marktführerschaft ausgebaut werden.

Das Timing ist perfekt

Der Anteil an den Dreamliner-Aufträgen ist bei General Electric im Laufe der Zeit stetig gewachsen, unter anderem aufgrund der Unfähigkeit von Rolls-Royce, ein zuverlässiges Trent-1000-Triebwerk zu liefern. Der Marktanteil von GE an der sich im Betrieb befindlichen Flotte beträgt etwas mehr als 60 %. Gegenüber Rolls-Royce hatte das Unternehmen jedoch einen 2:1-Vorteil im festen Auftragsbestand von 787 Flugzeugen (368 gegenüber 183) Ende Mai.

Bei weiteren 135 Dreamlinern hat man sich hinsichtlich der Auswahl der Triebwerke noch nicht entschieden, doch General Electric wird wahrscheinlich mehr von diesen Aufträgen gewinnen. Das Timing von Rolls-Royce ist auch für GE günstig, denn die Dynamik der Boeing 787-Aufträge hat sich in letzter Zeit beschleunigt. Zusätzlich hat GE Zusagen, die sich im Laufe des Jahres in festen Aufträgen niederschlagen dürften.

Boeing wird im nächsten Jahr die Produktion der Dreamliner von 12 pro Monat auf 14 pro Monat steigern. Die Kombination aus höherer Produktion und höheren Marktanteilen wird zu einem deutlichen Anstieg der GEnx-Lieferungen führen, gefolgt von einem langen Strom lukrativer Service-Einnahmen. Dies wird GE Aviation helfen, das rasante Wachstum fortzusetzen und General Electric aus der Flaute zu befreien.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Adam Levine-Weinberg auf Englisch verfasst und am 14.06.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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