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Preis oder Qualität? Commerzbank oder Atlassian?

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Es gibt definitiv mehr als nur eine Art, aus dem scheinbar unüberschaubaren Angebot an börsennotierten Unternehmen die besten Aktien zu finden.

Als unternehmensorientierter Investor beginne ich persönlich immer zuerst beim Unternehmen selbst. Denn schließlich werde ich durch den Aktienkauf auch Eigentümer desselben.

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Manch einer schwört dabei auf Aktien-Screener, um Unternehmen mit bestimmten Kapitalrenditen, Gewinnmargen, Wachstumsraten oder Bewertungskennzahlen zu finden. Ein anderer verlässt sich darauf, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen.

Ich nutze eher selten einen Aktien-Screener. Wieso? Nun ja, wenn mir ein Unternehmen ohne Screener ins Auge fällt, hat es die erste Hürde, mein persönliches Interesse zu gewinnen, schon genommen. Ein Aktien-Screening nennt meist viel zu viele Unternehmen, die mich schlussendlich einfach nicht interessieren.

Zugegeben, mein Vorgehen führte in letzter Zeit zu einigen Enttäuschungen: spannendes Unternehmen entdeckt, aufgeregt die Geschäftsberichte verschlungen, nur um anschließend enttäuscht zu werden. Denn allzu oft ließen die aktuellen Aktienkurse marktschlagende Renditen innerhalb von fünf Jahren nur dann möglich erscheinen, wenn beinahe alles perfekt läuft. Mit anderen Worten: Die Sicherheitsmarge wäre ziemlich gering.

Das führt natürlich zwangsläufig zur Frage, wo man eher Abstriche machen sollte, bei der Qualität oder beim aktuellen Preis des Unternehmens.

Was tun, wenn man nicht mehr weiterweiß? Lasst uns einfach nachschauen, was Warren Buffett tun würde.

Was würde Buffett machen?

Buffett ist sich bei dieser Frage ziemlich sicher:

Es ist besser, ein großartiges Unternehmen für einen mittelmäßigen Preis zu kaufen, als ein mittelmäßiges Unternehmen für einen großartigen Preis.

Ich persönlich würde mich hier Warren Buffett anschließen. Denn auch wenn bei großartigen Unternehmen zumeist bereits sehr viel Optimismus in die Aktienkurse eingepreist ist, können wirklich erstklassige Unternehmen langfristig dennoch für positive Überraschungen sorgen.

Bei mittelmäßigen Unternehmen sind negative Überraschungen hingegen trotz scheinbar günstiger Aktienkurse meiner Meinung nach deutlich wahrscheinlicher.

Was sind nun aber erstklassige Unternehmen? Leider ist diese Frage nicht leicht zu beantworten. Ich versuche es dennoch am Beispiel von Commerzbank (WKN:CBK100) und Atlassian (WKN:A2ABYA). Aber Achtung, das Handelsvolumen von Atlassian an deutschen Börsen ist recht gering, es empfiehlt sich daher, eine mögliche Order über eine amerikanische Börse durchzuführen.

Natürlich gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Kriterien, um die Qualität eines Unternehmens zu beurteilen. Ich will mich hier allerdings auf drei begrenzen: die Wachstumsaussichten, die Vision und das Managementteam.

Die Wachstumsaussichten

In den allermeisten Märkten, in denen die Commerzbank tätig ist, ist die Versorgung mit Finanzdienstleistungen weitestgehend gesättigt. Okay, die Commerzbank legt viel Wert auf den Kunden und die Nähe zu ihm. Aber kann die Bank sich damit wirklich langfristig gegen die vielen anderen Geschäfts- und Privatbanken, Direkt- und Filialbanken durchsetzen? Darauf würde ich persönlich nicht wetten.

Auf der anderen Seite helfen Atlassian-Produkte zwar heute schon 120.00 Unternehmen dabei, die Zusammenarbeit von Teams zu verbessern. Der Fokus von Atlassian liegt aber auf den 500.000 größten Unternehmen der Welt. Es gibt also noch genügend Raum für weiteres Wachstum. Außerdem nutzen oftmals nur wenige Mitarbeiter in einem Unternehmen sehr wenige Produkte von Atlassian. Mit jedem weiteren Mitarbeiter und jedem weiteren Atlassian-Produkt steigt der Umsatz pro Bestandskunde.

Die Vision

Atlassian möchte dabei helfen, das Potenzial eines jeden Teams zu entfesseln. In einer Welt, die immer mehr von der erfolgreichen Zusammenarbeit von global agierenden Teams abhängig ist, ist das in meinen Augen eine sehr vielversprechende Vision.

Was ist aber die Vision oder Mission der Commerzbank? Es tut mir leid, aber der Werbeslogan „Die Bank an deiner Seite“ fesselt mich nicht unbedingt.

Das Managementteam

Bei der Commerzbank steht mit Martin Zielke ein angestellter Manager an der Konzernspitze. Bei Atlassian hingegen stehen mit Scott Farquhar und Mike Cannon-Brookes die zwei Gründer des Unternehmens noch immer an der Spitze des Unternehmens. Beide halten derzeit über Vorzugsaktien große Anteile am Unternehmen selbst.

Ich kann und möchte mir kein Urteil über die Qualitäten von Martin Zielke und seinem Team erlauben. Dennoch glaube ich, dass Engagement, Einsatz und Unternehmensverbundenheit beim Führungsteam von Atlassian größer ist.

Ist Atlassian nicht viel zu teuer?

Sicherlich haben neben vielen weiteren ungenannten Gründen auch diese drei Faktoren für die fantastische Entwicklung bei Atlassian gesorgt. Während Atlassian seine Umsätze seit 2013 vervierfachen konnte, kam der Umsatz der Commerzbank im selben Zeitraum hingegen gar nicht vom Fleck.

Sicher, schaut man auf die am häufigsten verwendeten Bewertungskennzahlen, ist Atlassian mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 90 auch unglaublich teuer, die Commerzbank bei einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 hingegen eher günstig.

Müsste ich heute mein Geld in eines der beiden Unternehmen stecken, so würde ich mich dennoch eher für Atlassian entscheiden. Denn auch wenn im aktuellen Aktienkurs von Atlassian schon einiges an Optimismus eingepreist ist, stehen die Chancen meiner Meinung nach gut, dass das Unternehmen langfristig trotzdem für positive Überraschungen sorgen kann.

Buffetts Mega-Milliardenwetten zum Nachahmen

Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

Buffett hat so einige Mega-Milliardeninvestments in seinem Portfolio. Wir haben sie näher analysiert, und angesehen, inwieweit sie sich zum Nachahmen eignen.

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Sven besitzt Aktien von Atlassian. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Atlassian.

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